Das Kompetenz-Projekt PVM (Präventive Veterinärmedizin) lud zum Stakeholder-Meeting

Teilnehmer des PVM Stakeholdermeetins (Foto: Martin Bobal)

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Am 4. Juli fand am Campus der Vetmeduni Vienna ein Stakeholder-Meeting zum Kompetenzprojekt Präventive Veterinärmedizin (PVM) statt. Nach der feierlichen Begrüßung durch Rektorin Dr. Sonja Hammerschmid sprachen zahlreiche ExpertInnen zu aktuellen Themen der Schweinegesundheit und der sicheren Fleischproduktion. Vortragende waren unter anderem Univ.Prof. Dr. Martin Wagner, Leiter des Instituts für Milchhygiene, Univ.Prof. Dr. Thomas Blaha (Tierärztliche Hochschule Hannover), Univ.Prof. Dr. Jürgen Zentek (Freie Universität Berlin), Univ.Prof. Dr. Armin Saalmüller (Leiter des Instituts für Immunologie), Univ.Prof. Dr. Josef Köfer (Leiter des Instituts für Öffentliches Veterinärwesen) und Ao.Univ.Prof. Dr. Friedrich Schmoll von der AGES.

Einige Schwerpunkte der Veranstaltung

Dr. Jürgen Zentek, Freie Universität Berlin, sprach über Tierfütterung in der Lebensmittelproduktion als wichtigen Gesundheits- aber auch Kostenfaktor. Futtermittel werden zunehmend ein knappes Gut, da Ackerflächen für die Biospritproduktion verwendet werden. Schimmelpilzgifte  können Futtermittel kontaminieren. Im Projekt PVM wurde ein neuer Angriffspunkt gefunden, mit der die Mykotoxine produzierenden Schimmel schon am Feld bekämpft werden könnten. PVM zeigte weiters, dass die Fütterung beim Schwein durch Beigabe gewisser pflanzlicher Zusatzstoffe effizient verbessert werden kann.   

Univ.Prof. Dr. Armin Saalmüller erörterte die Entwicklung eines neuen Verfahrens, mit dem gezeigt werden kann, wie Schweine auf eine Impfung reagieren und wie gut der Schutz auf eine Impfung sein wird. Es wurde neue Wege gefunden, die Immunantwort von Schweinen auf eine Impfung besser zu verstehen und eine Zellklasse charakterisiert, die beim Schwein eine wichtige Rolle in der Erregerabwehr spielt.

Univ.Prof. Dr. Josef Köfer informierte die VeranstaltungsteilnehmerInnen zu Schlachtparametern. Jede Schweinekarkasse wird von TierärztInnen am Schlachthof in Österreich auf sichtbare Mängel untersucht. Vergleichbar ist das mit einer Obduktion beim Menschen, wo man ebenfalls von Organveränderungen auf Krankheiten schließt. Die vor dem Projektbeginn eingegebenen 55 Parameter konnten auf 22 essentielle Parameter reduziert werden. Durch Datenvergleiche wurde ermittelt, dass die Veränderungen an Organen beim Schlachtschwein in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind, was für eine klare Verbesserung der Tiergesundheit spricht. Weiters wurde an mehr als 6.000 Einzeltierbefunden gezeigt, dass die Impfung gegen Porcine Circovirus (PCV) signifikant mit einer Verringerung von pathologischen Veränderungen an der Lunge einhergehen. Impfen gegen diesen Erreger hilft also auch wirklich.

Weitere Inhalte der Veranstaltung waren schweineassoziierte bakterielle Krankheitserreger wie Salmonellen und Yersinien. In Österreich ist das Auftreten dieser Erreger in der Schweinefleischproduktion relativ selten. Salmonellen spielen in österreichischen Schweinebeständen eine untergeordnete Rolle.

Darüber hinaus wurde ein Testverfahren entwickelt, das den Fleischverarbeitern eine schnelle Erkenntnis über die Schlachthygiene ermöglicht. Somit kann ermittelt werden, ob eine entsprechende Haltbarkeit des Fleisches gegeben ist.

Das Stakeholder-Meeting PVM war die Abschlussveranstaltung zum Kompetenzprojekt Präventive Veterinärmedizin zur Verbesserung der Schweinegesundheit für eine sichere Fleischproduktion.

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