Morphologie macht Funktion sichtbar – Antrittsvorlesung von Univ.Prof. Dr. Monika Egerbacher

Univ.Prof. Dr. Monika Egerbacher

Univ.Prof. Dr. Monika Egerbacher 1

Am Mittwoch, den 8. Mai 2012, sprach Monika Egerbacher im bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal über „trainierte und untrainierte Sehnenzellen“.

Die gebürtige Tirolerin hat bereits während ihres Studiums der Veterinärmedizin an der Vetmeduni Vienna die Liebe zur Morphologie entdeckt und sich in ihrer Dissertation der Morphologie von Akupunkturpunkten bei Rind und Hund gewidmet. Es folgten Studien histologischer Methoden in Hannover (D) sowie sechs Monate am College of Veterinary Medicine in Ames (Iowa, USA), wo Egerbacher neben Vorstudien für ihre Habilitation auch Histologie unterrichtete. Sie kehrte nach Wien zurück, wo sie im Jahr 2000 ihre Habilitation abschloss. Es folgten weitere zwei Jahre in den USA, in denen Egerbacher am College of Veterinary Medicine in East Lansing (Michigan, USA) an der Morphologie und Funktion von Sehnen forschte. 2007 kehrte sie erneut nach Wien zurück und leitete das damalige Institut für Histologie zwei Jahre lang interimistisch. Egerbacher hat nach wie vor Kontakte in die USA und zu weiteren nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, die sich auch in einer Reihe von Forschungskooperationen ausdrücken. Seit 1. Oktober 2011 leitet die anerkannte Expertin in Histologie und Embryologie als neu berufene Professorin das Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie der Vetmeduni Vienna.

Von trainierten und untrainierten Rattenschwanzsehnen

In ihrer Antrittsvorlesung gab Egerbacher einen spannenden Einblick in ihre aktuelle Forschungstätigkeit und behandelte Fragen wie: Entstehen Sehnenschäden durch Über- bzw. Unterbeanspruchung der Sehnen? Können sich diese regenerieren? Und wie trainiert man Sehnen richtig?

Als bevorzugtes Forschungsmodell werden Sehnen von Rattenschwänzen verwendet, da diese „leicht erhältlich, lang und dynamisch“ seien. Einzelne Sehnenfaszikel werden in in-vitro-Kulturen verbracht, deren Degeneration und Regeneration unter unterschiedlichen Beanspruchungen studiert, Sehnenschäden mit molekularbiologischen Methoden nachgewiesen und die medikamentöse Beeinflussung dieser Schäden untersucht. „Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass eine Unterbeanspruchung der Sehnen zu einem Abbau der Matrix, der Sehnengrundsubstanz, führt und dadurch ein erhöhtes Risiko von Sehnenschäden besteht“, erklärte Monika Egerbacher, „um diese Ergebnisse praktisch anwenden zu können, müssten aber nach den in-vitro-Studien an Zellkulturen noch in-vivo-Studien folgen.“

Während des gesamten Vortrags ist ihre Begeisterung für ihr Fachgebiet zu spüren – Monika Egerbacher schließt mit den Worten, „sie blicke froh in die Zukunft und freue sich schon darauf ihre Tätigkeit am Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie gemäß dem Universitätsmotto „souverän, engagiert und verantwortungsbewusst“ weiterzuführen.“

am )

Kategorie: Studium, Veranstaltung,  3 Startseite