AGES und Vetmeduni Vienna: Gemeinsam gegen hochansteckende Tierseuchen

Kooperation für Tiergesundheit (v. li.): AGES-Geschäftsführer Wolfgang Hermann, Ulrich Herzog, Chief Veterinary Officer vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Petra Winter, designierte Rektorin Vetmeduni Vienna (Foto: © Peter Nemenz/AGES)

Kooperation für Tiergesundheit (v. li.): AGES-Geschäftsführer Wolfgang Hermann, Ulrich Herzog, Chief Veterinary Officer vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Petra Winter, designierte Rektorin Vetmeduni Vienna (Foto: © Peter Nemenz/AGES)

VetAustria: Kooperation von Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF), AGES - Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und Veterinärmedizinischer Universität Wien bei der Erforschung, Überwachung und Bekämpfung von Tierkrankheiten

Manchen Tierseuchen wurde in Europa in der Vergangenheit kaum Beachtung geschenkt, weil sie als Tierkrankheiten des afrikanischen Kontinents galten. Heute stehen diese vormaligen „Exoten“ wie die Lumpy Skin Disease, die Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit vor den heimischen Stalltoren oder sind schon eingetreten. Um diese Krankheiten besser verstehen zu können, gehen die Veterinärmedizinische Universität Wien und die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, eine Kooperation zur Erforschung dieser Tierseuchen ein, damit sie rechtzeitig erkannt werden können, noch bevor sie zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen.

In der Regel für den Menschen harmlos, sind diese Krankheitserreger für Tiere hochansteckend und tödlich. Daher ist für Forschungsprojekte zu diesen Erregern eine spezielle Infrastruktur notwendig: Das Zentrum biologische Sicherheit Mödling als eines der modernsten Tierseuchen- und Zoonosenlabors in Europa bietet diese Voraussetzungen: Es wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen in den Jahren 2012 bis 2015 am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling errichtet und in Betrieb genommen. In diesem Labor können virologische, bakteriologische, pathologische, serologische und molekularbiologische Untersuchungen bis zur Sicherheitsstufe BSL3+ durchgeführt werden. Es bestehen bereits Kooperationen mit nationalen und internationalen Organisationen wie z. B. mit dem Animal Production and Health Laboratory der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA). „Mit der nun eingeleiteten Kooperation zwischen Veterinärmedizinischer Universität Wien und der AGES bündeln wir unsere Kompetenzen in Forschung und Diagnostik und können so vorhandene Synergien noch besser nutzen“, sagt AGES-Geschäftsführer Wolfgang Hermann. Otto Doblhoff-Dier, Vizerektor für Forschung und internationale Beziehungen der Veterinärmedizinischen Universität: „Mit diesem Kooperationsvertrag und der daraus entstandenen Synergie ist es der Vetmeduni Vienna möglich, wichtige Forschungsprojekte mit pathogenen Erregern unter optimalen Bedingungen durchzuführen. Ich begrüße es sehr, dass wir damit die Zusammenarbeit in diesem Bereich intensivieren können.“

VetAustria: Kooperation BMGF-AGES-Vetmeduni Vienna

Die erfolgreiche Kooperation „VetAustria“ zwischen BMGF, AGES und Vetmeduni Vienna wurde um weitere vier Jahre verlängert. Fachliche Schwerpunkte dieser Zusammenarbeit sind die laufende Evaluierung sowie Optimierung von Bekämpfungs- und Präventionsstrategien und damit verbundener Überwachungsprogramme, die Risikobewertung von Tierseuchen und Zoonosen, die Entwicklung von Grundlagen der ökonomischen Bewertung von Tierkrankheiten, Tierseuchen und Zoonosen, die Minimierung der Risiken aus der Tierhaltung und die Anwendung von epidemiologischen Methoden im Veterinärwesen.

Ein Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung von Grundlagen und Alternativen der Überwachung und Kontrolle von Tierseuchen und Zoonosen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen Epidemiologie, Modellierung, Simulation und Risikobewertung mit Schwergewicht auf ökonomische Bewertung. „Die Grundlagenforschung befasst sich mit relevanten Problemstellungen im Veterinary Public Health-Bereich“, sagt Ulrich Herzog, Chef-Veterinär der Republik Österreich. So wird beispielsweise seit 2010 eine lückenlose Erfassung der verkauften Mengen von Tierarzneimitteln für die Nutztiermedizin, die Antibiotika enthalten, durchgeführt. Auf dieser Grundlage können Strategien zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes entwickelt werden, die wiederum essenziell im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sind. Weitere Forschungsthemen betreffen grundlegende Problemstellungen im öffentlichen Veterinärbereich wie z. B. Maßnahmen zur „Biosecurity" und Tierhygiene oder die statistische Modellierung und Risikobewertung von Tierseuchen und infektiösen Tierkrankheiten. „Mit der Zuerkennung der amtlich anerkannten Tierseuchenfreiheit und der Gewährung von Zusatzgarantien sind Erleichterungen für die heimische Viehwirtschaft sowie wirtschaftliche Handelsvorteile verbunden“, so Wolfgang Hermann.

"Die Veterinärmedizinische Universität Wien bringt ihr wissenschaftliches Know-how in der Bekämpfung und Prävention von Tierseuchen, Zoonosen und Antibiotikaresistenzen sowie zum Wissenstransfer mittels E-Learning in die Kooperation VetAustria ein. Die Expertise unseres Instituts für Öffentliches Veterinärwesen sowie aller kooperierenden Institute und Universitätskliniken der Vetmeduni Vienna fließt in die Erstellung und in die laufende Adaption des konkreten Arbeitsprogramms ein – zum Wohl von Tier und Mensch", so Petra Winter, designierte Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Erfolgreiche Bekämpfungs- und Überwachungsprogramme

Die Erhaltung des hervorragenden Tiergesundheitsstatus ist eines der Grundziele der österreichischen Veterinärbehörden. Die Überwa¬chung der Tiergesundheit und die Bekämpfung von Tierseuchen erfolgt auf Basis von EU-Recht und nationalem Recht sowie auf Empfehlungen des Internationalen Tierseuchenamtes (OIE). Österreich ist aufgrund von Bekämpfungs- und Überwachungsprogrammen amtlich anerkannt frei von bestimmten Krankheiten wie der Rindertuberkulose, der Rinderbrucellose, der Enzootischen Rinderleukose sowie der Brucellose der kleinen Wiederkäuer. Für weitere Krankheiten wie die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis, die Aujeszky‘sche Krankheit und Scrapie hat Österreich Zusatzgarantien von der EU erhalten. (red./AGES)

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