Unter Druck – Blindenführhunde auf Druckbelastungen beim Führen untersucht

Blindenführhunde gehen ständig unter Zug. Ein gut sitzendes Führgeschirr ist deshalb enorm wichtig für die Gesundheit der Tiere. (Foto: Michael Bernkopf/Vetmeduni Vienna)

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Eine Studie der Vetmeduni Vienna zeigt erstmals, welchen Kräften Blindenführhunde ausgesetzt sind. Über das Führgeschirr ist der Hund enormen Zugkräften ausgesetzt. Physiotherapeuten und Bewegungsanalytiker untersuchten verschiedene Führgeschirre und zeigen auf, welches am verträglichsten für Hund und Halter ist. Die Studie wurde vor kurzem im Veterinary Journal veröffentlicht.

Die Forscher interessierten sich für die Druckverteilung am Tier und fanden heraus, dass die rechte Unterseite des Hundebrustkorbs besonders belastet ist. „Blindenführhunde gehen ständig unter Zug und meist rechts vor dem blinden Menschen“, erklärt Tierphysiotherapeutin Barbara Bockstahler.

Die Analysen zeigten, dass ein Blindenführhund bei der Arbeit einer Zugkraft von zehn Prozent seines eigenen Körpergewichts ausgesetzt ist. Am Rücken zeigten sich die geringsten Belastungen. „Viel Bewegung ohne Führgeschirr ist für die Hunde wichtig. So können einseitige Belastungen ausgeglichen werden“, meint Bockstahler.

Steife Metallverbindungen sind für die Tiere am belastendsten. Für Erstautor Christian Peham ist die Wahl des Führgeschirrs, aber auch die Wahl des passenden Hundes, essenziell. Er plädiert: „Blindenführhund und Halter sollten gut zusammenpassen. Nicht nur charakterlich, sondern auch in ihrer Körpergröße und Ergonomie. Flexible und verstellbare Führgeschirre, beispielsweise mit größenverstellbaren Teleskopbügeln, wären ideal.“

Mehr dazu in der Presseaussendung: Zur Presseaussendung "Unter Druck – Blindenführhunde auf Druckbelastungen beim Führen untersucht"

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