Andrea Hölbl-Kovacic mit Heribert-Konzett-Preis ausgezeichnet

Andrea Hölbl-Kovacic wurde als erste Mitarbeiterin der Vetmeduni Vienna mit dem Heribert-Konzett-Preis der Österreichischen Pharmakologischen Gesellschaft ausgezeichnet. (© Michael Bernkopf/Vetmeduni Vienna)

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Die Österreichische Pharmakologische Gesellschaft hat den renommierten und jährlich ausgerufenen Heribert-Konzett-Preis 2018 an Andrea Hölbl-Kovacic vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie vergeben. Die Auszeichnung stellt eine Anerkennung hervorragender Leistungen in experimenteller und klinischer Pharmakologie dar und wurde mit Hölbl-Kovacic erstmals an ein Mitglied der Vetmeduni Vienna verliehen. Die Molekular-Expertin für Leukämieerkrankungen überzeugte bei der Auswahl mit ihrer exzellenten Publikationsleistung.

Benannt nach dem renommierten österreichischen Mediziner, Pharmakologen und Pionier der Asthmamittel-Entwicklung, stellt der Heribert-Konzett-Preis eine hohe Auszeichnung der Österreichischen Pharmakologischen Gesellschaft (Austrian Pharmacological Society, APHAR) dar. Sie wird alljährlich an JungwissenschafterInnen unter 40 aus dem Bereich der experimentellen und klinischen Pharmakologie vergeben, die sich durch eigenständige, herausragende Leistungen, wie mehrfache Publikationen in renommierten Fachzeitschriften und Drittmitteleinwerbung, in diesem Forschungsfeld verdient gemacht haben.

2018 erfüllte Andrea Hölbl-Kovacic vom Institut für Pharmakologie mit ihrer bisherigen wissenschaftlichen Vita diese Ansprüche der Fachjury. Am 28. September 2018 verlieh die APHAR im Rahmen eines Symposiums in Graz nun offiziell den Preis und damit auch zum ersten Mal an eine Mitarbeiterin der Vetmeduni Vienna.

Leukämieforschung von Beginn an wissenschaftlicher Fokus

Das Interesse, wie verschiedene Leukämieformen entstehen und bekämpft werden können, bildet einen roten Faden in der Forschungsarbeit von Andrea Hölbl-Kovacic. Schon im Rahmen ihrer Diplomarbeit sowie Ihrer Dissertation an der Medizinischen Universität Wien legte sie ihren Fokus auf diese Form der Krebserkrankung.

„Es galt für mich herauszufinden, welche Rolle das Protein STAT5, das in den Signalketten von Zellen als Expressionsmediator von Genen wirkt, bei der Entstehung der Akuten Lymphatischen Leukämie, kurz ALL, spielt“, erklärt Hölbl-Kovacic. „Es gelang mir zu beweisen, dass STAT5 tatsächlich die Ursache für die initiale Entartung von B-lymphoiden Zellen bei der sogenannten B-ALL ist.“ Als nächsten Schritt etablierte Hölbl-Kovacic ein in vivo Leukämiemodell, das es ihr erlaubte, die Bedeutung von STAT5 während des Verlaufs der Leukämieerkrankung zu untersuchen.

Dadurch identifizierte sie STAT5 als lebenserhaltenden Faktor im Voranschreiten der B-Zell-Leukämie und als pharmakologisches Angriffsziel, sowie eine ebenso wichtige Rolle des Proteins im Erhalt der Chronischen myeloischen Leukämie (CML), da es bei dieser Erkrankung das Überleben leukämischer Stammzellen sicherstellt.

Mit dem Wechsel an die Vetmeduni Vienna als Staff Scientist unter Veronika Sexl am Institut für Pharmakologie und Toxikologie konnte sie ihr Spektrum dahingehend nicht nur erweitern, sondern wurde mit einer spannenden und heiß diskutierten Fragestellung konfrontiert.

Es galt, pharmakologische, sprich therapeutische Angriffspunkte im STAT5 Protein, ausfindig zu machen, was auch gelang

Derzeit forscht die Preisträgerin im Bereich der sogenannten Precision Pharmacology, deren Ziel es ist je nach Ausprägung oder Verlauf die effektivste Therapievariante für LeukämiepatientInnen herauszufinden und mögliche, negative Auswirkungen einer Therapie zu verhindern oder zumindest zu minimieren. „Unsere Beobachtung an Stat1 defizienten Mäusen, welche zunächst eine myeloide, also die Knochenmarkszellen betreffende aber dann eine unbeherrschbare lymphoide Leukämie entwickeln, spiegelt sich in humanen Patienten unter JAK/STAT Inhibition, sprich der gezielten Blockade von Teilen der Signalübertragungsketten, wider. In Maus und Mensch wandelt sich ein bereits während der myeloiden Erkrankung existierender prämaligner B-Zell-Klon in einen aggressiven B-Zell Tumor um. Ausgelöst wird diese Umwandlung im Menschen durch JAK1/2 Inhibierung, die eigentlich ein möglicher Therapieansatz wäre, und in Mäusen durch den Verlust von STAT1. Unsere Studie kann somit zukünftig Diagnose und Therapiewahl bei Leukämieerkrankungen entscheidend abändern“, so Hölbl-Kovacic über ihr derzeitiges Forschungsprojekt.

Erfolgreiche und ausgezeichnete, wissenschaftliche Vita

Andrea Hölbl-Kovacic kann bereits mehrere viel-zitierte Publikationen in renommierten Fachzeitschriften als Erst- oder Letztautorin aufweisen. Sie konnte dadurch auch eigene Drittmittel über nationale Förderschienen, wie den österreichischen Wissenschaftsfond (FWF) lukrieren, ist aber aufgrund ihrer Expertise auch fix in andere, laufende Großprojekte an der Vetmeduni Vienna involviert. Für ihre Publikationen in der Fachzeitschrift Blood über STAT5 als Ursache für die Entstehung von ALL und die Identifikation dieses Proteins als wesentlicher Faktor bei der CLM-Erkrankung wurde sie bereits mit dem Hans-Horst-Meyer Award der APHAR und dem Förderungspreis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung ausgezeichnet.

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