Nachrichtenarchiv 2015

 

Erstmals winterschlafende Primatenart außerhalb Madagaskars entdeckt

Die in Südostasien lebenden Zwergloris halten regelmäßig Winterschlaf. (Foto: Tilo Nadler)
Foto von einem Zwerglori [Link 1]

Drei Lemurenarten auf Madagaskar waren bislang die einzig bekannten Primaten, die Winterschlaf halten. Nun entdeckte ein Team vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna, in Zusammenarbeit mit KollegInnen des vietnamesischen Endangered Primate Rescue Center, eine weitere Primatenart, die Winterschlaf hält: Die sogenannten Zwergloris (Nycticebus pygmaeus).

Die WissenschafterInnen fanden heraus dass die untersuchten Zwergloris zwischen Dezember und Februar mehrmals bis zu 63 Stunden Winterschlaf hielten. Dies ist auf die innere Uhr der Tiere, die zu bestimmten Jahreszeiten – wenn die Nahrung knapp wird - den Winterschlaf induziert zurückzuführen, aber auch die Außentemperaturen lösen den Energiesparmodus aus. In der kalten Jahreszeit steht weniger Nahrung zur Verfügung. Winterschlaf hilft in solchen Situationen, den Energiebedarf zu senken.

Der Artikel „Hibernation in the pygmy slow loris (Nycticebus pygmaeus): multiday torpor in primates is not restricted to Madagascar [Link 2]” von Thomas Ruf, Ulrike Streicher, Gabrielle L. Stalder, Tilo Nadler und Chris Walzer wurde in Scientific Reports der Nature Publishing Group veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 3.12.2015)

 

Bärige Nachrichten - das erste Projekt Bulletin von LIFE DINALP BEAR

Im ersten Projektbulletin finden Sie Berichte zur Situation der Braunbären und Updates zu Projektaktivitäten.
Coverbild LIFE with bears Bulletin [Link 4]

Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologieist einer von 9 regionalen Projektpartnern im EU LIFE DINALP BEAR Projekt [Link 5].  Gemeinsam mit Partnern in anderen Ländern ist es unser Ziel wissenschaftliche Erkenntnisse über die langsam fortschreitende Ausbreitung der Slowenischen Bärenpopulation, teilweise auch im südlichen Österreich zu erweitern. Das erste Projekt Bulletin "Von Bären und Menschen [Link 6]" ist soeben erschienen und steht zum Download  [Link 7]auf der offiziellen Projektseite [Link 8] zur verfügung.  Einer der Artikel beschreibt die aktuelle Situation der Braunbären in Kärnten (S.15).

Seit kurzem gibt es auch zertifizierte "Bären-freundliche" Produkte [Link 9] zu kaufen - vielleicht eine Idee für das eine oder andere kleine Weihnachtsgeschenk?

 

(Web-Redaktion am 20.11.2015)

 

 

 

Prof. Dr. Walter Arnold als "Österreicher des Jahres" im Bereich Forschung nominiert

Austria15 Logo [Link 10]
Univ.Prof. Dr. Walter Arnold
Portraitfoto von Prof. Arnold

Die österreichische Tageszeitung Die Presse lässt ihre Leserschaft jährlich für den „Österreicher des Jahres“ abstimmen.  Dabei werden in verschiedenen Kategorien Menschen nominiert, die für Österreich in ihrem Bereich Wichtiges geleistet haben.  Heuer wurde unser Leiter, Univ. Prof. Dr. Walter Arnold im Bereich Forschung nominiert.
 
Von der Presse-Leserschaft wurde er unter die drei besten Kandidaten [Link 11] im Bereich Wissenschaft nominiert.  Schließlich ging der Preis in der Kategorie Forschung dann zwar an die Abfallwirtschaftlerin Marion Huber-Humer, aber die Nominierung selbst war für das Institut und Prof. Arnold auch Ehre genug.

