Atemwegsoperationen

Kehlkopfpfeifer

Als "Rohrer" oder "Kehlkopfpfeifer" werden Pferde bezeichnet, deren Kehlkopf nicht mehr vollständig funktionsfähig ist. Betroffene Tiere haben in der Regel ein relativ lautes Atemgeräusch, welches hauptsächlich beim Einatmen zu hören ist. Wichtiger als das Atemgeräusch ist aber die Tatsache, dass der Kehlkopf auf der betroffenen Seite (meistens links) nicht mehr oder nur noch eingeschränkt geöffnet werden kann. Die dafür nötigen Muskeln sind nämlich gelähmt. Dies stellt zwar keine lebensbedrohliche Situation dar, da die gesunde rechte Seite funktionstüchtig ist, kann aber bei Sportpferden zu einer Leistungsminderung führen. Um sicher zu gehen, was die Ursache für ein eventuelles Atemgeräusch oder eine festgestellte Leistungsminderung bei einem Pferd darstellt, sollte das Tier vom Tierarzt gründlich untersucht werden. In den meisten Fällen kann man mittels Endoskopie die Diagnose stellen. Die Therapie mit der höchsten Erfolgsquote besteht aus einer Kombination von Operationen. Zum einen wird die Seite des Kehlkopfes die nicht mehr von alleine geöffnet werden kann mittels Fäden nach außen gezogen, also weit gestellt. Zum anderen werden das Stimmband und die Stimmtasche entfernt. Heutzutage wird das meistens endoskopisch mit einem LASER durchgeführt.

 

Kopper

Beim Koppen handelt es sich um ein sich wiederholendes Verhaltensmuster ohne ersichtlichen Funktionszusammenhang (=Stereotypie). Über die Ursachen des Koppens gibt es keine einheitliche Meinung.

Durch Herabziehen und Zurückschnalzen des Kehlkopfes strömt Luft in die Speiseröhre ein und das typische Koppergeräusch ist zu hören. Man unterscheidet grob den Aufsetzkopper vom Freikopper. Ersterer benötigt zum Zurückziehen des Kehlkopfes einen festen Widerstand, die Pferde setzen auf allen möglichen Gegenständen auf und schleifen sich dabei relativ stark die Schneidezähne ab. Der Freikopper braucht diesen Widerstand nicht.

Bei Pferden, die nicht länger als 3 Jahre Aufsetzkoppen, kann mittels einer Kombinationsoperation relativ sicher das Koppen beseitigt werden. Dazu werden einerseits die unteren Halsmuskeln, die den Kehlkopf zurückziehen, entfernt, andererseits der versorgende Nervenast des seitlichen Halsmuskels durchtrennt. Für den Patienten hat dies, außer daß das Pferd nicht mehr Koppen sollte, keinerlei andere mechanische oder kosmetische Auswirkungen.

  

7. Pferde-Symposium

Am Samstag, 14. Oktober 2017 findet zum siebten Mal das Pferde-Symposium statt.

Thema: „Mein Pferd hat Fieber und/oder Nasenausfluss. Was kann es sein, was soll ich tun?“

Link zu näheren Informationen und Anmeldung [Link 1]


 

Folder Universitätsklinik für Pferde