Erste wissenschaftliche Analyse der stabilen Isotope in Niederschlag in der mongolischen Wüste

Die stabilen Isotope im Bij Fluss in der dschungarischen Gobi Steppe sind nun auch in der internationalen Isotopen Datenbank verfügbar. (Foto Martina Burnik Sturm, Vetmeduni Vienna)
Bild des Bij Flusses in der Mongolei [Link 1]

Stabile Isotope (Atome desselben Elements mit der gleichen Anzahl von Protonen, aber einer unterschiedlicher Anzahl von Neutronen im Kern und damit mit unterschiedlichen Massen) zeichnen forensische Signale auf, die in großem Maßstab mit landschaftlichen Mustern verbunden werden können (z.B. an Land Strontium-, Schwefel-, Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope, und im Wasser Sauerstoff- und Wasserstoffisotope). Zu Lebzeiten speichert jeder Organismus stabile Isotope, die aus Nahrung und Wasser aufgenommen werden, im Körpergewebe ab.  Durch eine Analyse dieser Gewebe können WissenschafterInnen somit wertvolle Informationen abrufen, z.B. wo die untersuchten Organismen gelebt haben, welche Migrationen sie durchgemacht haben,  und was sie gegessen haben.

Im letzten Jahrzehnt wurden die globalen Wasserstoff und Sauerstoff-Isotopenmuster von Niederschlägen zunehmend in Studien zur Wildtierbewegungen verwendet, aber auch in der Forensik, in der Lebensmittel-Authentifizierung und in Studien zur Rückverfolgbarkeit.   Allerdings gibt es derzeit Aufzeichnungen der stabilen Isotopenzusammensetzung von Niederschlägen die über ein oder mehrere Jahre gehen nur für ein paar hundert Standorte weltweit. Solche Daten dienen als Grundlage für die Modellierung der globalen Muster von Wasserisotopen in Niederschlag. Daten für die Mongolei sind besonders knapp;  für die Dschungarische Gobi gab es überhaupt keine bis Martina Burnik Šturm und Petra Kaczensky vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und KollegInnen diese Lücke schließen konnten, indem sie die ersten feldbasierte Daten aus dieser extrem trockenen Umgebung auf Wasserstoff- und Sauerstoffisotopenwerte der Niederschläge sowie Flüsse und verschiedene andere Gewässer sammelten und aufbereiteten.

Die Ergebnisse ihrer Analysen weisen auf eine Diskrepanz zwischen den modellierten und gemessenen Isotopenwerten  im Untersuchungsgebiet und unterstreichen damit wie schwierig es ist,  Isotopenwerte für Bereiche mit solchen extremen klimatischen Bedingungen zu modellieren. Die Autoren betonen, wie wichtig es ist, langfristig feldbasierte Daten zu sammeln.

Die Ergebnisse fließen in die Datenbank des "Global Network of Isotopes in Precipitation [Link 2]" ein, die für eine Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen als unverzichtbare Sammlung von Informationen dient.

Der Forschungsartikel "First field-based observations of δ2H and δ18O values of event-based precipitation, rivers and other water bodies in the Dzungarian Gobi, SW Mongolia [Link 3]" von Martina Burnik Šturm, Oyunsaikhan Ganbaatar, Christian C. Voigt, und Petra Kaczensky wurde  in der Zeitschrift Isotopes in Environmental and Health Studies [Link 4] veröffentlicht.

(Web-Redaktion am 14.10.2016)

  

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