Onko-Anästhesie

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Hiermit möchten wir Ihnen eine Vorstellung vom Ablauf der anästhesiologischen Betreuung während der Bestrahlungstherapie vermitteln. Unser Ziel ist es, durch Aufklärung Unsicherheiten und Ängste abzubauen. Wir hoffen damit die Bestrahlungstherapie und eventuelle Untersuchungen Ihres Tieres so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.

Voruntersuchung

Vor dem Eingriff wird ein Tierarzt unserer Anästhesieabteilung Ihr Tier untersuchen und offene Fragen mit Ihnen besprechen. Eine erste Blutuntersuchung vor dem Beginn der Bestrahlungstherapie soll Aufschluss über die Funktion wichtiger Organe geben und sollte daher max. 4-12 Wochen alt sein. Es ist günstig, bereits vom Haustierarzt erhobene Befunde mitzubringen. Abhängig vom Ergebnis der Voruntersuchung und dem geplanten Eingriff kann es notwendig sein, weitere Untersuchungen (Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchung, Herzuntersuchung mit EKG) durchzuführen.
Im Verlauf der Strahlentherapie wird die Blutuntersuchung regelmäßig wiederholt, um die Funktion wichtiger Organe zu überprüfen.

Vorbereitung

Am Vorabend einer Sitzung der Bestrahlungs-Therapie dürfen Sie Ihrem Tier ab 22:00 Uhr nichts mehr zu fressen geben. Falls Ihr Tier trotzdem etwas gefressen hat, bitten wir Sie, uns dies unbedingt mitzuteilen. Während der Anästhesie sind die Schutzreflexe unterdrückt, sodass im Falle von Erbrechen Mageninhalt in die Lunge gelangen kann. Diesen Vorgang nennt man Aspiration, die schwere Lungen-Entzündungen und bleibende Schäden der Lunge zur Folge haben kann.

Anästhesie

Die einzelnen Sitzungen der Bestrahlungstherapie erfolgen während einer kurzen Anästhesie, damit eine präzise und korrekte Lagerung des Patienten gesichert ist. Jedes Tier bekommt einen Venenzugang und wird an eine Infusion angeschlossen. Ihr Anästhesist wählt das für Ihr Tier am besten geeignete Anästhesieverfahren aus. Der Luftweg wird gesichert  und auf diese Weise wird Ihrem Tier Sauerstoff verabreicht und es kann wenn nötig, beatmet werden.
Der Anästhesist ist während der gesamten Anästhesie anwesend und kontrolliert, unterstützt durch unterschiedliche Überwachungsgeräte, laufend die Körperfunktionen und den Gesamtzustand des Patienten.
Die ständige Betreuung durch einen Anästhesisten und die Überwachung mit Hilfe technischer Geräte haben das Risiko ernsthafter Zwischenfälle erheblich verringert. Dennoch bringt eine Anästhesie wie auch beim Menschen immer ein gewisses Risiko mit sich.

Aufwachphase

Nach dem Eingriff sorgt im Aufwachraum unser Team für ein ruhiges Aufwachen und die Ausschaltung des Schmerzes und führt die Kontrolle wichtiger Vitalfunktionen wie Atmung und Kreislauf durch.

Schmerztherapie

Tiere können uns ihre Schmerzen nicht mit Worten mitteilen. Deshalb ist eine zufrieden stellende Schmerzbehandlung ein wichtiges Anliegen aller Ärzte und Pflegekräfte.  Anästhesisten sind speziell für die  Schmerztherapie ausgebildet und  werden von  behandelnden Tierärzten zur Beratung zugezogen.

Liebe Tierbesitzerin,
lieber Tierbesitzer

Eine optimale individuelle Anpassung der Anästhesie soll Ihrem Tier ermöglichen, während der Strahlentherapie seinen gewohnten Alltag beizubehalten. Dabei hilft uns Ihre Rückmeldung über das Verhalten Ihres Tieres zuhause.
Wir bitten Sie folgende Fragen mit einem Mitarbeiter des Onkologie-Teams vor der jeweiligen Sitzung zu besprechen:

  • Wie lange dauert es, bis sich Ihr Tier wieder völlig von der Anästhesie erholt hat?
  • Schläft Ihr Tier mehr als üblich?
  • Wie verhält es sich beim Spazierengehen?
  • Hat sich das Verhalten Ihres Tieres seit  Beginn der Strahlentherapie verändert?
  • Zeigt Ihr Tier vermehrt Husten oder Würgen?
  • Hat Ihr Tier erbrochen?
  • Hat sich der Appetit oder Durst verändert?
  • Zeigt Ihr Tier Schmerzen oder hat sich die Schmerzsymptomatik gebessert?

Vielen Dank für Ihre Mithilfe
Ihr Anästhesie-Team

 

  

Folder Anästhesiologie und perioperative Intensivmedizin

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