Nachrichtenarchiv 2013

 

Geburtenkontrolle im Zoo: Veterinären gelingt schwierige Flusspferd-Kastration

Die Lage der Hoden variiert stark. Eine Voruntersuchung mit Ultraschall lässt die Lage genau bestimmen. (Illustration: Eva Polsterer/Chris Walzer/Elsevier-Theriogenology)
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Flusspferde vermehren sich in Gefangenschaft bestens. In Zoos kann diese Fortpflanzungslust jedoch zum Platzproblem werden. Um einer Überpopulation vorzubeugen, ist die Kastration der männlichen Tiere prinzipiell eine gute Sache. Die Anatomie der männlichen Fortpflanzungsorgane der Dickhäuter stellt Veterinäre allerdings vor eine Herausforderung. Ein Veterinärteam um Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und Kollegen entwickelte erfolgreich eine Kastrationsmethode für Flusspferde und veröffentlichte die Resultate im Fachjournal Theriogenology [Link 2].

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(Web-Redaktion am 20.12.2013)

 

Habichtskauz-Einzug am Wilhelminenberg

Habichtskauz-pärchen
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Die neuen Mieter haben nicht lange auf sich warten lassen:  Kaum war die alte Keapapageien-Voliere am Wilhelminenberg (16. Bezirk) für Habichtskäuze adaptiert, hat sich auch schon ein Pärchen für die Zucht eingefunden. Die Neuankömmlinge haben sich gut eingelebt und verstanden sich trotz stressigem Umzug sofort wieder perfekt – beste Voraussetzungen also, um auf neuen Eulennachwuchs für 2014 hoffen zu können!   Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an das Tierpflegerteam am KLIVV bzw. am FIWI

Mehr Info zum Projekt gibt es im neuesten Habichtskauz Newsletter [Link 5].

(Web-Redaktion am 18.12.2013)

 
 

Kuchenbacken für einen guten Zweck - Department erfolgreich beim BackVETbewerb 2013

Unser Bäckerteam mit Rektorin Hammerschmid
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Am 3.12.2013 fand an der Vetmeduni Vienna der BackVETbewerb 2013 statt, bei dem Mitarbeiter ihre Bäckerkünste für einen guten Zweck beweisen konnten.  Der Erlös aus dem Verkauf der köstlichen Kreationen kommt den Maasai-Hilfsprojekten von Tierärzte ohne Grenzen [Link 7] in Ostafrika zugute.  Das Department für Integrative Biologie und Evolution konnte dabei gleich zweimal punkten:  Es gewann den 1. Preis in der Kategorie "Organisationseinheit mit den meisten TeilnehmerInnen"; und die grandiosen Kuchenvariationen [Link 8] von Verhaltensforscherin Michaela Thoß (hier [Link 9] mit Rektorin Sonia Hammerschmid und anderen Gewinnern) wurden mit dem 2. Preis gekrönt! 

(Web-Redaktion am 5.12.2013)

 

International conference on balancing renewable energy and nature in the Alps, Brig, Schweiz, 12.-13. November 2013

Posterausstellung der Pilotregionen
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Wo und wie können wir erneuerbare Energieträger in den Alpenländern nutzen und gleichzeitig die Natur schützen? Erste Antworten auf diese Frage veröffentlichten wir bei der internationalen recharge.green [Link 11] Konferenz in der Schweiz. Vertreter aus den Bereichen Politik, Energie, Umweltschtz, Wissenschaft und Verwaltung diskutierten über mögliche Lösungen und stellten konkrete Beispiele aus dem Alpenraum vor.  Das recharge.green Projekt, für welches das FIWI lead partner ist, wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Alpenraumprogramms [Link 12] mitfinanziert.

Mehr Info [Link 13]

 

 

Fit durch Fett: Zusätzliche Fettreserven helfen Siebenschläfern ihren Winterschlaf zu optimieren

Dicke Siebenschläfer überstehen den Winterschlaf besser als dünne
 [Link 14]

Siebenschläfer können sich über den Sommer beachtliche Mengen an Bauchspeck anfressen. Den brauchen sie auch, denn während sie in Erdlöchern vergraben sind, gibt es für die Tiere nichts zu fressen. Claudia Bieber und Kollegen vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna entdeckten, dass fettere Siebenschläfer ihre Energie für häufige Aufwachphasen nutzen und so öfter ihren Stoffwechsel ankurbeln als dünnere Artgenossen. Damit schützen sie ihren Körper vor Kälteschäden. Ein langer Winterschlaf stellt auch ein gutes Versteck vor Fressfeinden dar. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind im Journal Functional Ecology nachzulesen.