(Web-Redaktion am 27.10.2015)

 

Theresa Walter gewinnt 3. Platz beim ersten Science Slam der Vetmeduni Vienna

Drittplatzierte gab es gleich drei. Theresa Walter, Stephanie Lürzel und Rounik Mazumdar. (Fotos: Thomas Suchanek)
2 Fotos vom Science Slam [Link 12]

Am 15. Oktober  fand an der Vetmeduni Vienna erstmals ein Science Slam statt. Sieben Forscherinnen und Forscher unserer Universität wetteiferten in Kurzvorträgen um die Gunst des Publikums. Der Hörsaal war voll und die Moderatoren von Vetophil heizten bereits zu Beginn die Stimmung an. Nach einem Klicker-Voting standen die Sieger fest und wurden vom Rektorat gekürt.

Mit den Wiener Stadtfüchsen ging Theresa Walter vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an den Start. Sie erforscht, wo und wann man in Wien Rotfüchse zu Gesicht bekommt.  Für ihre lebhafte Präsentation teilt sie sich mit zwei anderen ForscherInnen mit der gleichen Anzahl von Klicker-Stimmen den dritten Platz. Wir gratulieren der jungen Forscherin!

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(Web-Redakton am 16.10.2015)

 

Sommerlicher Tiefschlaf – Für einige Siebenschläfer beginnt der Winterschlaf bereits im Sommer

Siebenschläfer (Glis glis) im Baum (Foto: © Claudia Bieber/Vetmeduni Vienna)
Foto von Siebenschläfer auf Ast [Link 14]
Hören Sie ein Interview mit der Biologin Claudia Bieber über den Siebenschläfer im RBB Radio 1 Programm "Die Profis"
Podcast Symbol [Link 15]

Der Winterschlaf beschränkt sich nicht nur auf die Wintermonate. WildtierökologInnen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna haben nun erstmals gezeigt, dass der Winterschlaf beim Siebenschläfer bereits im Juni und Juli beginnen kann. Das Phänomen tritt allerdings nicht jedes Jahr auf, sondern nur dann, wenn eine erfolgreiche Reproduktion und Jungenaufzucht nicht möglich ist. Tiere wählen dann das sichere Überleben im Winterschlafquartier.

Der Artikel „How to spend the summer? Free‑living dormice (Glis glis) can hibernate for 11 months in non‑reproductive years [Link 16]” von Franz Hoelzl, Claudia Bieber, Jessica S. Cornils, Hanno Gerritsmann, Gabrielle L. Stalder, Chris Walzer und Thomas Ruf wurde im Journal of Comparative Physiology B [Link 17] publiziert.

Hören Sie ein Interview zum Thema auf der Website [Link ] von RBB. (Links auf das Podcast Symbol klicken.)

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(Web-Redaktion am 8.9.2015)

 

Wo sich Fuchs und Mensch Gute Nacht sagen – Füchse vor allem im Westen Wiens gesichtet

Im Schlosspark Schönbrunn werden auch des öfteren Füchse gesichtet. (Foto (c) www.wienerwildnis.at)
Foto von Fuchs in Schönbrunn [Link 19]

Rund 300 Füchse im Stadtgebiet meldeten Wiens EinwohnerInnen der Internetplattform www.stadtwildtiere.at [Link 20] in den letzten drei Monaten. Die Meldungen belegen, dass Wildtiere nicht ausschließlich in entlegenen Wäldern, sondern immer häufiger auch in Städten leben. Wann und wo es in Wien wahrscheinlich ist, einen Fuchs zu treffen, hat die Wildtierökologin Theresa Walter vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie untersucht. Erste Analysen zeigen, dass Füchse vor allem in den westlichen Bezirken wie Hietzing und Penzing gesichtet werden, und das vor allem in der Nacht.

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(Web-Redaktion am 3.9.2015)

 

 

 

Europäische Feldhasen sind bei der Nahrungssuche wählerisch

Feldhasen brauchen Lebens- räume mit hoher Pflanzenvielfalt, wo sie fettreiche Gräser und Kräuter finden können. (Foto Jiří Nedorost_Lizenz
CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
Foto eines Feldhasen [Link 22]

