Gegen den Strom – Mobilität der Bakterien als Angriffspunkt zur Krankheitsbekämpfung

Mycoplasma gallisepticum können sich auch an rote Blutkörperchen anheften. (Foto: Michael Szostak / Vetmeduni Vienna)

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Mycoplasma gallisepticum auf Epithelzellen einer Hühnerluftröhre. (Foto: Michael Szostak / Vetmeduni Vienna)

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Sich zu bewegen, hilft vielen Bakterien, in bestimmte Nischen zu gelangen oder sich aus feindlichen Umgebungen zurückzuziehen. Das Bakterium Mycoplasma gallisepticum, ein Krankheitserreger bei Geflügel, kann auf glatten Oberflächen gleiten. WissenschafterInnen vom Institut für Mikrobiologie fanden nun heraus, welche Proteine für diesen Gleitmechanismus verantwortlich sind. Das Gleiten zu unterbinden, könnte die Bakterien weniger infektiös machen, aber auch helfen, einen Impfstoff gegen den Erreger zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Veterinary Research veröffentlicht.

Mycoplasma gallisepticum verursacht chronische Erkrankungen der Atemwege bei Vögeln. Vor allem Hühner- und Putenherden sind von der Tierseuche betroffen. Besonders in Kombination mit weiteren Infektionen ist der Keim lebensbedrohlich für die Tiere. EU-weit müssen Geflügelzuchtbetriebe nachweislich frei von Mycoplasma gallisepticum sein, da sonst die Schließung droht.

Erstautorin Ivana Indikova und Studienleiter Michael Szostak haben nun herausgefunden, dass die Proteine GapA, CrmA und Mgc2 das Bakterium bewegen. „Fehlt dem Bakterium eines dieser drei Proteine, kann es sich nicht mehr eigenständig bewegen. Uns interessiert, ob unbewegliche Mycoplasmen weniger infektiös sind. Wäre das der Fall, könnten wir gezielt Mobilitätsgene ausschalten und so den Keim ungefährlich machen“, erklärt Szostak.

Auch die Entwicklung eines Impfstoffes schwebt den ExpertInnen vor. Eine unbeweglicher und nicht krankmachender Keim könnte Basis für einen neuen Impfstoff sein, den das Immunsystem zwar erkennt und bekämpft, der aber keine Krankheit im Organismus verursacht.

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