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(Web-Redaktion am 22.10.2013)

 

Neues FWF Projekt genehmigt: Physiologisches Limit beim Syrischen Goldhamster

Dr. Teresa Valencak

Bei der letzten Sitzung des Wissenschaftsfonds (FWF) [Link 16] am 30.09.2013 wurde ein neues Projekt von Teresa Valencak vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie genehmigt.  Hohe Energieanforderungen während Kälteexposition, lang andauernder physischer Aktivität oder während der Jungenaufzucht lassen die Stoffwechselrate, den Futterverbrauch und die Energieassimilation bei gleichbleibendem Körpergewicht stark ansteigen. Allerdings gibt es bei allen genannten Szenarios Grenzen des Energieumsatzes. Tiere werden nicht durch die Futterverfügbarkeit beschränkt sondern durch physiologische Limits. In den letzten Jahren zeigte sich, dass Weibchen durch deren Kapazität, überschüssige Wärme abzugeben limitiert sein könnten. Das Team um Teresa Valencak wird an Syrischen Goldhamstern testen, ob Wärme als Nebenprodukt des stark angekurbelten Stoffwechsels und der Milchproduktion bei säugenden Weibchen den Futterverbrauch und die Milchproduktion der Weibchen bestimmen.

(Web-Redaktion am 9.10.2013)

 

Persönlichkeitsunterschiede: Für Rothirsche wird soziale Dominanz in mageren Zeiten ganz schön teuer

Das Hirschrudel im naturnahen Gehege am FIWI lieferte Daten für die Studie
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Energie zu sparen, wenn Ressourcen knapp sind, ist für Mensch und Tier gleichermaßen wichtig. Ein Team um Walter Arnold vom Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie hat herausgefunden, dass hochrangige Rothirsche zwar bevorzugt Zugang zu guten Nahrungsplätzen haben, gleichzeitig aber eine höhere Stoffwechselrate aufweisen, die zu höherem Energieverbrauch führt. Das kann zu einem bedrohlichen Nachteil im Winter werden, wenn Rothirsche zum Überleben überwiegend auf die nur begrenzt vorhandenen Körperfettreserven angewiesen sind. Die Studie wurde vor kurzem im Journal of Physiological and Biochemical Zoology veröffentlicht. 

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(Web-Redaktion am 18.9.2013)

 

Luchsnachwuchs im Nationalpark Kalkalpen

Luchswelpen in der Wurfhöhle
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Die im Jahr 2011 von der Schweiz in den Nationalpark Kalkalpen umgesiedelte Luchsin Freia brachte drei Luchsjunge, zwei Weibchen und ein Männchen, zur Welt. Agnes Haymerle und Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie waren Teil eines Expertenteams, das im Juli 2013 im Auftrag der Arbeitsgruppe LUKA (Luchs Kalkalpen) die Wurfhöhle aufsuchte, um DNA-Proben sowie Daten zu Wurfgröße, Geschlechtsverhältnis und Gesundheitszustand zu sammeln. Da Freia einen Halsbandsender trägt, konnte ihre Wurfhöhle mittels VHF-Handpeilung entdeckt werden. Die Arbeitsgruppe LUKA, zu der außer dem FIWI noch der Nationalpark Kalkalpen, der OÖ Landesjagdverband, der Naturschutzbund, der WWF und die Österreichischen Bundesforste gehören, hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine überlebensfähige Luchspopulation in den nördlichen Kalkalpen zu etablieren.

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(Web-Redaktion am 9.8.2013)

 

Eine Frage der Ausdauer: Kontrollen von über 250 Habichtskauz-Nistkästen

Dr. Richard Zink bei der Nistkasten- kontrolle
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Auch heuer ist das Nistkasten-Monitoring in vollem Umfang angelaufen, denn Inhalt und Zustand der Eulen-Wohnstätten wollen erhoben werden! Die Kontrolle des Nistkasten-Netzwerks von nun bereits 280 Kästen ist ein sehr arbeitsintensiver Prozess – natürlich unabhängig davon, ob sie besetzt sind oder nicht. Heuer fällt die Bilanz erwartungsgemäß schwächer aus: Von 50 in der Steiermark untersuchten Kästen ist lediglich einer besetzt, unter rund 60 vom Team des Wildnisgebietes Dürrenstein kontrollierten Kästen befanden sich ebenfalls nur 1-2 bewohnte, und im Wienerwald wurden von etwa 125 Kästen 33 angenommen.  Diese bescheidenen Ergebnisse sind auf den Einbruch der Mäusepopulationen zurückzuführen, welcher dem hervorragenden Mäuse- und damit Eulenjahr 2012 folgte.  Das wiederum hängt von der verfügbaren Baumsamenmenge der Buchen ab - im Jahr 2012 produzierten die Rotbuchen nur wenige Bucheckern.  Dafür verspricht der starke Pollenflug 2013 gute Aussichten auf eine erneut hohe Mäusedichte im Jahr 2014 – und damit einen reich gedeckten Tisch für die Eulen!

Mehr Info zum Habichtskauz gibt es im neuen Silva Fera Sonderheft [Link 22].

(Web-Redaktion am 28.6.2013)

 

International Conference on Diseases of Zoo and Wild Animals 2013

Demonstration einer Pferderettung
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Von 8.-11. Mai fand in Wien die „International Conference on Diseases of Zoo and Wild Animals 2013“ [Link 24] statt.  Am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie konnten Teilnehmer verschiedene praktische Workshops besuchen: Notfall Evakuierung und Anästhesie, Wildtierfang und Telemetrie, und Obduktion und Probeentnahme standen auf dem Programm.

