Pressekonferenz: Pollensaison - Mehr Belastungen für Birken-Allergiker

Für 2018 wird eine hohe Belastung durch Birkenpollen vorausgesagt. (Foto: S. Berger/Vetmeduni Vienna)

Pollenallergikerin niest

(APA) - Schon rund eine Million Menschen leiden in Österreich an Pollenallergien. Diese Saison dürfte von vermehrten Belastungen durch Birkenpollen gekennzeichnet sein, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Österreichischen Pollenwarndienstes, bei der auch die Vetmeduni Vienna mit Erika Jensen-Jarolim von der Abteilung für Comparative Medicine des Messerli Forschungsinstitutes vertreten war. Eine frühzeitige Allergie-Diagnostik wäre wünschenswert.

"Fünf Jahre, bevor Symptome auftreten, kann man die Anzeichen einer Allergie bereits im Blut messen. Wir brauchen neue Methoden zur frühen Diagnose, um schwere Erkrankungen verhindern zu können", sagte Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und vom Messerli Forschungsinstituts der Vetmeduni Vienna, der MedUni Wien und der Universität Wien. Das Idealziel: Bei einer sich ankündigenden Allergie könnte in Zukunft eventuell eine "Impfung" den Ausbruch eines schwereren Krankheitsbildes verhindern helfen.

Offenbar haben beispielsweise vom Heuschnupfen Betroffene beim ersten Auftreten von lästigen Symptomen immunologisch bereits eine jahrelang sich verschlechternde Krankheitslaufbahn hinter sich, die mit der allergischen Rhinitis nicht das Ende sein muss. "Bis zu 40 Prozent der Fälle von unbehandelter allergischer Rhinitis werden schließlich zu Asthma", sagte Christian Müller, Leiter der Allergie-Ambulanz der HNO-Universitätsklinik von MedUni Wien und AKH.

Bisher waren ein Bluttest auf IgE-Antikörper und nachfolgend ein Hauttest (Pricktest) mit Allergenen die zur Abklärung eines Verdachtsfalles entscheidenden Untersuchungen. Einfacher machen das laut Erika Jensen-Jarolim neue Chip-Tests, die allerdings noch privat bezahlt werden müssen. In Zukunft dürften aber die alten Hauttests, bei denen kleine Mengen eines Allergens in die Haut eingebracht werden und bei denen auf dann auftauchende Rötungen geachtet wird, eher an Bedeutung verlieren. Immer weniger Test-Allergene stehen zur Verfügung. Untersuchungen unter Zwölf- bis 21-Jährigen in Österreich haben ergeben, dass 26,5 Prozent der Untersuchten auf Gräserpollen immunologisch sensibilisiert sind, 18,2 Prozent auf Hausstaubmilben (ganzjährige allergische Rhinitis, Asthma etc.).

Überdurchschnittliche Belastung bei Birkenpollen

Für die Pollensaison 2018 gibt es bereits Vorwarnungen. "Bei den Birkenpollen erwarten wir eine überdurchschnittliche Belastung", sagte Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst.at). Bei der Esche werde es wahrscheinlich weniger Probleme geben. Noch nicht vorhersehbar sei die Situation zum Beispiel für die Gräser, Beifuß und Ragweed.

Der Pollenwarndienst hat seinen Service mit Handy-App, Online-Informationen etc. weiter ausgebaut. Die Pollenvorhersagen (Konzentration der Belastungen) können in Österreich bereits bis auf eine geografische Auflösung von 25 Kilometern durchgeführt werden. Luftschadstoffe werden eingerechnet, weil sie die Auswirkungen von Pollen deutlich verstärken können.

Beim "Ragweed-Finder" arbeitet man mittlerweile mit mehreren Bundesländern zusammen. Werden Areale mit starkem Vorkommen des Unkrauts gemeldet, kann diese Information an die behördlichen Stellen weitergeleitet werden. "In Wien werden sie dann applaniert", sagte Uwe Berger, Leiter des Pollenwarndienstes. Ragweed ist besonders in Ostösterreich und entlang von Verkehrswegen verbreitet und ist hoch allergen. Oberösterreich und Kärnten arbeiten laut Berger noch nicht mit dem Pollenwarndienst zusammen.

Quelle: APA/Science [Link 1]

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