„Bring es wieder“, aber mit Maß und Ziel – Apportieren belastet die Vorderbeine von Hunden

Auch wenn sich Apportierhunde, wie die Retriever, bestens für das Tragen von Beute eignen, muss darauf geachtet werden, dass die Last nicht zu schwer wird. (Foto: Elli Winter/moorhunde.de)

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Jagdhunde, wie die Retriever, sind bestens geeignet, um Vögel oder kleines Wild zu apportieren. Das Apportieren belastet allerdings den Bewegungsapparat der Hunde. Sie kippen dabei ähnlich einer Wippe nach vorne, wie eine Bewegungsstudie von ExpertInnen der Vetmeduni Vienna zeigte. Bestehende Gelenks- oder Sehnenschäden der Vorderbeine können dadurch verstärkt werden. Beim Training sollte man daher mit angepassten Gewichten arbeiten und die Gelenke regelmäßig von SpezialistInnen kontrolliert lassen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research veröffentlicht.

Retriever sind sogenannte Apportierhunde, die bei der Jagd für das Herbeibringen von Vögeln und Niederwild wie Hasen eingesetzt werden können. Mittlerweile wird diese Fähigkeit auch bei Wettbewerben genutzt, bei denen ausschließlich Dummies zum Einsatz kommen, mit denen die Tiere vom Welpenalter an trainiert werden.

Ein ausgewachsenes Tier kann durchaus einige Kilo im Maul tragen. „Doch selbst wenn Apportierhunde die Voraussetzungen mitbringen, stellt das zusätzliche Gewicht eine körperliche Belastung für die Tiere dar“, sagt Barbara Bockstahler von der Klinischen Abteilung für Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna. Beim Apportieren werden vor allem die Gelenke und Sehnen des Bewegungsapparates beansprucht. Bislang war jedoch unklar, ob sich die Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat verteilt oder es zu einer einseitigen Belastung kommt.

Bewegungsanalyselabor für Hunde gibt Aufschluss

Die Auswirkungen auf den Bewegungsapparat wurden in einem speziellen Bewegungslabor mit zehn trainierten Hunden analysiert. Die ForscherInnen ließen die Tiere ohne und mit Gewichten im Maul auf einer sogenannten Kraftmessplatte gehen. „Über eine Kraftmessplatte kann die nach oben gerichtete Bodenreaktionskraft gemessen werden“, erklärt Bockstahler. Diese wird vom Boden zurückgegeben und entspricht exakt der Kraft, die beim Auftreten durch das Gewicht auf den Boden wirkt.

Die ForscherInnen stellten fest, dass sich die Kräfte durch das Gewicht im Maul immer erhöhen, sich aber vor allem auf die Vorderbeine auswirken. An den Hinterbeinen wurden die Hunde in jedem Fall und mit steigendem Gewicht immer leichter. Das Tragen der Beute hatte damit einen ähnlichen Effekt wie eine Wippe.

Mehr dazu in der Presseinformation „„Bring es wieder“, aber mit Maß und Ziel – Apportieren belastet die Vorderbeine von Hunden“.  2

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