Erstmals Lymphflüssigkeit zur Diagnose der Rinder-Paratuberkulose eingesetzt

Eine Früherkennung der Paratuberkulose trägt maßgeblich zur Herdengesundheit bei. (Foto: citronenrot/ Vetmeduni Vienna)

Zwei Kälber stecken den Kopf zusammen. 1

Für die Rinderseuche Paratuberkulose gibt es bisher keine Behandlungmöglichkeit. Betroffene Tiere müssen möglichst rasch aus der Herde entfernt werden. Um die Krankheit bereits vor dem Ausbruch zu erkennen, setzten Forschende der Vetmeduni Vienna erstmals einen Schnelltest zur Untersuchung der Lymphflüssigkeit ein.

Die Paratuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) verursacht und betrifft vor allem Hauswiederkäuer. Sie führt bei den betroffenen Tieren zu therapieresistenten Durchfällen und Abmagerung und bedetutet daher für landwirtschaftliche Betriebe hohe wirtschaftliche Einbußen.

Für die Paratuberkulose gibt es bislang keine Behandlungsmöglichkeit. Erkrankte Tiere müssen behördlich gemeldet und geschlachtet werden. Das Fleisch erkrankter Tiere ist nicht zum Verzehr geeignet und wird deshalb entsorgt. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es meist zwei bis drei Jahre. Während dieser Zeit scheiden infizierte Tiere die Keime jedoch auch. Die Gesundheit der gesamten Herde steht auf dem Spiel.

Lymphflüssigkeit für Frühtest gut geeignet

Das Bakterium MAP gelangt über den Darm in den Körper und wird von den Makrophagen der Tiere aufgenommen. Diese Immunzellen gelangen dann über die Lymphflüssigkeit in die Lymphknoten, ins Blut und in andere Organe. Momentan untersuchen Labors Kot, Milch und Blut verdächtiger Tiere. Erstautor Lorenz Khol von der Universitätsklinik für Wiederkäuer an der Vetmeduni Vienna entwickelte in Kooperation mit dem College of Veterinary Medicine der University of Florida jedoch eine neue Methode zur Früherkennung der Infektion. Khol entnimmt dazu Flüssigkeit aus den Lymphgefäßen am Euter der Tiere. Wenige Milliliter reichen aus, um den Keim  in der Lymphe nachzuweisen.

„Die Entnahme von Lymphflüssigkeit bei Rindern ist nicht trivial aber mit etwas Übung problemlos durchführbar. Die länglichen Gefäße liegen neben den Venen unter der Euterhaut und können nur während der Laktation punktiert werden. Da sich die Makrophagen zuerst in der Lymphe befindet, gehen wir davon aus, dass dort eine Infektion wesentlich früher und rascher diagnostiziert werden kann, als mit den heute gängigen Methoden“, so Khol.

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