Information im Pferdeschwanz- Isotopen Analyse zur Ökologie dreier Equiden

Photo von einem Przewalskipferd, das ein anderes in den Schwanz beißt 1
 
Woher kommt die stabile Isotopensignatur? (Grafik: M. Burnik-Sturm)
Grafik "Woher kommt die stabile Isotopensignatur?" 2
Eselschwanz
Photo zeigt Eselschwanz 3
Mongolische Hauspferde
Photo zeigt mongolische Hauspferde 4
Pferdeschwanz an Reitpferd
Photo zeigt Pferdeschwanz an Reitpferd 5
Streitende Wildesel
Photo zeigt streitende Wildesel 6
Przewalskipferd mit Fohlen
Photo zeigt Przewalskipferd mit Fohlen 7
Wildesel mit Fohlen
Photo zeigt Wildesel mit Fohlen 8
Przewalski Pferd in der Wüste Gobi
Photo zeigt Przewalski Pferd in der Wüste Gobi 9

Alle heutigen Equiden Arten gleichen sich in Größe und Form und scheinen eine sehr ähnliche ökologische Nische zu besetzen. Es gibt jedoch nur wenige Regionen in denen mehrere Arten überlappend vorkommen. Sowohl die Ressourcennutzung als auch die physiologischen Anpassungen an geographische und ökologische Gegebenheiten sind noch wenig erforscht. In der Dzungarischen Gobi in der SW Mongolei teilen sich drei Equiden Arten, der Asiatische Wildesel (Equus hemionus), das wiedereingebürgerte Przewalski Pferd (Equus ferus przewalskii) und das Hauspferd (Equus caballus), den gleichen Lebensraum. Es bietet sich somit eine einzigartige Möglichkeit für vergleichende ökologische Studien. Kontinuierliche Beobachtungen von Wildequiden sind in der unwirtlichen Gobi und wegen der weiträumigen Wanderbewegungen der Tiere kaum durchzuführen. Physiologische Untersuchungen machen dagegen entweder den Einsatz von invasiven Techniken oder die Beschränkung auf Tiere in Gefangenschaft nötig.

Untersuchungen von stabilen Isotopen sind in kurzer Zeit zu einem wichtigen Werkzeug zur Untersuchung von Ernährungsgewohnheiten, Wasserbedarf oder Wanderungsverhalten von Tieren geworden. Es können dabei sowohl „frische“ Proben, historische aber auch Probenmaterial von ausgestorbenen Tieren untersucht werden. Bestimmte Haare und Zähne wachsen kontinuierlich und enthalten daher, wenn sie entlang der Wachstumsachse beprobt werden, saisonale Information zu Fressverhalten und Wanderungsbewegung. Wilde Pferdeverwandte (Equiden) waren in prähistorischer Zeit sehr zahlreich und über eine große geographische Region verbreitet. Sie eignen sich daher ideal zur Untersuchung von paläoernährungs- und paläoklimatologischen Rekonstruktionen mittels Isotopenuntersuchungen. Prähistorische Isotopenergebnisse wurden vielfach durch Untersuchung an heutigen Equiden kalibriert. Aus diesem Grund existiert ein vertieftes Wissen über die Aufnahme und den zeitlichen Verlauf von verschiedentlich zusammengesetztem Futter (insbesondere im Bezug auf den Kohlenstoff) auf die Isotopenzusammensetzung im Gewebe von Pferden. Im vorliegenden 3-Jahresantrag schlagen wir daher vor mittels Isotopenuntersuchung von Schwanzhaarinkrementen indirekte Information über die saisonale Nahrungsökologie, den Wasserbedarf, dem Wanderungsverhalten und dem Stoffwechsel zu erfassen.

Das Przewalski Pferd ist von besonderem Interesse, da es in freier Wildbahn ausstarb und erst später in seinen ursprünglichen Lebensraum wiedereingebürgert wurde. Vor dem Aussterben des Przewalski Pferdes wurden praktisch keine ökologischen Informationen gesammelt und daher sind viele Aspekte seines ursprünglichen Verhaltens (z.B. Wanderungsverhalten) unbekannt. Durch den Vergleich der Isotopendaten von historischen mit denen von heutigen Przewalski Pferden und denen von Asiatischen Wildeseln und Hauspferden aus derselben Region können daher substanzielle Information zur Rekonstruktion der ursprünglichen Ökologie des Przewalski Pferdes erwartet werden.

 

Laufzeit  01.04.2012-30.09.2016
 

Wissenschaftliche Förderung

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Forschungspartner

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PD Dr. Christian Voigt, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.


 

Zusätzliche Information


 

Wissenschaftlicher Kontakt zum Projekt

Dr.rer.silv. Petra Kaczensky, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna

T. +43 (1) 25077-7181

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Dr. Martina Burnik Sturm, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna

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Allgemeiner Kontakt

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