Impulskontrolle beeinflusst bei Hunden Fähigkeit Aufgaben zu lösen

10.02.2016: Die Fähigkeit, eigene Impulse unterdrücken zu können, scheint die Problemlösungskompetenz bei Hunden zu beeinflussen. Das zeigten nun VerhaltensforscherInnen vom Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Vienna. 41 Border Collies sollten verschiedene Problemstellungen lösen. Es stellte sich heraus, dass Vorerfahrung mit ähnlichen Aufgaben keinen Einfluss auf die Erfolgsrate beim Lösen der Aufgaben hatte. Dagegen beeinflusst die Fähigkeit, die eigenen Impulse kontrollieren zu können, sehr wohl die Problemlösungskompetenz. Die Studie wurde im Fachjournal PLOS One veröffentlicht.

Kleinkinder lernen, indem sie ihre physikalische Umwelt beobachten und spielerisch erkunden. Untersuchungen zeigten, dass Hunde bei Tests zum physikalischen Verständnis notorisch schlecht abschneiden. Das liegt möglicherweise daran, dass Hunde als Welpen nur wenige Möglichkeiten haben, mit unterschiedlichen Objekten zu spielen.  

Ein Team um die Verhaltensforscherin Friederike Range vom Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Vienna untersuchte deshalb an Hunden, wie sich die Beschäftigung mit unterschiedlichen Spielzeugtypen auf die Fähigkeit, Problemstellungen zu lösen, auswirkt. Durch das Lösen der Aufgaben konnten die Tiere etwas über physikalische Prinzipien, wie etwa die Schwerkraft, lernen.

Die Hunde sammelten über Monate hinweg Erfahrungen mit verschiedenen Spielzeugen. Bei späteren Tests zeigte sich, dass diese Vorerfahrung keinen positiven Einfluss auf die Problemlösungskompetenz der Border Collies hatte. „Die Hunde scheinen Wissen, das sie während der Beschäftigung mit dem Spielzeug erlangt haben, nicht auf neue Aufgaben umlegen zu können. Sie beginnen offenbar jedes Mal neu“, so Range.

Impulskontrolle spielt entscheidende Rolle

Aus früheren Studien ist bekannt, dass die Fähigkeit, die eigenen Impulse kontrollieren zu können, ein Faktor ist, der die Problemlösungskompetenz bei Tieren beeinflusst. Um zu testen, ob dies auch bei Hunden der Fall ist, wurden die 41 an der Studie beteiligten Border Collies in drei unterschiedlichen Tests auf ihre Impulskontrolle hin getestet. In einem der Tests, wurden den Hunden Leckerlis präsentiert, die sie erst nach einem bestimmten Kommando nehmen durften. Sie sollten also eine Zeit lang vor der Belohnung ausharren, bevor sie zuschnappen durften. Hunde, die ihren eigenen Impuls, das Leckerli zu schnappen, gut unterdrücken konnten, schnitten später auch beim Lösen verschiedener Problemstellungen besser ab. Allerdings war dieser Zusammenhang nicht allgemein gültig: So schnitten Hunde, die in einem anderen Test eine bessere Impulskontrolle zeigten, schlechter in einer der späteren Aufgaben ab. Die Impulskontrolle hatte hier also keine Vorteile.

„Wir wissen also, dass Impulskontrolle Problemlöseverhalten bei Hunden beeinflusst – allerdings scheint es verschiedene Aspekte der Impulskontrolle zu geben, die positive aber auch negative Auswirkungen auf das Lösen von Aufgaben haben“, erklärt Range.

Der Artikel „Inhibitory Control, but not Prolonged Object-Related Experience Appears to Affect Physical Problem-Solving Performance in Pet Dogs“ von Corsin A. Müller, Stefanie Riemer, Zsófia Virányi, Ludwig Huber und Friederike Range wurde im Fachjournal PLOS One veröffentlicht. [Link 1]

 

 

 

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Die Fähigkeit, auf eine Belohnung warten zu können, beeinflusst bei Hunden die Fähigkeit Problemstellungen zu lösen. (Foto: Friederike Range / Vetmeduni Vienna)

 

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