Die geheime Fracht der Stechmücken

Mit speziellen Fallen werden Stechmücken in ganz Österreich gesammelt. Ob und welche Krankheitserreger sie in sich tragen, wird im Labor untersucht. (Foto: Carina Zittra / Vetmeduni Vienna)

Jüngste Forschungsergebnisse der Vetmeduni Vienna zeigen, dass der Parasit Dirofilaria repens in Österreich eingeführt wurde und sich etablieren konnte. In Stechmücken aus dem Burgenland fanden die ForscherInnen die Larven des Parasiten. Die infizierten Stechmücken sind möglicherweise über Ost- und Südeuropa nach Österreich eingewandert. Die Forschungsergebnisse sind im Journal Parasites & Vectors veröffentlicht.

Der Parasit Dirofilaria repens ist ein Fadenwurm, der in erster Linie das Unterhautgewebe von Hunden befällt und dort Hautknoten, Schwellungen und Juckreiz verursacht. Neben Hunden können  auch Katzen, Füchse, Wölfe und Marder  von einer Infektion betroffen sein. „Beim Menschen wurden  seit dem Jahr 2000 rund 16 Fälle von humaner Dirofilariose dokumentiert, die Dunkelziffer liegt aber in jedem Fall darüber“, so die Erstautorin Katja Silbermayr. Der Mensch ist jedoch ein sogenannter Fehlwirt, in ihm pflanzt sich der Parasit nicht fort und stellt keine große Gefahr dar.

Österreichweites Screening offenbarte Dirofilarien im Burgenland

ExpertInnen vom Institut für Parasitologie untersuchten im Jahr 2012 rund 8.000 Stechmücken aus ganz Österreich. Dirofilaria repens fanden sie in zwei Ortschaften: In Mörbisch und Rust am Neusiedlersee.

Die Forschenden gehen davon aus, dass sich Dirofilaria repens in Österreich weiter ausbreiten wird. In Spanien, Portugal, Italien, Kroatien, Ungarn und Slowenien ist der Parasit schon weit verbreitet. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis wir in Österreich auch in größerem Umfang betroffen sein werden.

Mehr dazu in der Presseinformation. [Link 1]

 

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