Doktorandin an der Universitätsklinik für Schweine holt Forschungspreis der bpt-Fachgruppe Schwein 2016

Anne Kalies (rechts) wurde für ihre Dissertation mit dem ersten Preis der Forschungsgruppe Schwein des bpt ausgezeichnet. Im Bild von Links: Christine Renken (München), Cornelia Schwennen (Hannover), Anne Kalies (Wien/Hannover); (Foto: bpt/Jan Rathke)

BPT PReistraegerinnen 1

Anne Karlies‘ Dissertation über die Vermeidung von Verletzungen an den Schwänzen von Mastschweinen wurde beim Jahreskongress des deutschen Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) ausgezeichnet. Sie gewann den ersten Platz des Forschungspreises der Fachgruppe Schwein. Die Arbeit der Absolventin der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde durch Isabel Hennig-Pauka, der Leiterin der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni Vienna, in Kooperation mit Alexandra von Altrock, Tierärztliche Hochschule Hannover, betreut.

Für ihre Dissertation hat sich Tiermedizinerin Anne Kalies ein wichtiges Thema der Schweinehaltung ausgesucht. Sie untersuchte die Wirksamkeit von Wühltürmen, die mit Stroh gefüllt sind, in der üblichen Haltung von Mastschweinen mit ungekürztem Schwanz. Die Türme sollen Verletzungen an den Schweineschwänzen durch Bisse verhindern.

Strohwühltürme gegen Bissverletzungen

Seit dem gesetzlichen Verbot des Kürzens von Schweineschwänzen im Jahr 2003, werden in EU-Richtlinien Maßnahmen vorgeschlagen, um das Beißen und Folgeerkrankungen bei Schweinen mit intakten Schwänzen zu verhindern. „Derzeit werden unterschiedliche Verfahren untersucht, um Beschäftigungsmaterialien wie Stroh auch in konventionellen Haltungssystemen mit Spaltenböden anbieten zu können, ohne dass Hygiene und Güllesystem beeinträchtigt werden“, erklärt Isabel Hennig-Pauka, Leiterin der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni Vienna. Der in dem Dissertationsprojekt untersuchte „Düsser Wühlturm“ ist mit Stroh gefüllt und bietet den Schweinen ein Beschäftigungsobjekt, sowie Beschäftigungsmaterial. Er kann auch auf Vollspaltenböden genutzt werden.

Kalies führte ihre Studie in einem konventionellen Maststall durch und unterteilte die Schweine in zwei Gruppen. Eine blieb ohne Wühltürme, bei der anderen wurde pro Bucht ein Turm aufgebaut. Dann erhob sie, ob der Wühlturm für die Schweine die gesamte Mastdauer attraktiv war und dadurch das Schwanzbeißen verhindert werden kann. Die Tiere beschäftigten sich mit dem Turm über die gesamte Mastdauer hinweg. Vor allem während der Fütterungszeiten nutzten sie ihn aktiv. Verletzungen durch das Schwanzbeißen traten deshalb nur in 25 Prozent der Buchten auf, in denen Türme installiert waren. In der Kontrollgruppe ohne die Wühltürme waren es dagegen 80 Prozent. Trotz dieses Unterschiedes zeigte sich, dass die Haltung von Mastscheinen mit intakten Schwänzen in einem konventionellen Maststall eine Herausforderung darstellt und Maßnahmen wie Wühltürme weiter verbessert werden müssen.

Dissertation über Wühltürme im Schweinestall mit erstem Platz ausgezeichnet

Für ihre Studie wurde Kalies nun mit dem ersten Platz des seit 2012 vergebenen Forschungspreises der Fachgruppe Schwein des deutschen Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte ausgezeichnet. Der Preis wurde der erfolgreichen Wissenschafterin im Rahmen des jährlichen Fachkongresses des Verbandes am 19. November 2016 überreicht.

am )

Kategorie: Startseite, Service, Stipendien & Preise, Veranstaltung,  3 Tierspital & Universitätskliniken,  4 Forschung

 

Ergänzende Information

Acrobat Reader zum Anzeigen von PDF Dokumenten hier kostenlos downloaden 7