Ursprung der heutigen Dromedare entdeckt

Das Dromedar wurde vor über 3.000 Jahren domestiziert (Foto: Peter Spencer)

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Einhöckrige Dromedare wurden über 3.000 Jahre als Transportmittel in Wüstenregionen genutzt. Bisher war unbekannt, in welcher Region der Mensch Dromedare domestizierte und welches Erbgut sich dabei durchsetzte. Einem Team um Pamela Burger von der Vetmeduni Vienna gelang es nun, diese Wissenslücken zu füllen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PNAS veröffentlicht.

Das Dromedar, das einhöckrige arabische Kamel, hat in nordafrikanischen Ländern einen hohen Stellenwert. Seit Jahrtausenden nutzen es die Menschen Nordafrikas und Asiens zum Transport von Gütern und als Fortbewegungsmittel. "Es gibt jedoch große Wissenslücken hinsichtlich Domestizierung und Entwicklung“, erklärt Pamela Burger vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna. „Wir haben zwar aus den wilden Dromedaren ein Haustier gemacht, wissen aber nicht, wie und wo die Domestizierung begann und wie sie sich auf die heutigen Kamele ausgewirkt hat.“

Wenn der Mensch ein Tier domestiziert, filtert er üblicherweise durch Züchtung das Erbgut jener Tiere heraus, die den meisten Nutzen bringen. Das Team von Burger bewies nun erstmalig, dass dies beim Dromedar nicht der Fall war. Bei den Dromedaren findet man eine große genetische Vielfalt und nicht die durch Züchtung typische geringe Vielfalt des Erbgutes. Das unterscheidet sie von anderen hoch gezüchteten Haustieren.

Genetische Vielfalt blieb dem Dromedar erhalten

Burger und ihr Team sammelten Proben von knapp 1.100 lebenden Kamelen und verglichen diese mit archäologischen Proben von wilden und früh domestizierten Kamelen. Sie stellten durch eine DNS-Analyse fest, dass die Vielfalt im Erbgut in direktem Zusammenhang mit der Verwendung der Dromedare als Transporttiere steht. Durch die Ortswechsel treffen immer wieder unterschiedliche Kamelpopulationen aufeinander. Damit wird das Erbgut regelmäßig durchmischt und die genetische Vielfalt bleibt erhalten. Eine isolierte Gruppe ist daher selten. Nur eine Population von Dromedaren in Ostafrika wich von der allgemeinen genetischen Vielfalt der übrigen Kamele ab. Diese Gruppe ist allerdings schon länger von den anderen Kamelen durch räumliche und kulturelle Unterschiede abgegrenzt.

Mehr dazu in der Presseinformation: "Ursprung der heutigen Dromedare entdeckt" 2

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