Vetmeduni Vienna restituiert 19 arisierte Bücher

Den Erbinnen der Buchhandlung Kuppitsch, Zita Seidl und Monika Beer, wurden 19 arisierte Bücher von der Vetmeduni Vienna restituiert. v.l.: Otto Doblhoff-Dier, Claudia Hausberger, Florian Dandler, Zita Seidl, Petra Winter (Foto: © Vetmeduni Vienna/Frauke Lejeune)

Restitution 1

Am 18. Oktober 2016 gab die Veterinärmedizinische Universität Wien 19 arisierte Bücher in einem feierlichen Akt an die rechtmäßigen Erbinnen der Buchhandlung Kuppitsch zurück, an die Geschwister Zita Seidl und Monika Beer. 2010 begann die Veterinärmedizinische Universität Wien mit der Erforschung der Herkunft der Bücher, die zur Zeit des Nationalsozialismus in den Bestand ihrer Universitätsbibliothek übergegangen waren. Die erfolgreiche Restituierung der 19 Bücher ist Teil der Provenienzforschung der Bibliothek der Vetmeduni Vienna.

Die Arisierung, also der Raub von Gemälden, Skulpturen und Büchern durch Enteignung, war der materielle Nebeneffekt der Verfolgung und Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in der Zeit des Nationalsozialismus. Viele der arisierten Bücher gelangten in den Besitz von öffentlichen und Universitätsbibliotheken, wie die der Vetmeduni Vienna. Die Veterinärmedizinische Universität startete deshalb 2010 mit der Aufarbeitung der Herkunft von archivierten Büchern aus der Zeit des Dritten Reiches.

Dank der erfolgreichen Provenienzfoschung von Florian Dandler von der Universitätsbibliothek der Vetmeduni Vienna wurden die beiden Erbinnen der Buchhandlung Kuppitsch, die Schwestern Zita Seidl und Monika Beer, als rechtmäßige Besitzerinnen von 19 Werken identifiziert. Am 18. Oktober 2016 wurden ihnen bei einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal der Vetmeduni Vienna diese Bücher durch die interimistische Rektorin Petra Winter und dem Vizerektor für Forschung und Internationale Beziehungen Otto Doblhoff-Dier retourniert. „Die erfolgreiche Recherche nach den Eigentümerinnen stellt keineswegs einen Abschluss der Aufarbeitung dar. Provenienzforschung ist ein wichtiger, öffentlicher Beitrag der Vetmeduni Vienna, um die Herkunft arisierter Bücher nachzuverfolgen“, betonte Winter in ihrer Begrüßungsrede.

Mit Zita Seidl konnte leider nur eine der beiden rechtmäßigen Erbinnen an der Feier teilnehmen. Monika Beer, der zweiten Erbin der Buchhandlung, war es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich an der Feierlichkeit teilnehmen. Die Erbinnen schenkten die 19 Bücher, 11 davon zum Thema Pferd und Reiten, nach der Veranstaltung der Universitätsbibliothek der Vetmeduni Vienna.

Nach der feierlichen Restituierung, bei der auch die Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Provenienzforschung in Österreich“, Christina Köstner-Pemsel, einen Vortrag hielt, konnten sich Zita Seidl und die eingeladenen Gäste bei Erfrischungen und Snacks austauschen.

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