Forschungsschwerpunkte des Messerli Forschungsinstituts

Die öffentliche und politische Diskussion über Fragen des Tierschutzes, des Tierschutzrechtes  und der Tierethik sind von großen Interessensgegensätzen und scheinbar unvereinbaren Anschauungen geprägt. Dies ist nicht verwunderlich, berührt doch die Beschäftigung mit der Mensch-Tier-Beziehung Fragen der persönlichen Werthaltung bis hin zu existenziellen Fragen des Menschseins. In diesem Umfeld leisten wir als Messerli Forschungsinstitut einen wesentlichen Beitrag, indem wir wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar Grundlagen für die Beantwortung ethischer und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen schaffen.

Zu diesen Grundlagen zählt beispielsweise die Auseinandersetzung mit folgenden Fragen, die sich thematisch an den Forschungsinhalten der Abteilungen orientieren:

1. Vergleichende Kognitionsforschung
 [Link 1]

  • Welche kognitiven Fähigkeiten nutzen Tiere, um sich in ihrer sozialen und physikalischen Umwelt zurechtzufinden?
  • Welchen Einfluss haben Domestikation und Entwicklung auf die kognitiven und emotionalen Eigenschaften von Tieren?
  • Auf welchen kognitiven und emotionalen Dimensionen finden sich markante Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen und Tieren?
  • In welchem Ausmaß und in welcher Art sollen Tiere in Obhut des Menschen in Verhalten und Kognition gefördert werden?
  • Was sind die Grundlagen für die Diskrepanz zwischen Verhalten und Einstellung in Bezug auf den Umgang mit Tieren? Wie lässt sich diese Diskrepanz verringern?

2. Komparative Medizin [Link 2]

  • Wie wirken sich Haustiere auf die Gesundheit von Menschen aus?
  • Wie wirken sich umgekehrt der Mensch und seine Umwelt auf die Gesundheit von Haustieren aus?
  • Wie kann die Veterinärmedizin durch Kenntnisse der Humanmedizin profitieren und umgekehrt?
  • Wie kann die Entwicklung von Medikamenten schneller erfolgen und zu ökonomisch interessanten Behandlungskonzepten für Mensch und Tier beitragen?

3. Ethik der Mensch-Tier-Beziehung und Tierphilosophie  [Link 3]

  • Was sind tragfähige Fundamente der moralischen Achtung von Tieren?
  • Welche Methoden und Theorien eignen sich, um aktuelle ethische Problemfelder der Mensch-Tier-Beziehung praxisnah zu behandeln?
  • Was darf man sich von den neueren Theorien der Tierethik erwarten?
  • Wie ist das Verhältnis von Wissenschaft, Recht, Wirtschaft und Politik angesichts tierethischer Fragestellungen zu bestimmen?
  • Welche Rolle spielt naturwissenschaftliches Wissen in ethischen Begründungen?

Für die Beantwortung derartiger Forschungsfragen ist die Vernetzung mit Instituten und Personen der Veterinärmedizinischen Universität nicht nur hilfreich, sondern eine wesentliche Voraussetzung. Deshalb versteht sich das Messerli Forschungsinstitut als ein Institut, das auf dem Boden und im Kontext der Veterinärmedizinischen Universität arbeitet und aktiv das dort vorhandene Wissen und die aufgebaute Expertise in seine Arbeit integriert. Umgekehrt werden Forschungsergebnisse des Messerli Forschungsinstitutes für die Lehre und Forschung an der Veterinärmedizinischen Universität zur Verfügung gestellt. Durch diese wechselseitige Verbindung können sowohl die veterinärmedizinische Forschung als auch die Lehre von innovativen naturwissenschaftlichen Ansätzen und ethischer Expertise im Bereich der Mensch-Tier-Beziehung profitieren. Ebenso werden die Studierenden und Mitarbeiter des Messerli Forschungsinstitutes durch die Integration veterinärmedizinischen Expertise gewinnen.

 

Forschungskooperationen

Mit der Universität Wien [Link 4]:

Department für Kognitionsbiologie [Link 5], Fakultät für Lebenswissenschaften [Link 6]

Institut für Philosophie [Link 7], Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft [Link 8]

Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden [Link 9], Fakultät für Psychologie [Link 10]

Forschungsplattform Cognitive Sciences [Link 11]

Mit der Medizinischen Universität Wien [Link 12]:

Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung [Link 13]

Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie [Link 14]

Zentrum Medizinische Physik und Biomedizinische Technik [Link 15], Exzellenzzentrum Hochfeld-MR [Link 16]