Sonne macht Blutgefäße flexibler

Die Sonne in den Bergen ermöglicht dem Körper Vitamin D Produktion auch im Winter. (Foto: Heike Hochhauser/Vetmeduni Vienna)

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Sonnenlicht ist der wichtigste Faktor bei der Herstellung von Vitamin D im Körper. Ein Mangel kann verschiedenste Krankheiten verursachen. Den Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems entschlüsselte nun ein Forschungsteam der Vetmeduni Vienna. Vitamin D reguliert nämlich die Elastizität der Blutgefäße und so auch die Blutdruckamplitude.

Molekularbiologin Olena Andrukhova und Humanmedizinerin Svetlana Slavic, vom Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik an der Vetmeduni Vienna, fanden heraus, dass ein langanhaltender Vitamin D Mangel die Steifigkeit der Blutgefäße erhöht.

Am Beispiel der Aorta, einem elastischen Blutgefäß, das sich bei jeder Pulswelle dehnt und wieder verengt, zeigten die Forscherinnen, dass Vitamin D Mangel das Gefäß weniger flexibel macht. Andrukhova erklärt im Detail: „Vitamin D verstärkt die Herstellung des Enzyms eNOS (endotheliale Stickstoffmonoxid-Synthase). Dieses Enzym wird in der innersten Schicht der Blutgefäße, dem Endothel, gebildet und ist entscheidend für die Regulation des Blutdrucks. Das Enzym produziert nämlich Stickstoffmonoxid (NO), ein wichtiger Faktor für die Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen. Wird zu wenig NO gebildet, werden die Gefäße immer unflexibler. Das führt letztlich zum Bluthochdruck und anderen Kreislauferkrankungen. So steuert Vitamin D indirekt den Blutdruck.“

Licht tanken für Herz und Kreislauf

Institutsleiter Professor Reinhold Erben führt aus: „Es ist nicht so, dass Vitamin D Mangel sofort zu einem Anstieg der Blutdruckamplitude oder des Blutdruckes führt. Aber auf die Dauer kann dieser Einfluss zu kardiovaskulären Schädigungen führen. Vitamin D ist chemisch übersetzt die Sonne in uns, die wir regelmäßig tanken sollten, gerade im Winter. Dabei muss man allerdings bedenken, dass in Mitteleuropa zwischen November und Februar auf Meereshöhe eine Synthese von Vitamin D in der Haut aufgrund der zu geringen UV-B-Strahlung physikalisch unmöglich ist. Alternativen sind Vitamin D Präparate oder Aufenthalt in den Bergen.“

Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die ForscherInnen Anfang diesen Jahres im Journal Molecular Endocrinology.

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