Phänotypische Plastizität während des frühen Lebens

In Umgebungen mit variablen Bedingungen ist der Zeitpunkt der Fortpflanzung der Schlüssel für den Fortpflanzungserfolg und das Überleben von Tierarten. Es ist wichtig, dass die Trächtigkeitsperioden, die Geburt und die Entwicklung der Jungtiere mit der optimalen Nahrungsverfügbarkeit übereinstimmen, um die Überlebenschancen zu maximieren.

Im Sommer kann sich der Rückgang der Umgebungstemperaturen und der Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in Verbindung mit einer schlechten Nahrungsmittelqualität mit den Anforderungen für Wachstum und Entwicklung von Jungtieren überschneiden. Dies wird insbesondere bei Spätgebärern beobachtet, d. H. bei Arten, die sich spät in der Fortpflanzungssaison fortpflanzen und Junge zur Welt bringen.

Vor dem Hintergrund globaler Veränderungen werden Verfügbarkeit und Qualität trophischer Ressourcen in bereits variablen Umgebungen in hohem Maße von unvorhersehbaren klimatischen Ereignissen beeinflusst, deren Häufigkeit und Intensität ständig zunimmt. Daher erscheint es entscheidend, die phänotypische Plastizität der physiologischen Reaktionen von Tierarten, insbesondere in ihren frühen Lebensstadien, sowie die ökologischen und evolutionären Konsequenzen solcher Strategien als Reaktion auf große und schnelle Umweltveränderungen zu bestimmen und zu charakterisieren.

In dieser Hinsicht sind heterotherme Arten besonders gute Modelle, um diese Anpassungen zu untersuchen, da juvenile Heterothermen sowohl ihre Wachstums- als auch ihre Wintermast sicherstellen müssen, um ihren ersten Winter bereits im Winterschlaf zu überleben.
 

Dieses Forschungsprogramm hat zwei Hauptachsen:

1) die Ontogenese von energiesparenden Strategien von juvenilen Heterothermen 1, und

2) die Prozesse von Wachstum und Entwicklung, entsprechend dem Zeitpunkt der Reproduktion und der Verfügbarkeit und Qualität von Nahrungsmitteln.

Innerhalb jeder Achse wollen wir die physiologischen und Verhaltensmechanismen (von der Ganzkörperebene bis zum Molekül) sowie die ökologischen und evolutionären Konsequenzen (von Individuum zu Population) der phänotypischen Plastizität in frühen Lebensphasen bestimmen. Insbesondere werden wahrscheinlich jene Energiesparstrategien, die den Individuen die höchste Flexibilität verleihen, erhalten bleiben und über die Populationen verteilt werden.

Grafik über phänotypische Plastizität 2
 

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