Bilder vom Hasen im Kohlfeld finden sich in vielen Kinderbüchern.  Doch in Wirklichkeit haben europäische Feldhasen hohe Ernährungsansprüche, die sie in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft mit großflächigen Monokulturen oft nicht mehr decken können.  Hasen haben einen relativ hohen Energiebedarf. Anders als Kleinsäuger haben sie keine schützenden Erdhöhlen oder Nester, die ihnen bei der Regulierung der Körpertemperatur helfen würden.  Häsinnen bringen frühreife, rasch heranwachsende Junge zur Welt, die weitgehend schutzlos den Witterungsbedingungen ausgesetzt sind. Um ihre Jungen ausreichend mit Energie zu versorgen, geben Hasenmütter sehr fetthaltige Milch (mit mehr als 20% Fett). Besonders wichtig für Fortpflanzung und Überleben der Hasen scheinen mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur zeigten Forscher und Forscherinnen vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde nun, dass Hasen das ganze Jahr über fette Pflanzen, bzw. deren besonders fetthaltigen Teile, bevorzugen, aber erstaunlicherweise nicht Pflanzen mit hohem PUFA-Gehalt bevorzugen. Offenbar werden PUFA im Verdauungstrakt spezifisch extrahiert.  Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Förderung heterogener Kulturlandschaften mit hoher Pflanzenvielfalt und Brachen dem europaweiten Rückgang der Feldhasenpopulationen entgegenwirken könnte.

Der Artikel “The European Hare (Lepus europaeus): A Picky Herbivore Searching for Plant Parts Rich in Fat [Link 23]” von Stephanie Schai-Braun, Thomas Reichlin, Thomas Ruf, Erich Klansek, Frieda Tataruch, Walter Arnold und Klaus Hackländer ist im Juli 2015 in der Zeitschrift PLOS ONE [Link 24] erschienen.

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(Web-Redaktion am 1.9.2015)

 

Wildschweine auf dem Vormarsch – Klimaerwärmung fördert Populationswachstum

Wildschweine produzieren im Vergleich zu anderen Huftieren ungewöhnlich viele Jungtiere. (Foto: Sebastian Vetter/Vetmeduni Vienna)
Foto von Wildschweinfrischlingen mit Mama [Link 26]

Die Wildschweinpopulation in Europa wächst. Warum das so ist, war bisher unklar. Sebastian Vetter und KollegInnen vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie haben nun herausgefunden, dass die Klimaerwärmung dabei eine wichtige Rolle spielt. Nach milden Wintern wächst die Zahl der Wildschweine besonders stark. Auch die verfügbare Nahrung ist ausschlaggebend. Nach Jahren mit besonders hohen Bucheckernerträgen gibt es auch mehr Wildschweine. Vetter und das Wildschwein-Forschungsteam des FIWI möchten der Sache in Zukunft noch weiter auf den Grund gehen.

Der Artikel „What Is a Mild Winter? Regional Differences in Within-Species Responses to Climate Change [Link 27]" von Sebastian G. Vetter, Thomas Ruf, Claudia Bieber und Walter Arnold wurde im Journal Plos One [Link ] veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 12.8.2015)

 

Da liegt der Hase im Pfeffer

Viele Faktoren können zum Tod von Feldhasen beitragen. (Foto "Feldhase, Lepus europaeus 4a" von F. Böhringer - Lizenz CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons)
Foto von einem laufenden Feldhasen [Link 29]

Vor einigen Jahren gab es einen plötzlichen und dramatischen Rückgang der Feldhasen auf der deutschen Nordseeinsel Pellworm.  Auf Pellworm liegt eines der besten Niederwild-Jagdreviere in Norddeutschland, und die Hasenpopulation war lange stabil.  Das Massensterben ging mit ausgeprägten Lebensraumveränderungen einher, vor allem ein Übergang zur intensiven Maisproduktion für Bio-Sprit.  Dies führte einerseits zum Verlust von Lebensraum für die Hasen, und andererseits zu einer erhöhten Umweltbelastung mit Krankheitserregern durch erhöhte Düngung.  Annika Posautz hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und anderen Forschungsinstituten ein langfristiges Gesundheitsmonitoring der Pellworm Hasenpopulation durchgeführt.  110 tote Hasen wurden pathologisch untersucht.  Das auffallendste Ergebnis war eine Verschiebung in der Darmbakterienflora der Hasen - sie waren massiv von zwei häufig vorkommenden Bakterienarten besiedelt - und eine hohe Inzidenz von Parasitenbefall des Darmtraktes.

