Andrea Ladinig habilitiert im Fachgebiet Schweinemedizin

Tiermedizinerin Andrea Ladinig von der Universitätsklinik für Schweine hat erfolgreich im Fach Schweinemedizin zum Thema PRRS-Virus habilitiert. (Foto: Michael Bernkopf/Vetmeduni Vienna)

Ladinig

Ende Jänner erhielt die internationale Fachtierärztin Andrea Ladinig ihre offizielle Lehrbefugnis an der Vetmeduni Vienna. Die klinische Forscherin der Universitätsklinik für Schweine habilitierte erfolgreich im Fach Schweinemedizin zum Thema Krankheitsverlauf und Immunantworten bei einer Infektion mit dem viralen Erreger des Porzinen Reproduktiven und Respiratorischen Syndroms (PRRS-Virus). Schwerpunkt war der bislang kaum erforschte reproduktive Krankheitsverlauf, den das Virus auslöst. Ladinigs wissenschaftlicher Beitrag hat damit einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, da dieses Virus Trächtigkeitsabbruch bzw. Todgeburten verursachen kann.

Die Ausbildung zur Tiermedizinerin absolvierte Ladinig, ebenso wie ihre Doktorarbeit, an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Sie war auch in weiterer Folge am Campus an der Universitätsklinik für Schweine tätig, bevor sie einen dreijährigen Auslandsaufenthalt an der University of Saskatchewan, Kanada, absolvierte. Im Zuge dessen startete Ladinig auch ihre Residency und absolvierte 2016 die Prüfung zum international anerkannten Fachtierarzt (Diplomate) im Spezialgebiet Schweinemedizin. Seit November 2014 ist sie als Assistenzprofessorin an der Universitätsklinik für Schweine tätig. Nun schloss Ladinig erfolgreich ihr Habilitationsverfahren an der Vetmeduni Vienna mit einem klinisch relevanten, porzinen Erreger als Thema.

Virale Erkrankung führt zu Reproduktionsverlusten

Das sogenannte Porzine Reproduktive und Respiratorische Syndrom wird durch ein Virus der Familie der Arteriviridae verursacht. Die vier Gattungen der Familie sind vor allem in der Veterinärmedizin von Bedeutung. „Das PRRS-Virus ist auch als Seuchenhafter Spätabort von Schweinen bekannt, da es zu Trächtigkeitsabbruch bzw. Todgeburten von Ferkeln führen kann“, erklärt Ladinig. Aufgrund dieser Verluste ist der Erreger auch wirtschaftlich von großer Bedeutung für die Zuchtbetriebe. Welche Mechanismen hinter den von PRRSV verursachten Reproduktionsfehlern stecken, blieb bislang jedoch weitgehend unerforscht. Für ihre Habilitation versuchte Ladinig deshalb Wissenslücken bei der reproduktiven Form der Krankheit zu schließen. Sie fand unter anderem heraus, dass das Geburtsgewicht von Jungsauen, anders als angenommen, keinen Indikator für die Virenlast oder den Wurferfolg darstellt. Außerdem zeigte sie, dass größere und nicht wachstumsgehemmte Föten anfälliger für eine Infektion über die Plazenta sind.

Neue Erkenntnisse über reproduktiven Krankheitsverlauf bei PRRSV

Die Konzentration der viralen RNA, die in der Schnittstelle zwischen Muttertier und Fötus nachgewiesen wurde, konnte als wichtiges Anzeichen für die Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungferkel aufgezeigt werden. „Auch die Virenlast im Thymus der Jungtiere kann als Indikator für die Überlebenschance herangezogen werden“, erklärt Ladinig. Je höher diese ist, desto höher ist Wahrscheinlichkeit für eine Todgeburt. Die Ergebnisse sieht die frisch habilitierte Forscherin als erstmaligen Hinweis, dass gerade die Vorgänge in den ungeborenen Jungferkeln essentiell für den reproduktiven Krankheitsverlauf des Syndroms sind. Dadurch ergeben sich neue Impulse nicht nur hinsichtlich der Kontrollstrategien gegen PRRSV, sondern auch anderer reproduktiver Krankheitsformen. So müssten effektivere Impfungen gefunden werden, die eine Übertragung des Virus von der Muttersau auf den Fötus verhindern können.

Die Fachkenntnis und das Forschungsengagement zu PRRSV belegen neben der Habilitationsschrift auch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen. Ab sofort wird Ladinig Studierende und junge Forschende zu diesem Thema und in ihrem Fachbereich eigenständig ausbilden.

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