Die Rolle der Wanderratte (Rattus norvegicus) in der Epidemiologie existierender und neu auftretender Krankheiten in der Stadtlandschaft Wiens

Wanderratten stammen ursprünglich aus dem nördlichen Ostasien und wurden durch den Menschen weltweit außer in der Antarktis eingebürgert. Obwohl sie ursprünglich Wälder und buschreiches Gelände bewohnten leben die eingeführten Populationen überwiegend in menschlichen Siedlungen (Foto Reg Mckenna via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:WildRat.jpg)
Foto einer Wanderratte [Link 1]
 
Ratten halten sich gerne auf wo Menschen Nahrungsreste hinterlassen, auch in Wiens Parkanlagen sind sie regelmäßige Gäste. (Foto Norvegicas via Wikimedia Commons)
Foto einer Wanderratte im Gebüsch [Link 2]
An Kanälen und Bachläufen finden sich auch des öfteren Wanderratten ein. (Foto Hans-Jörg Hellwig via Wikimedia Commons)
Foto einer Wanderrate am Ufer eines Flusses [Link 3]
Mit Hilfe von markierten Lebendfallen werden in Wiener Parkanlagen Proben für die Studie gesammelt. (Foto Amelie Desvars)
Foto einer Rattenfalle [Link 4]
Diese Informationsschilder markieren die Fallen deutlich, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. (Foto Amelie Desvars)
Schild über das Projekt [Link 5]

Städte wachsen weltweit und sind unter anderem auch Zentren für die Einführung und Verbreitung  von Krankheitserregern.  Um der Stadtbevölkerung ein erholsames und gesünderes Umfeld zu bieten entwickeln viele Städte Grünzonen und Erholungsinfrastruktur am Wasser, wo die Menschen sich sportlich betätigen oder auch nur bessere Luft oder die Natur genießen können. Allerdings hat die Planung von Grünanlagen auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung von städtischen Wildtiergemeinschaften und auf die Infektionsdynamik zoonotischer Pathogene (Pathogene, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, und umgekehrt) und Arthropodenvektoren. Der städtische Kontext fördert auch allgemeine synanthrope Arten, also Tiere die sich im menschlichen Umfeld wohlfühlen - so z.B. die Wanderratte (Rattus norvegicus).

Städtische Nagetiere wie die Ratte sind bei den Bewohnern oft nicht beliebt, sie fressen und verunreinigen menschliche und tierische Nahrung, können Brände hervorrufen (durch Abnagen von elektrischen Drähten), können Eigentumsschäden und damit finanzielle Verluste verursachen. Darüber hinaus spielen Ratten eine bedeutende Rolle bei der Übertragung einer großen Zahl von zoonotischen Pathogenen.  Die Rolle von Ratten als Krankheitsträger in der freien Wildbahn wurde weitgehend untersucht, Studien in städtischen Gebieten sind jedoch selten. 

Aufgrund des Krankheits- und Schadensrisikos durch Ratten werden sie in Österreich seit 1925 durch staatlich organisierte Rattenkontrollmaßnahmen bekämpft.  Rattenkontrollen haben wesentliche wirtschaftlichen Auswirkungen: sie kosten die Stadt Wien jährlich ungefähr 5 Millionen Euro.  Trotz dieser erheblichen Kosten und der zunehmenden Unwirksamkeit der heutigen chemischen Rattenkontrollmethoden (aufgrund einer Zunahme an genetischen Antikoagulans-Resistenzen bei Ratten) besteht ein eklatanter Mangel an notwendigen Daten um bestehende Schädlingsbekämpfungsprogramme zu verbessern.

Die Hauptziele dieses Projekts sind die Erforschung der Ökologie der städtischen Rattenpopulationen in Wien, die Analyse ihrer Resistenz gegen Rattengift, und ein Schließen der Wissenslücken bezüglich des Risikos der Übertragung von infektiösen Krankheiten auf Menschen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Rattenbekämpfungs- und Managementstrategie in Wien zu verbessern.

Diese Studie wurde vom Institut für Ethik und Tierschutz und der nationalen Behörde gemäß §§ 26ff. des Tierversuchsgesetzes, Tierversuchsgesetz 2012-TGV 2012 genehmigt.

 

Laufzeit: 1. Dezember 2015 - 30. November 2019

 

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr.med.vet. Amélie Desvars-Larrive, Abteilung Conservation Medicine [Link 6], Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna

T. +43 (1) 25077-7187

Email an Amélie Desvars-Larrive senden [Link 7]


 

Art/Science - ein Kunstprojekt mit Ratten

Der Künstler Roland Maurmair kooperiert mit dem Projekt. Grafik (c) Roland Maurmair
Zeichnung einer Ratte von Roland Maurmair [Link 8]

Eine Ratte mit Goldzahn?

Mehr Info [Link 9] zum Kunstprojekt


 

Fotogallerie

Einige Bilder  [Link 10]von unserer Feldarbeit.


 

Allgemeiner Kontakt

Sekretariat

Savoyenstraße 1
A-1160 Wien

T +43 1 25077-7900
F +43 1 25077-7941

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