Vier von acht Europäern: Wissenschafter der Vetmeduni Vienna publizieren in amerikanischem Fachjournal

Aktuelles Cover der VCNA

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Die Novemberausgabe des amerikanischen Fachjournals „Veterinary Clinics of North America – Food Animal Practice“ widmet sich dem Thema „Ultraschall bei Rindern“. Unter den internationalen Experten, die zu diesem Thema Stellung beziehen, sind vier Wissenschafter der Vetmeduni Vienna: Ao.Univ.Prof. Dr. Sonja Franz und Dr. Martina Flöck von der Klinik für Wiederkäuer, Ass.Prof. Dr. Margarete Hofmann-Parisot von der Plattform Biostatistik sowie Ao.Univ.Prof. Dr. Johann Kofler (Klinik für Pferde, Abteilung Großtierchirurgie und Orthopädie).

„Neben vier weiteren Europäern aus der Schweiz und Italien sind nur wir von der Vetmeduni Vienna eingeladen worden, einen Beitrag zu diesem Thema zu leisten“, freut sich Prof. Kofler. „Ich nehme an, wir wurden aufgrund unserer regen Publikationstätigkeit und praktischen Expertise in diesen Fachgebieten eingeladen, einen Beitrag für diese Ausgabe zu verfassen“, so der Wissenschafter.

Die vier Experten der Vetmeduni Vienna beschäftigten sich mit drei Spezialgebieten der Ultraschalldiagnostik beim Rind: Prof. Kofler schildert in seinem Beitrag den Einsatz der Ultraschalldiagnostik bei der Diagnose von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Prof. Franz, Dr. Flöck und Dr. Hofmann-Parisot geben Einblick in die Anwendungsmöglichkeiten der nicht-invasiven Ultraschalldiagnostik an Euter und Zitzen. Aber auch Erkrankungen der Nieren und der Harnwege lassen sich durch gezielte sonographische Untersuchungen besser und leichter diagnostizieren, erläutert Dr. Flöck in ihrem Beitrag.

Die Beiträge im Überblick:

„Ultraschall als diagnostische Methode zur Untersuchung von Erkrankungen
des Bewegungsapparates beim Rind“
Johann Kofler

In den vergangenen 15 Jahren ist die Untersuchung des Bewegungsapparates von Rindern mittels Ultraschall zu einer weltweit gängigen Methode in vielen Veterinärschulen geworden. Die Ultraschalldiagnostik eignet sich ideal, um Erkrankungen der Weichteilgewebe des Bewegungsapparates wie Gelenke, Sehnen und Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Muskulatur bzw. Schwellungen jeder Art zu untersuchen, da diese immer einhergehen mit ausgedehnten Entzündungen und Ansammlungen von Flüssigkeiten. Prof. Kofler ist es in seinem Artikel ein besonderes Anliegen, allen Veterinären die Verwendung des Ultraschalls bei orthopädischen Erkrankungen des Rindes näher zu bringen, daher sind die Orientierungspunkte für jede Gelenkregion genau beschrieben, weiters ist die Positionierung des Schallkopfes für jede einzelne Region schematisch wiedergegeben und mit einem physiologischen bzw. einem pathologischen Befund dieser Region illustriert.

“Ultraschall von Euter und Zitze beim Rind”
Sonja Franz, Martina Flöck, Margarete Hofmann-Parisot

Mit Hilfe des Ultraschalls können Euter und Zitzen eines Rindes nicht-invasiv untersucht werden. Beim stehenden Tier wird dabei mit Hilfe eines Hochfrequenzscanners (7.5–10.0 MHz) die Zitzenstruktur untersucht (Zitzenkanal, Fürstenbergrosette). Mit Hilfe des Ultraschalls können pathologische Veränderungen des Euters und v.a. auch der Zitzen wie z.B. Entzündungen, Verletzungen, Gewebswucherungen, Fremdkörper, Milchsteine, Hämatome oder Abszesse genau lokalisiert und abgegrenzt werden.

“Ultraschall bei Harnwegsstörungen des Rindes”
Martina Flöck

Auch bei Rindern, die unter Erkrankungen der Nieren und der Harnwege leiden, ist der Ultraschall eine hilfreiche Diagnosemethode. Damit lassen sich Nierenbeckenentzündungen, Harnsteine, Nierenzysten, Nierentumore, Entzündungen der Harnblase, Blasenrupturen, Blasentumore oder in seltenen Fällen akute und chronisch entzündliche Erkrankungen der Niere (z.B. Glomerulonephritis oder embolische Nephritis) leicht diagnostizieren.

Dr. Flöck geht in ihrem Artikel besonders darauf ein, wie sich mittels Ultraschall die verschiedenen anatomischen Strukturen des Harnwegstraktes von Rindern durch verschiedene Techniken (transkutan, transrektal) untersuchen lassen, welche wichtigen Orientierungspunkte es gibt und wie sich ein normaler, pathologisch unauffälliger Harnwegstrakt beim Rind präsentiert. Die Autorin geht auch auf Vergleichsdaten beim Pferd und Menschen ein und nutzt das bereits bestehende Wissen über diverse Erkrankungen bei diesen Spezies, um vergleichbare Erkrankungen beim Rind besser verständlich zu machen.

Weitere Informationen:

„Veterinary Clinics of North America – Food Animal Practice“ 25 (3), 2009

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