Lehre

Der Tierarzt/ die Tierärztin als Sachverständiger/e für die Hygiene und Sicherheit von Lebensmitteln tierischer Herkunft ist ein Rollenbild, das erst Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist, und damit - im Vergleich zur kurativen Tätigkeit am Tier - recht jung ist. Wenn in diesem Fachgebiet auch die Hygiene und Technologie von Lebensmitteln im Vordergrund steht, bestehen naturgemäß starke Bezüge zu den Fächern, die sich mit der Gesundheit der (Nutz-)Tiere befassen, also Anatomie und Pathologie, Bakteriologie, Virologie, Pharmakologie, Tierhaltung und -ernährung und klinischen Fächern.

In neuerer Zeit sind Qualitätssicherung und das Wissen um situations- und gefahrenangepaßte Vorgangsweise (Risikobewertung) hinzugekommen. Lebensmittelhygiene ist damit eine Disziplin, die auf vielen anderen Fächern aufbaut. Die Komplexität und der Stoffumfang bedingen, dass, insbesondere was die praktische Tätigkeit des Tierarztes in der Lebensmittelüberwachung betrifft, während des Grundstudiums nur eine „Startkompetenz“ unter Einhaltung der Grundsätze der „Bologna-Deklaration“ vermittelt werden kann, die in vertiefenden Studien oder postgradualer Ausbildung und Praxis zu vervollständigen ist.

Diese „Startkompetenz“ umfaßt Kenntnisse in den gemäß EU Recht für Lebensmitteltierärzte essentiellen Fachbereichen [VO (EG) 854/2004 1]. Eine wesentliche Komponente sind Lernunterlagen, die aktuell und fächerübergreifend gestaltet sind.

Konsequenterweise haben wir 2006 mit der Erstellung eines Lehrbuches 2 begonnen, das Lebensmittel- und Futtermittelhygiene und Tierhaltung integriert. Es freut uns besonders, dass dieses, im deutschen Sprachraum einmalige Werk im Mai 2007 erschienen ist.