Durchfall bei Katzen - Darmparasiten sind häufige Verursacher

Vor allem in Haushalten mit vielen Katzen hält sich eine Infektion mit Darmparasiten hartnäckig. (Foto: Ernst Hammerschmid/Vetmeduni Vienna)

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Wenn Katzen unter Durchfall leiden, kann das verschiedene Ursachen haben. Infektionen mit einzelligen Darmparasiten sind häufig der Grund. Welche dieser Parasiten in Österreich überhaupt vorkommen, haben Forschende der Vetmeduni Vienna bei rund 300 Katzen untersucht. Die häufigsten Erreger waren sogenannte Giardien. Eine der gefundenen Giariden-Arten ist vermutlich auch auf den Menschen übertragbar. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Parasitology Research veröffentlicht.

Barbara Hinney und ihre KollegInnen vom Institut für Parasitologie an der Vetmeduni Vienna haben ein österreichweites Screening durchgeführt, bei dem sie 298 österreichische Katzenkotproben auf einzellige Darmparasiten, sogenannte Protozoen, untersucht haben. Die Proben stammten von Tieren aus Privathaushalten, Katzenzuchten und Tierheimen. Insgesamt waren 56 der 298 Katzen mit mindestens einem Darmparasiten infiziert.

Multikatzenhaushalte häufig betroffen

Besonders hoch ist die Infektionsrate in Haushalten mit vielen Katzen. Auch Haushalte, in denen Jungtiere leben, sind stärker gefährdet. “Junge Katzen müssen sich erst mit dem Erreger auseinandersetzen und sind noch nicht immun, weshalb sich der Erreger hartnäckiger halten kann. Die Tiere scheiden die Parasiten wiederum aus und stecken so andere Katzen an. In Haushalten mit mehreren Katzen besteht daher ein höheres Infektionsrisiko“, erklärt die Erstautorin der Studie Hinney.

Übertragung von Katze auf Mensch nicht ausgeschlossen

Giardien, das sind einzellige Dünndarmparasiten, waren mit mehr als zwölf Prozent die am häufigsten gefundenen Darmparasiten. Sie werden von den Tieren in Form von Zysten beispielsweise beim Fressen aufgenommen, gelangen so in den Dünndarm und können sich dort vermehren. Mit dem Stuhl werden diese Zysten wiederum ausgeschieden und gelangen so erneut in die Umwelt.

„Wir haben überwiegend Giardien-Arten gefunden, die es nur bei Katzen gibt. Eine der gefundenen Arten kommt jedoch auch beim Menschen vor. Eine Übertragung von Katze auf Menschen ist daher nicht auszuschließen“, erklärt Hinney.  

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