Erfolgreiche Drittmitteleinwerbung der Pathologie

Beispiel für Färbung von zwei Protozoen (Quelle: VUW/Weissenböck)

Mikroskopische Aufnahme von zwei gefärbten Protozoenarten 1

In der Kuratoriumssitzung von Ende Juni hat der FWF wieder ein Projekt der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) bewilligt. Unter dem Titel „Protozoennachweis mit in situ Hybridisierung“ arbeitet ein Team rund um Ao.Univ.Prof. Dr. Herbert Weissenböck an der Verbesserung des Nachweises von Protozoen. Solche einzelligen Lebewesen sind häufig Parasiten und Krankheitserreger, die unter anderem in tierischen Lebensmitteln vorkommen und – nach Meinung der VUW-Forscher – durch derzeitig verwendete Routineuntersuchungen nicht immer richtig diagnostiziert werden.

Seit Jahren beschäftigen sich Wissenschafter des Instituts für Pathologie und gerichtliche Veterinärmedizin mit verschiedenen Aspekten der Infektionsmedizin. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Darstellung von Krankheitserregern in Gewebeschnitten. Dabei geht es nicht nur um die Feststellung der Anwesenheit eines Erregers, sondern es wird gleichzeitig auch Information über Menge und Verteilung von Erregern erhalten. Dadurch wird es möglich, Krankheitserreger und durch sie verursachte Gewebsveränderungen direkt in Beziehung zu setzen. Dies ist in der Infektionsmedizin von enormer Bedeutung, weil die bloße Präsenz eines Erregers noch lange nicht heißt, dass er auch Krankheitsursache ist.

Mit Gensonden und Färbung sichtbar gemacht

Ein Team um Ao.Univ.Prof. Dr. Herbert Weissenböck setzt hier vor allem auf die Technik der in situ Hybridisierung. Hier wird mit sogenannten Gensonden eine für bestimmte Erreger spezifische Sequenz ihrer Erbinformation identifiziert. Das Binden der Gensonden wird durch eine Farbreaktion sichtbar gemacht, die in den Schnittpräparaten permanent erhalten bleibt. Mit dieser Technologie sind im Grunde alle Krankheitserreger, wie Viren, Bakterien, Pilze und Protozoen, darstellbar.

Protozoen besser identifizieren

Der FWF hat nun Geldmittel bewilligt, die den Einsatz dieser Technologie in der Identifikation von Protozoen auf ein breiteres Fundament stellen soll. Aufbauend auf erfolgreichen Anwendungen für die Identifikation von Protozoen in diagnostischen Proben und im Rahmen experimenteller Infektionen (z.B. Histomonaden beim Geflügel, Amöben bei Schlangen) ist im Rahmen dieses Projekts der Aufbau einer Sondenkollektion geplant, die eine breite Palette zunächst veterinärmedizinisch bedeutender Protozoen abdecken soll.

Es soll damit ein Werkzeug etabliert werden, das für diagnostisch tätige Veterinärmediziner, aber auch für experimentelle Studien große Bedeutung haben wird. Weiters erfährt der Focus Protozoologie, der auch am Institut für Parasitologie und an der Klinik für Geflügel besteht, eine zusätzliche Verstärkung.

Nebenstehendes Bild zeigt die Doppelfärbung von zwei Protozoenarten im Magen einer Schlange (Cryptosporidien: schwarz; Monocercomonas: rot) nach sequentieller Anwendung von zwei Gensonden.

Weitere Informationen

Ao.Univ.Prof. Dr. Herbert Weissenböck
Institut für Pathologie und gerichtliche Veterinärmedizin
Telefon: 0043(0)1/25077-2418
E-Mail an Herbert Weissenböck senden 2

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Kategorie: Forschung, Startseite, Stipendien & Preise

 

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