Hernien (Leistenbruch, Nabelbruch)

 

Leistenbruch

Von einem Leistenbruch spricht man, wenn sich bei Jungtieren aufgrund angeborener Abnormalitäten oder bei erwachsenen Pferden aufgrund von z.B. Schmerzen, starken Anspannungen (Deckakt) Darmteile durch den Leistenbereich bis in den Hodensack vorverlagern und dort auch eventuell eingeklemmt werden können. Während der Bruch beim Jungtier meistens in einer geplanten Operation behoben werden kann, kommt es beim erwachsenen Hengst (ganz selten sind auch Wallache betroffen) zu plötzlich einsetzenden, heftigen Kolikerscheinungen, infolgedessen auch lebensbedrohliche Zustände eintreten können.

 

Nabelbruch

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen unvollständigen Verschluß der Bauchdecke im Bereich des Nabels, welcher sich meistens erst 10-14 Tage nach der Geburt zeigt, bedingt durch zunehmendes Wachstum und geänderte Druckverhältnisse. Je nach Größe der Bruchpforte kann sich auch Darm in den sogenannten Bruchsack verlagern. Solange der Nabelbruchbereich weich und nicht schmerzhaft ist, kann mit einer geplanten Versorgung des Bruches theoretisch zugewartet werden, bis das Fohlen alt genug für einen Eingriff ist. Es kann aber sehr plötzlich zu einer Einklemmung des Darmes kommen, der Bruchbereich schwillt an, wird heiß und schmerzhaft. In diesem Fall muß sofort eine Notoperation durchgeführt werden, um den eingeklemmten, eventuell geschädigten Darm zu entfernen und das Leben des Pferdes zu retten.

Obwohl also ein kleinerer Nabelbruch bis zum ersten Lebensjahr theoretisch selbst verheilen kann, ist es oft schwierig, das Pferd unter ständiger Kontrolle zu halten um das Risiko einer Darmeinklemmung zu minimieren.

  

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