Die AutorInnen kamen zu dem Schluss, dass die Lebensraumveränderungen im Zusammenspiel mit anderen Stress-Faktoren, wie z.B. Schlechtwetter, das Immunsystem der Tiere geschwächt und sie so für häufige Bakterien und Parasiten, welche unter besseren Umständen keine so tödlichen Folgen hätten, angreifbar gemacht haben.

Der Artikel “Health screening of free-ranging European brown hares (Lepus europaeus) on the German North-Sea island Pellworm [Link 30]” ist im August 2015 online in der Zeitschrift Acta Veterinaria Scandinavica [Link 31] erschienen.

(Web-Redaktion, 6.8.2015)

 

Stress-Check für Alpine Gämsen - Test eines gut etablierten Verfahrens

Individuelle Gämsen scheiden verschiedene Mengen des Stresshormons Cortisol aus. Bei der Interpretation der Daten ist Vorsicht geboten. (Foto C. Walzer)
Foto einer laufenden Gämse

Die Messung von Stress bei Tieren wurde in den letzten Jahren oft verwendet, um das tierische Wohlbefinden zu beurteilen. Der Pegel von Stresshormonen (z.B. Glucocorticoide, wie Cortisol) kann relativ einfach und kostengünstig und vor allem nicht-invasiv durch die Untersuchung von Ausscheidungen gemessen werden. Aus diesem Grund analysieren Forschende oft fäkale Hormon-Metaboliten, um Stress oder Reproduktionsstatus bei vielen Arten zu festzustellen.

Jetzt haben Wissenschafterinnen und Wissenschafter vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und dem Institut für Medizinische Biochemie der Vetmeduni Vienna diese Methode bei frei lebenden Wildtiere auf die Probe gestellt. Sie fanden heraus, dass fäkale Cortisolmetaboliten massiv durch diverse Faktoren beeinflusst werden, und vor allem einzelne Tiere unterschiedliche Cortisolausscheidung produzieren. Für Feldforschende bedeutet dies, dass dieses Tool exquisit kontextspezifisch ist und eine sorgfältige Planung des Probenahmeverfahrens erfordert, sowie noch mehr Vorsicht bei der Interpretation der Daten.

Der Artikel “Faecal cortisol metabolites to assess stress in wildlife: Evaluation of a field method in free ranging chamois [Link 32]”  von Ulrike Hadinger, Agnes Haymerle, Felix Knauer, Franz Schwarzenberger und Chris Walzer wurde am 20. Juli 2015 online in der Zeitschrift Methods in Ecology and Evolution [Link 33] veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 4.8.2015)

 

Ökophysiologie von Omega-Fettsäuren: Ein passender Deckel für jeden Topf

Die Funktion von Proteinen in Zell- membranen (grün) wird offenbar von der situations- abhängigen Fettsäurezusammen- setzung beeinflusst. (Grafik (c) FIWI)
Grafische Darstellung der Membranfunktion [Link 35]

Aus einer schier unübersehbaren Menge an wissenschaftlichen Artikeln zur Funktion von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die alle Tiere mit der Nahrung zu sich nehmen müssen (Omega-Fettsäuren), hat das FIWI in einem Übersichtsartikel, zu dem es von der renommierten Zeitschrift „Physiology“ eingeladen wurde, neue Hypothesen zur Funktion dieser Fettsäuren generiert, die für die künftige Forschung in der Medizin und Wildtierbiologie bedeutend sind.

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die optimale Fettsäurezusammensetzung in Zellmembranen offenbar situationsabhängig ist und unabhängig von der unmittelbaren Aufnahme von Omega-Fettsäuren mit der Nahrung reguliert wird. Diese völlig neue Sichtweise eröffnet vielversprechende Perspektiven für die zukünftige Forschung. Der Artikel “Ecophysiology of Omega Fatty Acids: A Lid for Every Jar [Link 36]” von Walter Arnold, Sylvain Giroud, Teresa Valencak, und Thomas Ruf ist im Mai 2015 in der Zeitschrift  Physiology erschienen.

