Antibiotika – Fluch oder Segen?

Die PodiumsteilnehmerInnen (v.l.):Walter Obritzhauser (Nutztierpraxis), Markus Kasper (Kleintierpraxis), Ulrich Herzog (Gesundheitsministerium), Annemarie Käsbohrer (Vetmeduni Vienna) Franz Allerberger (AGES), Andrea Wüstenhagen (IVPTÖ), Rainer Nowak (Moderation/Die Presse), Sebastian Theissing (Greenpeace), Franz Reisecker (Landwirtschaftskammer), Igor Loncaric (Vetmeduni Vienna). (Foto: Zimmel)

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Unter diesem Motto diskutierten kürzlich ExpertInnen an der Vetmeduni Vienna über die Problematik multiresistenter Keime und die Verantwortung von TierärztInnen.

Die DiskutantInnen waren sich einig -  wir steuern auf eine Zeit zu, in der Antibiotika nicht mehr jene Wirkung haben werden, wie wir sie heute kennen. Die Antibiotikagabe bei Nutztieren und Haustieren spielt dabei eine entscheidende Rolle und hat Auswirkungen auf den Menschen. Der Interessensverband praktizierender TierärztInnen in Österreich (IVPTÖ) lud daher am 11. Juni 2016 an die Vetmeduni Vienna, um dieses brisante Thema zu diskutieren.

Mit dabei waren von der Vetmeduni Vienna Annemarie Käsbohrer (Leiterin des Instituts für Öffentliches Veterinärwesen), Igor Loncaric (Institut für Mikrobiologie), weiters Ulrich Herzog (Gesundheitsministerium) sowie VertreterInnen der Landwirtschaft, aus Nutztier- und Kleintierpraxis sowie Umweltschutz. Rund 150 ZuhörerInnen besuchten die Veranstaltung, darunter auch viele Studierende der Veterinärmedizin, also jene Generation, die dieses Problem ihr ganzes Berufsleben lang begleiten wird.

Ein Tenor der Diskussion war, dass die TierhalterInnen, egal ob von Nutztieren oder Haustieren nicht ausreichend über die Problematik der Multiresistenzen informiert sind. Vor allem die globalen Auswirkungen seien wenigen bewusst und Aufklärung daher dringend nötig. Diese Aufgabe liege auch im Verantwortungsbereich der TierärztInnen. Die öffentliche Hand müsse jedoch dabei unterstützen und einen Teil der Kosten übernehmen. Eine zentrale Forderung war, dass künftig bei Infektionsverdacht routinemäßig Antibiogramme erstellt werden, auch wenn dies mit höheren Kosten verbunden sei. Zur Sensibilisierung der öffentlichen Meinung solle auch das Gesundheitsministerium beitragen.

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