Neuer Ansatz für die Behandlung von Lupus entdeckt

Lukas Kenner von der Abteilung für Labortierpathologie war neben Richard Moriggl von der Abteilung für funktionelle Krebsgenomik ein Vertreter der Vetmeduni Vienna im Team um Erstautor Peter Birner von der MedUni Wien. (Foto: Michael Bernkopf/Vetmeduni Vienna)

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Eine internationale Forschungsgruppe hat gemeinsam mit Forschern der Vetmeduni Vienna unter der Leitung der MedUni Wien einen neuen Ansatzpunkt für eine mögliche Therapie der Auto-Immunerkrankung Systemischer Lupus Erythematosus (SLE) im Tiermodell entdeckt. Die Blockade des Botenstoffes Interleukin-6 verhindert dessen Andocken an die Rezeptoren der Zellen und damit die Entstehung von Entzündungen. Die Arbeit wurde im Journal „Experimental Dermatology“ veröffentlicht.

Dem Team um Peter Birner von der MedUni Wien und Lukas Kenner von der Abteilung für Labortierpathologie der Vetmeduni Vienna gelang erstmals der experimentelle Nachweis im Tiermodell, dass das Blockieren von Interleukin 6 (IL-6) bei der chronischen Hauterkrankung Systemischer Lupus Erythematosus (SLE) einen signifikanten Heilungseffekt haben kann.

Interleukin 6 spielt Schlüsselrolle bei Lupus

Die ungehinderte Produktion von IL-6 in Keratinozyten der Haut spielt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Autoimmunerkrankung SLE. Das Ausschalten des IL-6-inhibierenden Faktors JunB in einem sogenannten transgenen Mausmodell ergab deshalb ein SLE-ähnliches Krankheitsbild.

Blockade der Bindung von IL-6 an Rezeptor als neuer Therapieansatz

Der Ansatz der vorliegenden Studie war es, mittels neuer Arzneimittel die Bindung von IL-6 an den Rezeptor (IL-6R alpha) zu blockieren. Bisher gab es noch keine Daten über diese Therapien bei SLE. Zumindest im Tiermodell ist der Therapieansatz nun erfolgreich gelungen. Die behandelten Mäuse zeigten einen deutlich Rückgang der Hautläsionen bis hin zu deren kompletten Rückgang.

Die Blockade von IL-6 Rezeptor alpha könnte eine neuartige und nebenwirkungsarme Therapieoption für SLE- PatientInnen mit primärem Befall der Haut darstellen. „Es ist zu hoffen, dass auch beim Menschen eine deutliche Verbesserung der Symptome sowie eine wesentliche Lebensverlängerung durch das Hinauszögern invasiver Eingriffe erreicht werden kann“, fügt Lukas Kenner von der Vetmeduni Vienna hinzu.

(MedUni Wien, red, 05.04.2016)

Der Artikel „Interleukin-6 receptor alpha blockade improves skin lesions in a murine model of systemic lupus erythematosus“ von.Birner P, Heider S, Petzelbauer P, Wolf P, Kornauth C, Kuroll M, Merkel O, Steiner G, Kishimoto T, Rose-John S, Soleiman A, Moriggl R und Kenner L wurde im Journal Experimental Dermatology veröffentlicht. 2

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