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(Web-Redaktion am 21.7.2015)

 

Zellen im Takt – Menschliche Zellen verändern sich im Tagesverlauf

Menschliche Zellmembranen sind morgens anders zusammengesetzt als abends. (Foto: Susanne Schwaiger)
Foto von einem Sonnenuntergang am Meer [Link 38]

Leben unterliegt natürlichen Rhythmen wie beispielsweise dem Tag- und Nachtrhythmus oder jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Forscher vom FIWI haben nun gezeigt, dass sich auch menschliche Zellmembranen je nach Tageszeit anders zusammensetzen. Diese zyklischen Veränderungen in den Zellmembranen könnten Gesundheit und Krankheit wesentlich mit beeinflussen. Es könnte sein, dass sich daraus auch erklärt, warum bestimmte Krankheiten und Todesfälle tageszeitabhängig auftreten. Möglicherweise ist es nicht nur wichtig gesundheitsfördernde Omega-3-Fettsäuren in Fischöl oder Ölsäure in Olivenöl in ausreichenden Mengen zu sich zu nehmen, sondern auch den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wollen die Forscher in Zukunft herausfinden. Der Artikel  „Daily and Seasonal Rhythms in Human Mucosa Phospholipid Fatty Acid Composition [Link 39]” von Thomas Ruf und Walter Arnold wurde in der internationalen Zeitschrift Journal of Biological Rhythms veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 20.7.2015)

 

Der Mensch und die Natur – gibt es den dualistischen Naturschutzgedanken in Europa wirklich?

Foto einer Landschaft mit See [Link 41]
Die enge Vernetzung von Kultur und Natur in Europa ist zwar kompliziert, aber auch bereichernd und hat es geschafft eine Vielzahl von Landschaftstypen und Tierarten auf Landschaftsebene zu erhalten bzw. deren Wiederkehr zu ermöglichen. (Fotos P. Kaczensky)
Foto von Pferden auf alpiner Weide [Link 42]

Es gibt zwei klassische Ansätze im Naturschutz: der dualistische Ansatz der Kultur und Natur strikt trennt und der integrative Ansatz der Kultur und Natur vereint. Aber spiegelt sich diese klassische Trennung im Naturschutz in Europa auch tatsächlich wieder? An Hand von Beispielen aus dem Landschafts-, Arten-, und Schutzgebietsmanagements zeigen die Autoren eines kürzlich in der Zeitschrift Conservation Biology erschienen Artikels, dass der Naturschutz in Europa viel pragmatischer ist und die strikte Trennung von Natur und Kultur keineswegs klar definiert ist.  Die Grenzen zwischen „wild“ und „domestiziert", Schutzgebieten und dem Umland sind unscharf und verändern sich im Laufe der Zeit und als Ausdruck des gesellschaftlichen Zeitgeistes. Auf Landschaftsebene vereinigen die praktischen und rechtlichen Vorgaben im Naturschutz in Europa Mensch und Natur, z.B. indem sowohl Kulturlandschaften als auch Naturnutzung als schützenswert angesehen werden oder Artenschutzbestimmungen über Schutzgebietsgrenzen hinweg und unabhängig von Besitzverhältnissen gelten. Zunehmend wird aber auch mehr Wert auf Wildnis – Gebiete in denen natürliche Prozesse ohne direkten Einfluss des Menschen ablaufen können – gelegt, wobei diese nur einem kleinen Teil Europas ausmachen. Für die Zukunft des Naturschutzes in Europa ist es wichtig die Vielschichtigkeit des Wertes „Natur“ zu erkennen und in Planung und Umsetzung von Naturschutzprojekten zu berücksichtigen. 

Der Artikel "Framing the relationship between people and nature in the context of European conservation [Link 43]" von John D. C. Linnell, Petra Kaczensky, Ulrich Wotschikowsky, Nicolas Lescureux und Luigi Boitani ist in der internationalen Zeitschrift Conservation Biology erschienen.

