Neues CD-Labor für Innovative Darmgesundheitskonzepte bei Nutztieren eröffnet

Am 21.3.2019 wurde das neue CD-Labor für Innovative Darmgesundheitskonzepte bei Nutztieren feierlich am Campus der Vetmeduni Vienna eröffnet. (Foto:©Ernst Hammerschmid/Vetmeduni Vienna)

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Darmgesundheitsstörungen sind die häufigste Erkrankung in Nutztierbeständen. Eine suboptimale Darmgesundheit und -funktion beeinflusst nicht nur allgemein die Gesundheit der Tiere, sondern verschlechtert sowohl deren Wohlbefinden als auch die Produktionsleistung. Gesunde und leistungsfähige landwirtschaftliche Nutztiere sind jedoch für die Produktion hochwertiger und sicherer Lebensmittel sowie eine wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft unabdingbar. Das neue CD-Labor für Innovative Darmgesundheitskonzepte bei Nutztieren an der Vetmeduni Vienna widmet sich daher dem Aufbau einer fundierten Wissensbasis und neuen wissenschaftlichen Strategien, wodurch die Darmgesundheit bei Nutztieren nachhaltig gestärkt und verbessert werden soll. Fördergeber des neuen CD-Labors ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

„Gesündere Nutztiere und weniger Antibiotikaeinsatz durch Innovation im Bereich Life Sciences – hier zeigt sich einmal mehr, dass die Zusammenarbeit von Unternehmen und Wissenschaft Vorteile für alle Beteiligten bringt“, sagt Dr. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. „Unsere CD-Labors schaffen optimale Voraussetzungen für diese Zusammenarbeit und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft in Österreich.“ Eine dieser innovativen Forschungseinheiten nimmt mit 21. März 2019 ihre Arbeit am Campus der Vetmeduni Vienna auf. Thema ist ein für die Nutztierlandwirtschaft vor allem hinsichtlich des Tierwohls aber auch aus ökonomischer Sicht wichtiger negativer Einflussfaktor.

Störungen der Darmgesundheit beeinflussen nicht nur die körperliche Fitness und das allgemeine Wohlbefinden bei Nutztieren negativ. Sie sind auch, als häufigste Krankheitsform in Nutztierbeständen, für die Landwirtschaft ein aus ökonomischer Sicht wesentlicher Einflussfaktor. Ein neues Christian Doppler Labor (CD-Labor) der Veterinärmedizinischen Universität Wien wird sich daher in den kommenden Jahren der Aufgabe stellen, systematisch Wissen aufzubauen und Möglichkeiten zu erarbeiten, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Darmgesundheit bei Nutztieren wie Rind und Schwein führen.

„Um dieses grundlegende Ziel zu erreichen, haben wir einen mehrstufigen Forschungsansatz konzipiert. Dieser basiert auf komplementären in vitro, ex vivo und in vivo Darmmodellen und soll methodisch Wissenslücken im Bereich der Darmgesundheit schließen“, erklärt Qendrim Zebeli, Leiter des neuen CD-Labors für Innovative Darmgesundheitskonzepte bei Nutztieren und des Instituts für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Vienna. Zu Beginn gilt es, über systematische Untersuchungen ein tiefgreifendes Wissen der homöostatischen Regulationsmechanismen im Darm von Rindern und Schweinen aufzubauen. Dabei soll unter anderem die Funktionalität des Darmmikrobioms, dessen Dynamik sowie die Interaktionen zwischen dem Darmmikrobiom und dem Wirtstier im Zusammenhang mit der Darmbarrierefunktion, dem Stoffwechsel und dem Immunsystem auf molekularer Ebene untersucht werden.

Das Christian Doppler Labor für Innovative Darmgesundheitskonzepte bei Nutztieren wird heute feierlich an der Vetmeduni Vienna eröffnet. Es umfasst ein Hauptmodul am Campus der Veterinärmedizinischen Universität Wien und ein externes Modul am IFA-Tulln der BOKU. Unternehmenspartner ist die BIOMIN GmbH.

Innovatives Darmgesundheits-Konzept für Nutztiere

Darüber hinaus werden neue Denkansätze für Ernährungskonzepte erarbeitet und definiert werden, die auf die natürliche metabolische Regulierung innerhalb des Darmmikrobioms abzielen. Dabei kommen neuartige „-Omics“-Ansätze zum Einsatz, um effizientere Früherkennungsmarker für die Diagnostik zu entwickeln. Diese sollen zukünftig eine schnelle, akkurate und ökonomische Differenzierung zwischen suboptimaler und optimaler Gesundheit ermöglichen.  

Mithilfe der verbesserten Wissensbasis, die über das neu eröffnete CD-Labor generiert werden soll, wird letztendlich ein neues und nachvollziehbares Darmgesundheitskonzept für Rinder und Schweine entwickelt, das der Entdeckung von neuen Interventionsansatzpunkten dient, gibt Zebeli einen Ausblick auf die wissenschaftlichen Ziele.

Diese neu definierten Punkte sollen in weiterer Folge die Grundlage zur Entwicklung wissensbasierter, innovativer und prophylaktischer Gesundheitsstrategien, wie natürlicher Futterzusätze und rationaler Fütterungsstrategien sein. Nahrung dient damit beispielsweise nicht nur – wie bisher oft angesehen – rein der Bedarfsdeckung mit essenziellen Nährstoffen, sondern soll vorrangig die Darmgesundheit und damit die Fitness von modernen hochleistenden Rindern und Schweinen fördern.

Über Christian Doppler Labors

In Christian Doppler Labors wird anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben. Hervorragende WissenschafterInnen kooperieren dazu mit innovativen Unternehmen. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als Best-Practice-Beispiel.

Christian Doppler Labors werden durch die öffentliche Hand und die beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

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Ergänzende Information

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