CSH COVID-19 Control Strategies List: Internationale Anerkennung

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Welche Maßnahmen und Restriktionen haben sich bis dato bewährt, um das Coronavirus SARS-CoV-2 in Schach zu halten? Ein internationales Forschungsteam, unter Beteiligung von Amélie Desvars-Larrive von der Vetmeduni Vienna und dem Complexity Science Hub Vienna (CSH), untersucht nun, welche Einschränkungsmaßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 am effektivsten sind. Das vielbeachtete Forschungsprojekt wurde jüngst im renommierten Fachjournal „Nature“ erwähnt.

Quarantäne, Schul- und Kindergartenschließungen und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz tragen dazu bei, die Infektionsrate zu senken. Doch wie wirksam ist jede einzelne Maßnahme für sich tatsächlich?

Expertin der Vetmeduni Vienna in Corona-Forschungsprojekt des CSH involviert

Mitte März 2020 haben u. a. WissenschafterInnen des Complexity Science Hub Vienna (CSH) - unter Beteiligung von Amélie Desvars-Larrive von der Abteilung für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie der Vetmeduni Vienna - eine Datenbank mit staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 erstellt. Die "CSH Covid-19 Control Strategies List" (CCCSL) ist eine der umfangreichsten Datenbanken, die weltweit von Forschungseinrichtungen seit dem Auftreten des Coronavirus SARS-CoV-2 erstellt wurde und laufend ergänzt wird. Die Liste umfasst derzeit mehr als 170 Einzelmaßnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 in 52 Ländern. Laut Desvars-Larrive soll die Datenbank nun in eine Plattform mit staatlichen Maßnahmen integriert werden, die im Auftrag der  WHO ins Leben gerufen wurde.

Big Data Vergleich zur Vorbeugung

ForscherInnen des Complexity Science Hub Vienna (CSH), der Universität Oxford sowie NGOs und verschiedenen Organisationen aus dem Public-Health-Bereich wollen nun diese umfangreichen Datensätze weltweit vergleichen um daraus auf die Wirksamkeit einzelner Kontrollmaßnahmen wie Social-Distancing oder Reisebeschränkungen auf die Übertragungsrate von SRAS-CoV-2 und die Infektionszahlen zu schließen. Die daraus gewonnen Informationen sind grundlegend für die Entwicklung weiterer Strategien, um die Rückkehr eines Landes aus dem lock-down in Richtung Normalität bestmöglich zu gestalten und gleichzeitig einer weiteren Infektionswelle vorzubeugen. „Wir haben den Datensatz frühzeitig geteilt, da aufgrund der aktuellen COVID-19-Gesundheitskrise offenes Wissen und Datenaustausch entscheidend sind, um die Pandemie zu verstehen und abzuschwächen“, so Amélie Desvars-Larrive.

Österreich gilt als Musterbeispiel

ExpertInnen des CSH analysieren Datensätze auf Unterschiede in den Reaktionen einzelner Länder. Dabei zeigen sich Länder wie Schweden, die Niederlande oder Großbritannien als langsame Akteure, da sie zu Beginn der Infektionswelle nur spärlich Maßnahmen zur Eindämmung des Virus setzten. Im internationalen Vergleich gilt Österreich neben seinem deutschen Nachbarn als Musterbeispiel. „Deutschland und Österreich stechen als Nationen hervor, die aggressive und frühzeitige Bekämpfungsstrategien einsetzten,“ erklärt Amélie Desvars-Larrive, die im Rahmen einer Kooperation derzeit am CSH tätig ist, weiter. Hierzulande, wie auch in Deutschland, kamen bereits frühzeitig Maßnahmen zum Zug, um die Infektionskurve möglichst flach und die Todesfälle gering zu halten. Im Gegensatz dazu setzten Spanien, Italien und Frankreich restriktive Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Weitere Informationen:

Das internationale Forschungsprojekt wurde in der neuesten Ausgabe des anerkannten Fachjournals „Nature“ zum Thema "Whose coronavirus strategy worked best? Scientists hunt most effective policies" publiziert.               
https://www.nature.com/articles/d41586-020-01248-1 2

Die CSH "COVID-19 Control Strategies List" steht WissenschafterInnen zum Download zur Verfügung: http://covid19-interventions.com/ 3

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