Zweiter Kurs für Kryo-Konservierung an der Vetmeduni Vienna

Im Kryokurs des European Mutant Mouse Archive (EMMA) lernen Forschende von ExpertInnen der Vetmeduni Vienna, wie Thomas Rülicke, den richtigen Umgang mit tiefgefrorenen Proben. (Foto: Georg Mair/Vetmeduni Vienna)

Kryokurs

Vom 5. bis 9. September 2016 fand zum zweiten Mal einer der international gefragten Kryokonservierungskurse des Europäischen Netzwerks für die Archivierung mutierter Mäuse, dem European Mutant Mouse Archive (EMMA), am Institut für Labortierkunde der Vetmeduni Vienna statt (Vienna Cryocourse). Die Kryokonservierung ermöglicht die Archivierung wichtiger Mauslinien. Der Versand von kryokonservierten Mausspermien und -embryonen reduziert die Anzahl lebend verschickter Tiere. EMMA unterstützt diese Entwicklung mit speziellen Trainingskursen für Forschende zum Umgang mit tiefgefrorenen Proben im Laboralltag. Dieses Jahr kamen die TeilnehmerInnen aus Österreich, Ungarn, Spanien, Belgien, Italien und Israel.

Das European Mouse Mutant Archive (EMMA) sammelt und verschickt tiefgefrorene Spermien und Embryonen unterschiedlicher Mausstämme. Das ersetzt den Lebendversand und die langfristige Haltung der Tiere. Damit dieses Konzept Erfolg hat, bieten Standorte von EMMA spezielle Kurse für die Gewinnung, Aufbewahrung und Revitalisierung dieser tiefgefrorenen Proben an. Vom 5. bis 9. September 2016 fand einer dieser international gefragten Kurse am Institut für Labortierkunde der Vetmeduni Vienna statt.

Nach Monterotondo in Italien, Harwell in Großbritannien und Madrid in Spanien fand dieses Jahr zum zweiten Mal ein Kurs an der Vetmeduni Vienna, dem österreichischen EMMA-Knoten, statt. TeilnehmerInnen aus Österreich, Ungarn, Spanien, Belgien, Italien und Israel wurden fünf Tage lang durch die ExpertInnen des Instituts für Labortierkunde im richtigen Umgang mit den Methoden zur Kryokonservierung und dem Embryotransfer bei Mäusen geschult.

Augenmerk auf Arbeitsalltag

Besonderes Augenmerk legten die ExpertInnen der Vetmeduni Vienna auf die praktische Schulung der teilnehmenden Forschenden. „Wir haben den Arbeitsalltag im Labor komplett nachgestellt. Damit können wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig von ihrem Ausbildungsstand optimal auf die Arbeit mit kryokonservierten Proben vorbereiten“, erklärt Auke Boersma, EMMA-Archivmanager der Vetmeduni Vienna, das Trainingskonzept. Der Kurs lässt laut Thomas Rülicke, dem Leiter des Instituts für Labortierkunde, auch Zeit für grundlegende Themen, wie den richtigen Umgang mit den Tieren. „Forschende, die noch wenig mit Mäusen gearbeitet haben, werden von uns entsprechend eingeschult.“ Der schonende Umgang mit den Tieren im Versuch, ist Grundlage für gute, experimentelle Resultate.

Der Kurs bot auch erfahrenen TeilnehmerInnen viel Neues und die Gelegenheit sich mit KollegInnen anderer Forschungseinrichtungen zu vernetzen. Das liegt auch im Interesse von EMMA und bietet dem Institut für Labortierkunde zukünftige, wertvolle Kooperationsmöglichkeiten.

EMMA senkt Lebendversand

Seit mittlerweile fünfzehn Jahren kümmert sich das European Mouse Mutant Archive EMMA um die Archivierung und den Versand von tiefgefrorenen Mausspermien und –embryonen an interessierte Forschungsgruppen. Die Vetmeduni ist seit 2009 aktives Mitglied des Netzwerkes. Die schnelle Verfügbarkeit wertvoller Mausmodelle ist eine wichtige Ressource für die biomedizinische Forschung. Die Bereitstellung archivierter Mausmodelle reduzierte seither kontinuierlich den mit Stress verbundenen Transport lebender Mäuse. Alle in EMMA gelagerten Mausmodelle sind über die Website www.infrafrontier.eu [Link 1] weltweit abrufbar.

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