(Web-Redaktion am 2.6.2015)

 
 

Tag der offenen Tür im Jubiläumsjahr der Vetmeduni Vienna

Das Department für Integrative Biologie und Evolution war in der Aula mit vielen interessanten Stationen vertreten. (Foto Vetmeduni Vienna/ Dept.5)
Foto von Dept. 5 Ecke am Vetmeduni Tag der offenen Tür 2015 [Link 44]

Die Vetmeduni Vienna feiert 2015 ihren 250. Geburtstag. Der Tag der offenen Tür im Jubiläumsjahr war deshalb ein besonderer Höhepunkt. Am 30.5. öffnete die Universität ihre Forschungseinrichtungen, Institute und Universitätskliniken für BesucherInnen. Der Campus in Wien Floridsdorf wurde zum Treffpunkt für Tierfreunde, Forschungsbegeisterte, Studieninteressierte und Kinder. 5.330 BesucherInnen tummelten sich an diesem Tag auf dem Universitätsgelände.  Auch das Department für Integrative Biologie und Evolution war mit seinen beiden Instituten, dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und dem Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung mit vielen interessanten Einblicken in die Wildtierforschung vertreten. 

Zur Bildergallerie [Link 45]

(Web-Redaktion am 1.6.2015)

 

Neue Plattform zur Wildtierbeobachtung in Wien gestartet

Rotfüchse fühlen
sich in Wien wohl. (Foto: www.wienerwildnis.at)
Foto eines Fuchses in einem Park [Link 46]

Wildtiere erobern nach und nach den städtischen Raum. Um zu erheben, wo genau und vor allem welche Tierarten sich in Wien ansiedeln, etablierten Forschende der Vetmeduni Vienna die Internetplattform „StadtWildTiere“ in Wien. Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna hat diese ursprünglich vom Verein StadtNatur entwickelte Plattform für Österreich ins Leben gerufen und lädt interessierte NaturbeobachterInnen ein, am Citizen Science Projekt mitzuwirken. Die Beobachtungen fließen in Forschungsprojekte [Link 47] ein und können online auf Karten abgerufen werden.

Mehr Info [Link 48]

Link zur Website StadtWildTiere [Link 49]

(Web-Redaktion am 29.5.2015)

 

Ausstellung "Consequential Choices - Versions of Atlas Making"

Einladungs-Grafik (c) 2015 Pepa Bugueiro Domingo
Einladungsbild [Link 50]

Die Ausstellung "Consequential Choices - Versions of Atlas Making [Link 51]" im Angewandte Innovation Laboratory (Franz Josefs Kai 3, Eingang  Wiesingerstraße 9, 1010 Wien) wurde am 26.5. eröffnet. Die Ausstellung präsentiert Werke des Jahrgangs 2014/15 des Art & Science Master´s Programmes an der Universität für Angewandte Kunst.  Thema des Kunstprojekts war die Bearbeitung der Frage, was passiert wenn die Produktion eines wissenschaftlichen Atlas durch die Einwirkung von künstlerischen Entscheidungen  in Kraft gesetzt wird?  Das Art & Science Master Programm wird wissenschaftlich von Prof. Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie beraten.  Die Ausstellung kann vom 27.5.– 2.6.2015, Mo bis Fr von 11:00 – 20:00 besichtigt werden.

(Web-Redaktion am 28.5.2015)

 

Energie und Natur in den Alpen: Ein Balance-Akt

Die Podiumsdiskussion zum Thema "Erneuerbare Energie und Naturschutz im Oberallgäu – ein Widerspruch?" war gut besucht. (Foto (c) CIPRA)
Foto der recharge.green Schlusstagung [Link 52]
Die Konferenzteilnehmer beteiligten sich aktiv an der Diskussion. (Foto (c) CIPRA)
Foto von Teilnehmern bei der Tagung [Link 53]

Wenn wir Wasser, Biomasse, Wind und Sonne zur Erzeugung von Energie in den Alpen, profitiert das die ganze Klima. Doch die Produktion von erneuerbarer Energie kann auch negative Auswirkungen auf die verschiedenen Dienstleistungen haben, die von der Natur bereitgestellt werden, wie sauberes Wasser und Luft, Kohlenstoffbindung, und Erholungsmöglichkeiten.  Das recharge.green Projekt hat Methoden zur Entscheidungsfindung entwickelt, die bei der nachhaltigen Nutzung von Landschaften helfen sollen.  Vor allem sollen Biodiversität und naturnahe Ökosysteme so erhalten bleiben, dass sie auch weiterhin ihre den Menschen nutzbringenden Funktionen erfüllen können.  Der Ausbau erneuerbarer Energien sollte dabei sorgfältig geplant werden.  Bei der Schlusstagung in Sonthofen, Bayern, am 21. und 22.5.2015 präsentierten die Projektpartner aus dem Alpenraum die Ergebnisse des recharge.green Projekts und luden Teilnehmer zur Diskussion ein. 

