Das Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität  ist ein biologisches Forschungsinstitut das sich dem Studium tierischen Verhaltens (Ethologie) widmet. Seit Frühjahr 2015 ist es außerdem Sitz der Österreichischen Vogelwarte/Austrian Ornithological Centre (AOC).

Foto des KLIVV Geländes
 

Aktuelles

 

Eiweiße im Urin männlicher Mäuse sagen nichts über Verwandtschaft aus

Urinproteine männlicher Mäuse sagen nichts über die Verwandtschaft aus, sondern sind wahrscheinlich eine Reaktion auf soziale Veränderungen. (Foto: Kerstin Thonhauser/ Vetmeduni Vienna)
Foto von einem Mauspaar im Labor [Link 1]

Männliche Hausmäuse produzieren eine große Zahl an speziellen Eiweißen, den sogenannten „Major Urinary Proteins“ (MUPs), an die Duftstoffe gebunden sind. Bislang galten diese Proteine als individuelle Duftsignatur, mit der fremde oder verwandte Tiere erkannt werden können. Forschenden um Dustin Penn vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna gelang es nun diese Annahme zu widerlegen. Sie zeigten erstmals an männlichen Hausmäusen, dass sich die entsprechenden Gene der Mäuse kaum unterscheiden und sich auch die Anzahl der Proteine im Urin nur in bestimmten Situationen verändert. Die Tiere scheinen mit den „Major Urinary Proteins“ (MUPs) auf soziale Umstellungen zu reagieren. Sie nutzen sie nicht – wie bisher angenommen - um über sie Verwandte zu erschnuppern.

Der Artikel "Diversity of major urinary proteins (MUPs) in wild house mice [Link 2]" von Michaela Thoß, Viktoria Enk, Hans Yu, Ingrid Miller, Kenneth C. Luzynski, Boglarka Balint, Steve Smith, Ebrahim Razzazi-Fazeli und Dustin J. Penn wurde in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Der Artikel "Regulation of highly homologous major urinary proteins in house mice quantified with label-free methods [Link 3]" von Viktoria Enk, Christian Baumann, Michaela Thoß, Kenneth C. Luzynski, Ebrahim Razzazi-Fazeli und Dustin J. Penn wurde in der Fachzeitschrift Molecular Biosystems veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 7.12.2016)

 

Fliegenlarven putzen das Nest des Bienenfressers

Bienenfresserpärchen und ihre Jungvögel wohnen nicht alleine in ihrem Nest. Vor allem Insektenlarven quartieren sich als Mitbewohner ein. (Foto: Herbert Hoi/Vetmeduni Vienna)
Foto eines frisch geschluepften Bienenfressers [Link 5]

Ein Vogelnest beherbergt neben einem Vogelpärchen und seinem Nachwuchs auch andere Bewohner wie Insektenlarven. Diese nutzen die guten klimatischen Bedingungen und das reichliche Nahrungsangebot im Nest. Bis jetzt blieb unerforscht, ob auch die Vögel einen Vorteil aus dieser Wohngemeinschaft haben. Ein Forschungsteam um Herbert Hoi vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna konnte nun zeigen, dass Fliegenlarven im Nistplatz des Europäischen Bienenfressers als Putztrupp fungieren und Fäkalien und Futterreste verwerten. Diese „Abfallbeseitigung“ begünstigt die Entwicklung der Jungvögel und unterstützt das Nest-Ökosystem.

Der Artikel „Housekeeping by lodgers: the importance of bird nest fauna on offspring condition [Link 6]“ von Jan Kristofık, Alzbeta Darolova, Christine Hoi und Herbert Hoi wurde im Journal of Ornithology veröffentlicht.

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(Web-Redaktion am 22.11.2016)

 

Sensibles Ökosystem der großen afrikanischen Seen durch Ölförderung gefährdet

Fischer am Burundi-Ufer des Tanganjikasees (Foto Francesca Ansaloni via Wikimedia Commons)
Foto von Fischern am Tanganjikasee [Link 8]
Buntbarsche im Tanganjikasee (Foto Stefanie Schwammberger)
Foto von Buntbarschen

Trotz aller Warnungen über ihren Einfluss auf den globalen Klimawandel steigt die weltweite Nachfrage nach fossilen Energieträgern weiter an.  Nun gibt es auch um die großen afrikanischen Seen Pläne zur Ölförderung.  Zu ihnen gehören zum Beispiel der Tanganjikasee, der zweitgrößte See Afrikas,  und der Malawisee.  Anliegerstaaten dieser relativ abgelegenen und eher schwer erreichbaren Seen, sind Ruanda, Burundi, Uganda und Teile der Demokratischen Republik Kongos, Malawi, Mozambique und Tansania. Die Region zählt zu den am dichtesten besiedelten der Welt, über 107 Millionen Menschen leben dort.  Die Regierungen versprechen sich von der Öl-Exploration notwendige und riesige Einkommensquellen.

