Schaumann-Preis für Dissertation von Stefanie Wetzels

Stefanie Wetzels (dritte von links) von der Vetmeduni Vienna wurde für ihre Dissertation mit dem Schaumannpreis ausgezeichnet. (Foto: H. Wilhelm Schaumann Stiftung)

Schaumann PreistraegerInnen 1

Die Schaumannstiftung verlieh bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie am 14. März 2017 den Schaumannpreis an Stefanie Wetzels für ihre Dissertation am Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Vienna. Sie erforschte die Veränderung des bakteriellen Mikrobioms im Pansen von Wiederkäuern bei unterschiedlichen Futtergaben.

Anlässlich der 71. Jahrestagung der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie vom 14. -16. März 2017 in Göttingen zeichnete die H.W. Schaumann Stiftung die besten Dissertationen in der Tierernährung mit einem mit 1.000,- € dotierten Preis aus. Die Verleihung fand am Eröffnungstag an der Georg-August-Universität statt. Der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm, überreichte die Auszeichnung auch an Stefanie Wetzels vom Institut für Milchhygiene. Sie erforschte für ihre Dissertation „Dynamic epimural microbial changes in the rumen of goats and dairy cows fed grain-rich diets intermittently or continuously“ am Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe Veränderungen der bakteriellen Mikrobiota im Pansen und Übersäuerung im Pansen von Wiederkäuern.

Wie sich Futterstrategien auf den Pansen auswirken

Das Ziel der PhD Arbeit von Wetzels war die Charakterisierung der bakteriellen Gemeinschaft an der Pansenwand von wachsenden Ziegen und trockenstehenden Milchkühen. Diese untersuchte sie anschließend auf Veränderungen nach der Gabe von Rauh- und Kraftfutter, um eine subakute Pansenazidose (SARA) zu induzieren. Mittels molekularer Methoden wie der Hochdurchsatzsequenzierung und der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) konnte Wetzels signifikante Verschiebungen der bakteriellen Gemeinschaft an der Pansenwand unter verschiedener Futterzusammensetzung feststellen.  

Während sich der pH-Wert nach unterschiedlicher Futtergabe zwar veränderte, aber nach einer erneuten Umstellung schnell wieder in den Normalzustand zurückkehrte, blieben die Veränderungen der bakteriellen Gemeinschaft bestehen bzw. wurden verstärkt. Die Ergebnisse zeigten damit, dass Verschiebungen innerhalb der bakteriellen Gemeinschaft wesentlich stärker vom verfütterten Substrat beeinflusst werden, als vom pH im Pansenlumen. Wetzels Forschungsergebnisse stellen einen Grundstein für neue Strategien in der Diagnose und Prävention der SARA, dem „sauren“ oder übersäuerten Pansen. Langfristig könnten ihre Forschungsergebnisse dazu beitragen sowohl die Tiergesundheit zu fördern als auch finanzielle Verluste der Agrarindustrie drastisch zu reduzieren.

Wetzels absolvierte ihre Ausbildung zur Tierärztin von 2006 bis 2013 an der Vetmeduni Vienna. Nach einem Auslandsaufenthalt in Pretoria, Südafrika, und ihrer Diplomarbeit, startete sie ihre Dissertation am Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe. Seit ihrer Promotion ist Wetzels als Postdoc am Institut für Milchhygiene angestellt. Sie ist außerdem ein Mitglied des „Animal Gut Health Clusters“ der Vetmeduni Vienna.

Über den H. Wilhelm Schaumann-Preis

Die H. Wilhelm Schaumann Stiftung fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs mit Promotions-Stipendien, Zuschüssen und Preisverleihungen, sowie durch die Ausrichtung tier- und agrarwissenschaftlicher Fachtagungen und der Vergabe von Forschungsspenden.

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Ergänzende Information

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