Mehr Info zum Projekt [Link 54]

Zusammenfassung der Ergebnisse durch Projektpartner IIASA [Link 55]

(Web-Redaktion am 25.5.2015)

 

Der neue FIWI Jahresbericht 2014 ist da

FIWI Jahresbericht 2014
Coverbild Jahresbericht 2014 [Link 56]

Zum Herunterladen bitte auf das Bild klicken.  Alle Jahresberichte finden Sie auch auf unserer Infoseite [Link 57].

 

Haare als Zeitmesser - Schweifhaare geben Aufschluss über Lebensweise von Pferden

Eine Przewalski Stute mit ihrem Fohlen in der Mongolischen Gobi Wüste. (Foto: Martina Burnik Šturm)
Foto von Przewalski-Pferd Stute mit Fohlen [Link 58]

Ernährung und Lebensstil lassen sich in Haaren chemisch nachweisen. Bei Pferden eignen sich dafür besonders die Schweifhaare, weil sie lang sind und deshalb über einen langen Zeitraum Auskunft geben. Welchem Zeitraum ein Zentimeter Haar entspricht, ist allerdings schwer zu sagen. Haare wachsen nicht bei jedem Pferd gleich schnell. Dieses Problem haben Petra Kaczensky und Martina Burnik-Sturm vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde nun gelöst. Sie entwickelten eine Methode, mit der einzelne Haarabschnitte Jahreszeiten zugeordnet werden können und somit auch einer Zeitspanne. Die Ergebnisse sind im Journal Rapid Communications in Mass Spectrometry [Link 59] nachzulesen.  

Mehr Info [Link 60]

(Web-Redaktion am 7.5.2015)

 

Die besten LIFE Nature Projekte 2014

Logo Best LIFE Umweltprojekte [Link 61]
Ungarische Wiesenotter (Foto copyright Laszlo Meszaros/The Carpathian Basin Digital Collection of Species)
Bild einer ungarischen Wiesenviper [Link 62]

Die "Besten der Besten" sind LIFE-Projekte, die als am inspirierendsten bewertet wurden. Sie werden sorgfältig von Umweltexperten nach strengen Kriterien ausgewählt. Die "Best of the Best" Gewinner für das Jahr 2014 [Link 63] wurden gerade angekündigt.  Darunter ist auch das LIFE Nature Projekt zum Schutz der ungarischen Wiesenviper [Link 64], bei welchem FIWI MitarbeiterInnen Petra Kaczensky, Chris Walzer, und Gerhard Fluch mitgewirkt haben.  Die ungarische Wiesenotter (Vipera ursinii rakosiensis) ist auf der Roten Liste bedrohter Tierarten mit dem Bedrohungsstatus "vulnerable" gelistet.  Das Projekt erhöhte die Fläche des von den Vipern bevorzugten Grünlandlebensraumes um mehr als 400 ha und siedelte dort mehrere hundert in Menschenobhut gezüchtete Vipern wieder an.  Derzeit ist das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an einem neuen LIFE Nature Projekt zum Populations-Management und Schutz von Braunbären im nördlichen Dinarischen Gebirge und in den Alpen [Link 65] beteiligt.

(Web-Redaktion am 29.04.2015)

 

Vetmeduni Success Stipendium geht an FIWI Forscher

Preisverleihung durch Rektorin Sonja Hammer- schmid und Vizerektor Otto Doblhoff-Dier. Rechts im Bild Nikolaus Huber (Foto: Ernst Hammerschmid / Vetmeduni Vienna)
Foto von Nikolaus Huber bei der Preisverleihung [Link 66]

Veterinärmediziner Nikolaus Huber ist einer der drei diesjährigen PreisträgerInnen des Vetmeduni Success Stipendiums und erhält eine Förderung von 15.000 Euro für das Verfassen seiner Dissertation.  Nikolaus Huber schreibt seine Dissertation am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie unter dem Titel „Erwachen, um zu kämpfen“. Er untersucht, wie sich Infektionen auf den Schlaf-Wachrhythmus während des Winterschlafs beim Gartenschläfer auswirken. Betreut wird die Arbeit von Thomas Ruf vom FIWI und Armin Saalmüller vom Institut für Immunologie der Vetmeduni.