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(Web-Redaktion am 12.5.2013)

 

Herzklopfen: Winterschläfer verwenden einen „Herzschlagregler”, um Energie zu sparen

Hamster im Starrezustand
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Bei den aktuellen Temperaturen haben wohl sämtliche Winterschläfer ihre Winterruhe beendet und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Dies ist jedoch während der kalten Jahreszeit ganz anders. Viele kleine Säugetiere, wie z.B. Murmeltiere, Igel, Fledermäuse, einige Hamsterarten und sogar manche Vögel, besitzen eine besondere Fähigkeit: Sie können sich bei eingeschränktem Nahrungsangebot und tiefen Außentemperaturen in einen Energiesparmodus (landläufig „Winterschlaf” genannt) versetzen. Ihr Körper zehrt dann an den vor dem Winter angesammelten Fettreserven. Die Tiere verlangsamen ihren Herzschlag und ihre Atmung, während sich die Körpertemperatur dem Nullpunkt nähern kann. Bis heute sind die Mechanismen, die die Herzfunktion bei niedrigen Körpertemperaturen aufrechterhalten, nicht vollkommen geklärt. Wissenschafter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna haben nun in einer Studie, gemeinsam mit der Universität Groningen in den Niederlanden, herausgefunden, dass bestimmte Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren die Herzfunktion und somit den Winterschlaf regulieren. Diese essentiellen Fettsäuren steuern das Erreichen tiefer Körpertemperaturen und die Bewahrung eines regelmäßigen Herzschlages. Das Überleben der Winterschläfer wird somit gesichert.

Mehr Info [Link 27]

(Web-Redaktion am 7.5.2013)

 

Winterschlaf hält fit

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Kleine Nagetiere, die Winterschlaf halten, wie z.B. der Siebenschläfer (Glis glis) leben durchschnittlich länger und scheinen daher langsamer zu altern als vergleichbar große Nagetiere, die dies nicht tun.  Man nimmt seit längerer Zeit an, dass der Winterschlaf für diese langsame Alterung zumindest teilweise verantwortlich ist.  Die direkte Auswirkung dieses Energiesparmodus kann man durch Messung der relativen Längen von Telomeren in Körperzellen erkennen.  Telomere agieren wie eine Art Schutzkappe, die für die Stabilität der Chromosomen verantwortlich ist.  Mit der Zeit werden Telomere kürzer, daher kann die Länge der Telomere einiges über den Alterungsprozess aussagen. Thomas Ruf und Claudia Bieber haben gemeinsam mit Kollegen Hautproben von Siebenschläfern entnommen und festgestellt, dass die Telomerlänge von erwachsenen Tieren während der aktiven Phase leicht wuchs, während sie im Winter leicht abnahm. 

Der Artikel Seasonal variation in telomere length of a hibernating rodent [Link 29]”  ist in der internationalen Zeitschrift biology letters im Februar 2013 online erschienen.

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(Web-Redaktion am 28.2.2013)

 

Der erste Wolfsmanagementplan für Österreich ist fertig

Die Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf (KOST) hat 2012 die Publikation Wolfsmanagement in Österreich. Grundlagen und Empfehlungen [Link 31] entwickelt und mit Interessensvertretungen abgestimmt.  Nachdem die letzten autochthonen Wolfspopulationen in Österreich im Laufe des 19. Jahrhunderts erloschen waren, haben nur mehr vereinzelt Wölfe aus benachbarten Ländern wieder das österreichische Staatsgebiet erreicht.  Mit der Einführung strengerer Schutzbestimmungen in Europa haben sich aber Wolfspopulationen im Umfeld stabilisiert und Wolfsbesuche sind in Österreich in den letzten 15 Jahren wieder häufiger geworden.  Mit weiterer Zuwanderung von Wölfen ist in den nächsten Jahren zu rechnen.  Das Wolfsmanagement hat zur Aufgabe, Strukturen und Maßnahmen für ein möglich konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Wolf zu schaffen und durchzuführen.  Der neue nationale Managementplan soll den Rahmen vorgeben und als Leitfaden für die Umsetzung von Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern dienen.  

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(Web-Redaktion am 15.2.2013)

 

Schutz für europäische Alpen: Auf der Suche nach den großen Fragen

Typisches Alpental mit durch menschliche Nutzung stark fragmentierten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere
 [Link 33]

Eine der wichtigsten Aufgaben von Wissenschaftern ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Besonders schwierig wird das dann, wenn das Forschungsfeld so breit ist wie zum Beispiel das der Erhaltung von Biodiversität. Erstautor Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und eine Reihe internationaler Kollegen haben nun die fünfzig wichtigsten Fragen veröffentlicht, die ihrer Einschätzung nach für die Erhaltung und Wiederherstellung eines ökologischen Kontinuums in den europäischen Alpen wichtig sind. Ihr Artikel ist soeben in der angesehenen Onlinezeitschrift „PLoS ONE“ erschienen.

Mehr Info [Link 34]

(Web-Redaktion am 15.01.2013)

  

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