Ursprung und Domestikation der Altweltkamele

 
Junge Wissenschafterin P. Charruau auf einer Forschungsreise in die Mongolei, im Hintergrund Hauskamele (Foto P. Burger)
Foto von Pamela Burger mit Kamelen
 

Domestikation: ein langer Prozess

Wann und wo haben sich moderne Kamele entwickelt?  Diese Frage aus der Evolutionsgeschichte und Domestikation der Dromedare (Camelus dromedarius) und Trampeltiere oder baktrischen Kamele (C. bactrianus) ist erst seit kurzem ein Thema in der molekularen Genetik.  Innerhalb der Altwelt-Kamele fand die Spaltung zwischen Dromedaren und Trampeltieren vor ungefähr 5 Millionen Jahren v. Chr. statt, um einiges später als aufgrund phylogenetischer Studien angenommen worden war (8 Million Jahre v.Chr.).  Aufgrund archäologischer Daten über die Domestikation von Dromedaren, weiß man dass diese vor 3-4000 Jahren im südöstlichen Teil der Arabischen Halbinsel stattfand.  Früher nahm man an, dass der namensgebende Ursprung der zwei-höckrigen baktrischen Kamelen in Baktria (heute Afghanistan und Turkmenistan) lag.  Heute geht man eher von möglichen Domestikationszentren in Westasien for 5-6000 Jahren aus.

Für beide Kamelarten sammeln wir Proben von weltweiten Populationen.  Genetische Daten geben uns Einblicke in urgeschichtliche demografische Vorgänge, da solche im genetischen Profil Spuren hinterlassen haben.  Wir haben zwei Haupt-Hypothesen:

  • Die multi-regionale Hypothese geht davon aus, dass moderne Kamele direkt von alten Wildformen in verschiedenen Teilen der alten Welt abstammen.
  • Die "single-origin" (einziger Ursprung) Hypothese definiert je eine bestimmte Population für Dromedare und baktrische Kamele, welche zunächst domestiziert und dann verbreitet wurde.

Um diese Hypothesen zu testen setzen wir Analysen der mitochodrialen DNA (mtDNA), welche einzig von der Mutter vererbt wird, und der Zellkern-DNA, welche von beiden Elternteilen vererbt wird, ein.

Hybridisierung zwischen wilden und Hauskamelen

Hybridisierung zwischen wilden Tierarten und deren Haustierverwandten bedroht oft den Genpool wilder Arten.  Die letzte wilde Kamelpopulation in der Mongolei ist ein Beispiel für eine solche Bedrohung.  Es wurden bereits in der wilden Kamelpopulation im Gobi Schutzgebiet "A" Hybridkamele entdeckt.  Die Hybridisierung zwischen weiblichen Hauskamelen und männlichen Wildkamelen wurde in der Randzone des Schutzgebietes als großes Problem eingestuft. 

Wir verwenden mitochodriale DNA PCR-Restriktionsfragment-Polymorphismus-Analyse und nukleare Mikrosatelliten-Marker zur Erforschung des Ausmaßes der Hybridisierung in mongolischen Wildkamelpopulationen.

Projektlaufzeit: 4.6.2012-3.10.2015

 

Wissenschaftliche Förderung durch

  • FWF 1, Projekt P21084-B17

 

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