Innovative Ausbildungs- und Forschungsstätte der Vetmeduni Vienna feierlich eröffnet

25.09.2013 -­ Der neue Schweinebetrieb am Lehr- und Forschungsgut der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) wurde heute feierlich von Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle, Landeshauptmann Erwin Pröll sowie Rektorin Sonja Hammerschmid eröffnet. Zukunftsweisende Haltungssysteme und hohe Hygienestandards schaffen einen für die veterinärmedizinische Ausbildung und Forschung attraktiven Betrieb. Zahlreiche Gäste aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Tierärzteschaft und Politik nahmen an der Feier teil.

Der Schweinetrieb des Lehr- und Forschungsguts der Vetmeduni Vienna versteht sich als landwirtschaftlicher Musterbetrieb und wurde in nur zwölfmonatiger Bauzeit errichtet. In erster Linie dient der Betrieb als Ausbildungsstätte für angehende Tierärztinnen und Tierärzte. Aber auch Forschende finden, dank eines eigenen Forschungsstalls mit flexibler Infrastruktur, optimale Arbeitsbedingungen vor: beispielsweise um neue Aufstallungssysteme  rund um Geburt, Aufzucht und Mast wissenschaftlich zu testen. Auf einer Gesamtfläche von 4.500 Quadratmeter verfügt der Hof Medau über eine Kapazität von 140 Plätzen für Muttersauen, 720 für die Ferkelaufzucht sowie 600 für Mastschweine.

Forschung für gesunde Tiere

„Für herausragende Forschung und Lehre brauchen Universitäten nicht nur kluge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch die entsprechende Infrastruktur. Die Veterinärmedizinische Universität Wien baut mit der Unterstützung des BMWF ihr attraktives Lehrangebot weiter aus und verbessert die Rahmenbedingungen für Studierende, Lehrende und Forschende. Ich sehe in dieser neuen Ausbildungs- und Forschungsstätte auch einen wesentlichen Beitrag, unserer Verantwortung Tieren gegenüber noch besser gerecht zu werden”, betont Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle. Finanziert wurde der neue Betrieb vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, in der Höhe von 4,2 Millionen Euro, sowie mit zusätzlicher Unterstützung des Landes Niederösterreich.

Impuls für Wissenschaftsstandort Niederösterreich

Das im Bezirk Baden gelegene Lehr- und Forschungsgut der Vetmeduni Vienna betreibt vier Höfe. Mit dem Schweinebetrieb Medau erhält Niederösterreich einen zukunftsfähigen Agrarbetrieb, der für Kooperationen aus Landwirtschaft und Wissenschaft offensteht und den Wissenschafts- und Forschungsstandort Niederösterreich stärkt. „Die neue Schweineanlage mit integriertem Forschungsstall bedeutet für die niederösterreichische Forschungslandschaft zusätzliche Kompetenzen im Bereich der Tierhaltung und der Tiermedizin und schlägt symbolhaft die Brücke zwischen der Tradition Niederösterreichs als Agrarland und unseren Fortschritten als Wissenschaftsstandort. Zudem steht das Lehr- und Forschungsgut für die gute Partnerschaft zwischen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Land Niederösterreich“, so Landeshauptmann Erwin Pröll.

Bestens aufgestellt für Lehre und Forschung

Rektorin Sonja Hammerschmid hebt die Herausforderungen und Perspektiven des Lehr- und Forschungsguts hervor: “Als einzige veterinärmedizinische Universität in Österreich tragen wir die Verantwortung für eine zukunftsorientierte Ausbildung unserer Tierärztinnen und Tierärzte, aber auch für eine wissenschaftsbasierte Weiterentwicklung des Tierschutzes und der Tierhaltung in der landwirtschaftlichen Produktion.” Eine Vielzahl von Maßnahmen unterstütze das Wohlbefinden der Schweine. So liege beispielsweise das Platzangebot für die Tiere deutlich über den gesetzlichen Mindestvorgaben. Große Fensterflächen garantieren helle und freundliche Stallungen. Innovative Haltungskonzepte in den einzelnen Stallabteilugen charakterisieren diesen Betrieb. So ist beispielsweise im Maststall der Stallboden in Spaltenböden und zum Teil beheizbare Flächen gegliedert, die den Tieren angenehme und trockene Liegeflächen bieten. Die Anzahl der Fressplätze je Tier im Verhältnis 1:1 stellt sicher, dass alle Schweine gleichzeitig fressen können, was für das Sozialgefüge einer Schweinegruppe entscheidend ist und Stress mindert, da Rangeleien durch Futterneid weitgehend vermieden werden.

Neue Ansätze bei der Aufstallung

Ein wichtiges Ziel in der Ausbildung der Studierenden ist, sie mit den heutigen Haltungssystemen in der Schweinepraxis vertraut zu machen und ihre Vor- und Nachteile aus der Sicht der Produktion und der Tiermedizin kennen zu lernen. Herzstück des neuen Betriebs ist der Abferkelstall mit einem für die Muttersau offenen Aufstallungssystem (Pro Dromi). Es wurde von niederländischen Wissenschaftlern und Landwirten gemeinsam entwickelt und kommt am Hof Medau erstmals in Österreich zum Einsatz. “Das System bietet freien Bewegungsraum für die Muttersau bei gleichzeitig genügend Ausweichzonen für die Ferkel, um das Risiko des Erdrückens durch die Muttersau zu reduzieren“, erklärt Josef Troxler, Leiter des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz der Vetmeduni Vienna. Ergebnisse mit diesem Abferkelsystem fließen in die wissenschaftlich begleiteten Erprobungen neuer Systeme ein und können so direkt der landwirtschaftlichen Praxis zur Verfügung gestellt werden.

Hygiene und Prävention                          

Die Gesundheit der Schweine beginnt bereits bei der Geburt und ist vor allem eine Frage der Hygiene. Moderne Standards, medizinische Präventivmaßnahmen wie Impfungen und die Kontrolle der gesamten Fütterungskette verringern Infektionen. Die Leiterin der Universitätsklinik für Schweine Isabel Hennig-Pauka verdeutlicht die Vorzüge der neuen Ausbildungsstätte für Studium und klinische Lehre: “Unsere medizinische Betreuung umfasst alle Lebensphasen der Tiere – vom Saugferkel über die Aufzucht bis hin zur Mast und Muttersau decken wir alles ab. Angehende Nutztiermediziner erhalten eine praxisnahe und umfassende Ausbildung”. 

Das Lehr- und Forschungsgut

Etwa 50 km südlich von Wien liegen die vier Höfe des Lehr- und Forschungsguts der Vetmeduni Vienna: Kremesberg, Medau, Haidlhof, Rehgras. Durchschnittlich 2.000 Nutztiere (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen) werden hier gehalten. Hauptaufgaben des Lehr- und Forschungsguts sind die Führung landwirtschaftlicher Tierhaltungs- und Produktionseinrichtungen für die praxisnahe Ausbildung zum Nutztiermediziner sowie für universitäre Forschungsprojekte in den Bereichen Tiergesundheit, -haltung und Produktion gesunder Lebensmittel. Insgesamt wird eine Fläche von 263 Hektar bewirtschaftet.

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Pressefoto

Rektorin Sonja Hammerschmid, Landeshauptmann Erwin Pröll und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle eröffnen feierlich das neue Lehr- und Forschungsgut. (Bild: Hammerschmid)

 

Aussenderin

Dr.rer.nat. Susanna Kautschitsch
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