Wölfe sind vorsichtiger, aber neugieriger als Hunde

Im Rudel sind Wölfe wie auch Hunde mutiger. (Foto: Peter Kaut)

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WissenschafterInnen des Messerli Forschungsinstitutes fanden heraus, dass Wölfe vorsichtiger auf unbekannte Objekte zugehen als Hunde. Dafür erkunden Wölfe neue Objekte gründlicher. So berichte die Forschenden in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour". Sowohl Wölfe wie auch Hunde seien insgesamt mutiger, wenn sie von einem Artgenossen oder ihrem ganzen Rudel begleitet werden.

Wie achtsam oder beherzt Tiere ihre Umgebung erforschen, beeinflusst ihr Überleben und ihren Fortpflanzungserfolg. Denn dabei könnten sie etwa auf eine neue Nahrungsquelle, einen Partner, Schutz, aber auch auf Feinde oder eine Falle stoßen. Sind sie Neuem gegenüber eher ängstlich, bewahrt sie das vor so mancher Gefahr, dafür entgehen ihnen Möglichkeiten, etwas Neues zu entdecken und dabei zu lernen.

Hunde zeigten weniger Interesse

Die Forscher setzten, legten und stellten ein Fahrrad, ein Buch, einen Teddybären, Helme, einen Gartenzwerg oder einen Gymnastikball in ein Testgehege und beobachteten, wie Wölfe und Hunde darauf reagierten. Außerdem wollten sie wissen, ob die Tiere alleine vorsichtiger oder waghalsiger sind, als wenn sie einen Artgenossen als Partner oder sogar das ganze Rudel als Unterstützung haben.

"Die Hunde sind schneller zu den Objekten hingelaufen als die Wölfe", sagte Marleen Hentrup vom Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna und vom Wolf Science Center in Ernstbrunn (WSC). Die Wölfe gingen zögernder darauf zu und tänzelten "nach dem Prinzip, das könnte ja etwas Schlimmes sein" öfter wieder ein paar Schritte zurück, sagte sie. Doch wenn sie erst einmal bei einem Gegenstand waren, inspizierten sie ihn dafür umso länger. Die Hunde zeigten generell weniger Interesse an neuen Objekten. "Es haben nur ungefähr die Hälfte der Hunde tatsächlich die neuen Objekte begutachtet, aber alle Wölfe", so Hentrup.

In der Gruppe mutiger

Diese Unterschiede könnten eine Folge der Domestikation der Hunde sein, meinen die Forschenden. Denn sie werden in der Regel von ihren BesitzerInnen vor den ärgsten Gefahren bewahrt und durchgefüttert. Wölfe müssen hingegen ihre Ressourcen selbst suchen und Neuigkeiten können für sie größeren Nutzen, aber auch Unheil bringen.

In einem gleichen Wölfe und Hunde einander jedoch: "Wenn sie mit einem Artgenossen oder ihrem Rudel unterwegs waren, zeigten sie sich mutiger, gingen schneller zu den Gegenständen hin und sahen sie sich auch länger an", sagt die Biologin. Das geschieht, weil sich die Tiere in der Gruppe etwaige Risiken teilen können, vermuten die ForscherInnen.

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