ALPBIONET2030 – Schutz für den Alpenraum

Das Projekt ALPBIONET2030 soll zukünftig Strategien zum Schutz der Ökosysteme und Artenvielfalt liefern und unterstützen. (Foto: Georg Mair/Vetmeduni Vienna)

Stubaier Alpen

Schutzgebiete und damit zusammenhängende Naturachsen – Landschaften, die Wildtiere durchqueren können – bilden als "ökologischer Verbund" die Grundlage für den Schutz von Lebensraum und Artenvielfalt in den Alpenregionen. Solche überregionale Natur-Netzwerke erhalten nun durch das Projekt ALPBIONET 2030, das von der Europäischen Union gefördert wird, zusätzliche Unterstützung. In unterschiedlichen Arbeitspaketen sollen zukünftig Voraussetzungen zur Umsetzung ökologischer Verbundmaßnahmen und nationaler Biodiversitätsstrategien im gesamten Alpenraum verbessert werden. Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna übernimmt dabei die Leitung des Arbeitspakets zur Analyse und Verbesserung alpiner Wildtiermanagement-Strategien, sowie der Erarbeitung von standardisierten forensischen Methoden, die bei der Bekämpfung von wildtierbezogener Kriminalität hilfreich sein sollen.

Überregionale, ökologische  Netzwerke stellen eine wichtige Basis für den globalen und damit auch alpinen Lebensraum- und Artenschutz dar. Bis allerdings ein integratives Konzept für den Schutz von Ökosystemen und der Biodiversität in den Alpen realisiert werden kann, ist noch viel Arbeit erforderlich. Unterstützung erhält das alpine, ökologische Netzwerk nun durch das von der Europäischen Union geförderte Projekt ALPBIONET 2030, an dem die Vetmeduni Vienna durch das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) beteiligt ist.

Verbessertes Wildtiermanagement und Bekämpfung wildtierbezogener Kriminalität

„ALPBIONET2030 wird unter der Leitung des Netzwerks alpiner Schutzgebiete, ALPARC, die Voraussetzungen für die Umsetzung von ökologischen Verbundmaßnahmen im gesamten Alpenraum verbessern und dadurch auch zur Umsetzung nationaler Biodiversitätsstrategien beitragen“, erklärt Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie. „Wir übernehmen im Projekt die Leitung eines eigenen Arbeitspakets zur Analyse und gegebenenfalls Verbesserung alpiner Wildtiermanagementstrategien. Dazu gehören auch standardisierte forensische Methoden,  die bei der Bekämpfung von wildtierbezogener Kriminalität erforderlich sind.“ Gemeinsam mit relevanten Interessensgruppen wie der Jägerschaft, Forstwirtschaft oder Kriminalämtern sollen in den kommenden Jahren diese alpenweiten Strategien erarbeitet, sowie Praktiken, die dem ökologischen Verbund dienlich sind, gefördert und solche, die ihm schaden können, eingeschränkt werden.

ALPBIONET2030 ist außerdem ein Beitrag zu den Naturschutz-Durchführungsprotokollen der Alpenkonvention und der sogenannten makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP). „Die Ziele dieses staatsübergreifenden Ansatzes der Europäischen Union überschneiden sich mit jenen der Alpenkonvention in signifikanten Bereichen. Sie gehen jedoch über die Grenzen des in der Konvention definierten Alpenraums hinaus“, sagt Walzer. „Das FIWI wird daher auch bei der Erarbeitung von Richtlinien mitwirken, die die Grundlage für eine Netzwerkstrategie mit einzelnen, ökologischen Verbundachsen im Alpenraum und eine Verknüpfung mit angrenzenden Gebieten außerhalb der  Alpen  bilden sollen.“  Die Strategie soll unter anderem inneralpine "Strategische Alpine Verbundräume" (Strategic Alpine Conservation Areas - SACA) vorschlagen. Weiters soll die Koexistenz Mensch-Natur thematisiert werden und in die Erarbeitung der Wildtiermanagementstrategie einfließen.

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