(Web-Redaktion am 30.03.2015)

 

Unsere Wildtierforscherin wird Assistenzprofessorin

Teresa Valencak forscht von nun an als Assistenzprofessorin. (Foto: Ernst Hammerschmid)
Foto von Teresa Valencak

Teresa Valencak erhielt im Dezember 2014 eine von vier Qualifizierungsstellen an der Vetmeduni Vienna. Die promovierte Zoologin erhielt bereits im vergangenen Jahr die Lehrbefugnis für das Fach Wildtierbiologie. Sie lehrt und forscht am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie.  Seit 2013 gibt es an der Veterinärmedizinischen Universität Wien sogenannte Qualifizierungsstellen. Mit diesen Positionen soll der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert und auf eine Forschungskarriere an der Universität vorbereitet werden. Qualifizierungsstellen ermöglichen JungforscherInnen in ihrem Fachbereich Führungserfahrung zu sammeln und später als ProfessorIn tätig zu werden. Am FIWI leitet Teresa Valencak den Arbeitsbereich Experimentelle Biologie.

Mehr Info [Link 67]

(Web-Redaktion am 16.03.2015)

 

Sakerfalken nehmen Nisthilfen auf Strommasten gut an

Der Sakerfalke gehört weltweit zu den gefährdetsten Greifvogelarten. Er zählt zu den größten und schwersten Arten innerhalb der Unterfamilie der Eigentlichen Falken. (Foto: Richard Zink/Vetmeduni Vienna)
Foto eines jungen Sakerfalken [Link 68]

BirdLife, die Austrian Power Grid AG (APG) und das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna betreiben seit Jahren ein Sakerfalken-Artenschutzprojekt. Im Rahmen des Projekts werden Nisthilfen auf Strommasten im Burgenland und in Niederösterreich montiert. Die Brutplätze scheinen sehr beliebt zu sein. 2014 wurde ein neues Rekordjahr: 31 Sakerfalken-Brutpaare brachten es auf 47 Jungvögel. Und die neue Brutsaison 2015 hat bereits begonnen. Die bedrohte Vogelart ist in Österreich wieder heimisch.

Mehr Info [Link 69]

Zum Sakerfalken-Video [Link 70]

(Web-Redaktion am 10.3.2015)

 

Ein gefundenes Fressen: "Fast food" für Meister Petz

Slowenische Braunbären haben es leicht mit der Nahrungssuche. (Foto: Petra Kaczensky)
Foto eines Braunbären im Wald [Link 71]

Die Verfügbarkeit und Qualität des Nahrungsangebotes sind wichtige Einflußfaktoren für das Verhalten und die Populationsdynamik von Wildtieren. In vielen europäischen Ländern werden Braunbären zu Jagdzwecken oder zum Abwenden von Schäden mit Futter versorgt, so auch in Slowenien. Diese Managementmaßnahme ist jedoch teuer und nicht unumstritten, da die Auswirkungen auf die Bären nur ungenügend erforscht sind. Petra Kaczensky vom FIWI/Vetmeduni Vienna und KollegInnen des Biotechnischen Instituts und des Forstinstitutes der Universität von Ljublana wollten genauer wissen, welche Rolle die Zufütterung durch den Menschen für den Energiehaushalt der Bären und das Auftreten von Bärenschäden spielt.  Sie analysierten mehr als 700 Kotproben aus drei verschiedenen Regionen in Slowenien und fanden einen hohen Anteil an zugefütterter Nahrung im Energiehaushalt der Bären.  Die Autoren warnen außerdem, dass durch das ungezielte Zufüttern von Bären nicht unbedingt mit einer Reduzierung von Konflikten zwischen Menschen und Braunbär zu rechnen ist.  Der Artikel „Fast food bears: brown bear diet in a human-dominated landscape with intensive supplemental feeding [Link 72]“  ist in der Januar 2015 Ausgabe der Zeitschrift Wildlife Biology [Link 73] erschienen.

Mehr Info [Link 74]

(Web-Redaktion am 8.1.2015)

  

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