Für die fragilen Ökosysteme dieser einzigartigen Seen, die Heimat für tausende endemische Tierarten sind, und an deren Ufern eine großteils arme Bevölkerung lebt, wäre eine solche Erschließung allerdings eine große Gefahr. Ölverschmutzungen würden nicht nur die Natur, sondern auch die Lebensgrundlage dieser Menschen zerstören.  Bereits jetzt sind die See-Lebensräume durch menschliche Aktivitäten (wie Überfischung, Abholzung, Klimawandel) stark unter Druck.  Eine Gruppe von WissenschafterInnen, u.a. vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung, warnt davor dass Ölverschmutzung die Umwelt für Tier und Mensch in der Region endgültig zerstören könnte und argumentiert dafür, andere Pläne für eine Regionalentwicklungs im Sinne der UN-Sustainable Development Goals zu fördern.

Der Brief "Oil extraction imperils Africa's Great Lakes [Link 9]" ist am 4.11.2016 im Science Magazine erschienen.

(Web-Redaktion am 10.11.2016)

 

Wie man bei Uferschwalben die Telomere misst

Studien der Telomerverkürzung in Uferschwalben haben das Potenzial, die Kosten und Nutzen verschiedener individueller Strategien zur Bewältigung wichtiger evolutionärer und ökologischer Prozesse aufzudecken. (Foto von Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)
Foto einer Uferschwalbe [Link 10]

Telomere sind schützende Endkappen an Chromosomen.  Sie sind von Bedeutung für die Stabilität von Chromosomen, schützen Zellen gegen den Abbau von reaktiven Sauerstoffarten.  Doch bei jeder Zellteilung werden sie verkürzt.  Die Rate des Telomerverlustes wird zunehmend als Marker für biologische Alterung und Überlebenswahrscheinlichkeit verwendet.  In Studien an vielen Organismen wurde der Telomerverlust mit erhöhtem Metabolismus, biologischem Stress und Krankheit verbunden.

ForscherInnen vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung und dem Institut für Umweltwissenschaften der Universität Nyíregyháza in Ungarn haben eine mitteldurchlaufende und zuverlässige Methode zur Messung der relativen Telomerlänge in Uferschwalben (Riparia riparia) validiert. Beim Test einer Population unterschiedlich alter Individuel aus Ostungarn fanden sie eine signifikante negative Beziehung zwischen relativer Telomerlänge und Alter und beobachteten einen deutlichen Abfall der Telomerlänge in älteren Altersklassen (> 4 Jahre), aber keine Beziehung zu Geschlecht oder Körpermasse. Die beschriebene Testmethode wird es erlauben, Langzeitstudien zur Telomere-Dynamik von Uferschwalben in wilden Populationen mit verschiedenen life-history und gesundheitlichen Eigenschaften durchzuführen.

Der Artikel "A Simple and Reliable Medium-Throughput Method to Measure Relative Telomere Length in Sand Martins  [Link 11]Riparia riparia [Link ]" von Steve Smith, Richard Wagner, Tibor Szép, Franz Hoelzl & Mónika Molnár ist in der Zeitschrift BioOne erschienen.

(Web-Redaktion am 7.11.2016)

 

Workshop "The Symbolic Animal - Evolution and Neuroethology of Aesthetics"

Höhlenmalerei eines Steppenbisons in der Höhle von Altamira (Replik, Museo Nacional y Centro de Investigación de Altamira, Santilla del Mar, Cantabria, Spanien) (Foto Ramessos via Wikimedia Commons)
Foto der Höhlenmalerei in Altamira [Link 12]

Vom 15.-19. Oktober 2016 fand in Erice, Sizilien, ein Workshop zum interessanten Thema "Das symbolische Tier - Evolution und Neuroethologie der Ästhetik" statt. 

Der Hauptzweck des Workshops war es die biologischen Mechanismen zu untersuchen, die der Symbolbildung und der Wahrnehmung und Wertschätzung der Schönheit zugrunde liegen, von den attraktiven Merkmalen sexuell selektierter Charakterzüge bis zu den menschlichen figurativen Künsten.

Organisiert wurde es von Leonida Fusani vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und Vittorio Gallese von der Universität Parma & University of London.  

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Seminar am Wilheminenberg

Jeden Mittwoch im Semester findet das "Seminar am Wilhelminenberg" in unserem Haus statt, ein wissenschaftliches Kolloquium bei dem führende WissenschafterInnen aus aller Welt neueste Forschungsergebnisse präsentieren.

Seminarprogramm
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