Staatlicher Würdigungspreis für Masterarbeit von Rouven Schulz

Der Preisträger des staatlichen Würdigungspreises 2016 für die Vetmeduni Vienna ist Biomedizin und Biotechnologie Masterstudent Rouven Schulz. (Foto: Medizinische Universität Wien)

Rouven Schulz

Die besten Diplom- und Masterarbeiten der österreichischen Universitäten werden jährlich vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Einer der Preisträger ist Rouven Schulz, der seine Ausbildung im Master-Studiengang Biomedizin und Biotechnologie der Vetmeduni Vienna absolviert hat. In seiner Arbeit untersuchte und identifizierte Schulz eine Antikörperbindungsstelle einer Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems.

Mit dem Würdigungspreis werden seit 1990 jährlich die 50 besten Diplom- und Masterabschlüsse an allen österreichischen Universitäten und Fachhochschulen ausgezeichnet. Der Staatspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) ist mit 3000 Euro dotiert. Preisträger der Vetmeduni Vienna für das Jahr 2016 ist Master-Student des Studiengangs Biomedizin und Biotechnologie, Rouven Schulz. Er absolvierte seine Arbeit am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien mit dem Titel „Identifizierung von Mimotopen für pathogene anti-Aquaporin 4 Autoantikörper in Neuromyelitis Optica mittels Phagen-Display“.

Immunsystem löst Erkrankung des Zentralnervensystems aus

Neuromyelitis Optica (NMO) ist eine Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems. Hauptsymptome sind Läsionen, Entzündungen, im Sehnerv und Rückenmark, die zu schweren Einschränkungen des Sehvermögens und der Mobilität führen. Ausgelöst wird die Entzündung durch Autoantikörper des Immunsystems, die sich gegen das körpereigene Eiweiß Aquaporin 4 (AQP4) richten. Drei bestimmte Bereiche des Proteins dienen den Antikörpern dabei als Erkennungsstellen, sogenannte Epitope. Welche dieser Stellen genutzt wird ist von Antikörper zu Antikörper unterschiedlich. Ob diese Spezifität im Zusammenhang mit dem Schweregrad der Erkrankung steht, ist noch unerforscht. Eine Charakterisierung der Bindestellen könnte allerdings einen Fortschritt für Diagnose, Prognose und Therapieplanung der Patienten bedeuten.

Identifikation von Antikörpern durch künstliche Erkennungsmerkmale

Schulz nutzte künstliche Nachahmungen der Epitope, sogenannte Mimotope, um festzustellen, an welches Erkennungsmerkmal von AQP4 die unterschiedlichen Autoantikörper binden. Die Mimotope werden dazu in speziellen Viren, den Bakteriophagen, exprimiert und letztendlich an deren Oberfläche den möglichen Bindepartnern präsentiert. Mit dieser speziellen molekularbiologischen Methode, dem Phagen-Display, konnte Schulz eine spezifische Epitop-Nachahmung als Merkmal eines NMO-Patienten identifizieren. Auf lange Sicht könnte mit dieser Methode ein umfangreiches Set an Mimotopen gefunden und so ein Zusammenhang zwischen Schweregrad der Krankheit und den Autoantikörpern hergestellt werden.

Quelle: Festschrift/Vorstellung der PreisträgerInnen des bmwfw

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