Händeringend gesucht: Computer Scientists

Der neue Master Evolutionary Systems Biology startet im Wintersemester 2016/2017. Ameldung ist bis 30. April 2016 möglich.

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Aus VETMED 1/2016 - Die Datenmengen werden immer umfassender. ExpertInnen, die sie nicht nur erheben, sondern auch interpretieren können, sind gefragter, denn je. Das neue Masterstudium „Evolutionäre Systembiologie“ ebnet den Weg für eine vielversprechende Karriere.

Thomas K. studiert Biomedizin und Biotechnologie an der Vetmeduni Vienna im 6. Semester. Mit wenigen Mausklicks findet der Student rasch die nötigen Sequenzdaten für seine Bachelorarbeit. Wie für viele seiner Generation besteht auch für ihn die große Herausforderung in deren quantitativer Auswertung. „Die Vetmeduni Vienna hat früh erkannt, dass im Biomedizinstudium mehr Statistik und quantitative Methoden nötig sind“, stellt Christian Schlötterer, Leiter des Instituts für Populationsgenetik und Professor an der Vetmeduni Vienna, fest. Allein durch Genom- oder Bildanalysen sind heute unvergleichbar mehr Datensätze zugänglich als je zuvor. In den Terabytes an Daten schlummert viel Potenzial, das aber erst nutzbar wird, wenn man sie auswerten und richtig interpretieren kann. Von heutigen BiologInnen wird deshalb immer öfter erwartet, dass sie sowohl Experimentalerfahrung haben, als auch „Computer-Scientist“ sind. Der Populationsgenetiker Schlötterer erinnert sich: „Als Doktorand habe ich kurze DNA-Abschnitte weniger Individuen händisch sequenziert und die Auswertung war einfach. Studierende haben heute per Mausklick Zugang zu mehreren Gigabytes an Datenmaterial. Quantitative, computerbasierte Analysemethoden sind somit unumgänglich.“ AbsolventInnen, die über diese Kompetenzen verfügen, werden in Forschung und Industrie händeringend gesucht.

Wien schließt Marktlücke

Auf diesen Umstand reagiert die Vetmeduni Vienna nun auch damit, dass sie ab nächstem Wintersemester gemeinsam mit der Universität Wien den englischsprachigen Master „Evolutionäre Systembiologie“ anbietet. Ein Alleinstellungsmerkmal am Standort Wien ist die hohe Konzentration an namhaften WissenschafterInnen in den Bereichen Evolutionsbiologie und Populationsgenetik. Mit dem Doktoratskolleg „Populationsgenetik“ ist das Institut für Populationsgenetik ein wesentlicher Baustein des Exzellenznetzwerks. „Das neue Masterstudium ist eine Bottom-up-Initiative der Wissenschafter und füllt eine Marktlücke“, erklärt Schlötterer. Die künftigen Master-Studierenden profitieren von diesem Netzwerk, zu dem auch das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) oder das Gregor Mendel Institute of Molecular Plant Biology GmbH zählen. Mit einem Bachelor in Biomedizin und Biotechnologie stehen dem Studenten Thomas K. die Türen für diesen Master offen. Neben dem richtigen Studienfach sollten alle Interessierten auch zweierlei mitbringen: Freude an quantitativer Datenanalyse und abstraktes Denkvermögen. Beide Fähigkeiten werden im im Masterstudium benötigt.

Viele Karrieremöglichkeiten

Der Neugierde sind im Studium keine Grenzen gesetzt. Fragen wie - Warum unterscheiden sich Arten? Wie hilft Variation und woher kommt sie? Wie passen sich Populationen an Umweltbedingungen an? – markieren oft den Anfang spannender Forschungsprojekte, wie bei Schlötterer, der sich mit der klimawandelbedingten Temperaturanpassung von Fruchtfliegen befasst. Im Studium werden gleich drei Bereiche abgedeckt: Während sich die Populationsgenetik mit den Auswirkungen innerhalb von Arten befasst, nimmt die evolutionäre Entwicklungsbiologie die evolutionären Muster zwischen den Arten unter die Lupe. Die quantitative Systembiologie ist für Schlötterer die „methodische Klammer.“ Spannende Forschungsrichtungen und Auswertemethoden sind bei diesem Master von Anfang an eng miteinander verzahnt. Thomas K. wird so zum Generalisten ausgebildet, der sowohl in der Forschung als auch in der Industrie einsteigen kann. Denn er weiß, wie er das Meiste aus einem umfassenden Datensatz herausholt.

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