Presseinformation vom 03.09.2010

ScintiVET: Nuklearmedizin für Kleintier und Pferd an der Vetmeduni Vienna

Am 2. September 2010 wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) eine neu geschaffene nuklearmedizinische Einrichtung offiziell eröffnet. Damit halten nuklearmedizinische Methoden, wie sie seit Jahren in der Humanmedizin Standard sind, auch Einzug in Österreichs zentraler Lehr- und Forschungsinstitution für Veterinärmedizin. Für die Patienten des Tierspitals der Vetmeduni Vienna wurden somit neue Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie geschaffen.

Untersuchungen von Schilddrüsen, Nieren oder Knochen oder die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenüberfunktion – all diese Anwendungen nuklearmedizinischer Methoden sind seit Jahren Standard in der Humanmedizin. Nun hat die Nuklearmedizin auch Einzug an der Veterinärmedizinischen Universität Wien gehalten. Am 2. September 2010 wurde die intern „ScintiVET“ genannte Einrichtung eröffnet, in der Kleintiere und Pferde sowohl untersucht als auch therapiert werden können.

„Als einzige veterinärmedizinische Ausbildungs- und Forschungsstätte Österreichs muss die Veterinärmedizinische Universität Wien immer auch auf dem aktuellsten Stand der Technik sein, um international mithalten zu können. Die Einführung der Szintigraphie ist dafür ein wichtiger Baustein“, betont o.Univ.Prof.em. Dr. Werner Waldhäusl, Vizerektor für die Kliniken an der Vetmeduni Vienna. „Umso mehr freut es mich, dass es in meiner Amtszeit als Vizerektor gelungen ist, ScintiVET von den ersten Planungen bis zur Eröffnung zu bringen.“

Die häufigsten Einsatzgebiete der Nuklearmedizin bei Tieren

Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) kommt gerade bei älteren Katzen in steigendem Ausmaß vor. Die Nuklearmedizin kann in diesem Fall sowohl bei der Diagnose als auch in der Therapie Wesentliches beitragen: Szintigraphisch wird analysiert, wo der Auslöser der Erkrankung lokalisiert ist; die Radiojodtherapie ist die effizienteste Form der Therapie. Dafür wird radioaktives Jod verabreicht, das sich in den Regionen der Schilddrüse mit Überfunktion anreichert. Diese Regionen werden dadurch intensiv bestrahlt. Bei etwa 95 Prozent der Patienten ist so eine Normalisierung der Schilddrüsenfunktion möglich.

In der Pferdemedizin profitiert vor allem die Orthopädie von den Einsatzmöglichkeiten der Szintigraphie, weil mit diesem Verfahren – anders als beim Röntgen – Knochenumbauprozesse sichtbar gemacht werden können. Somit sind Brüche, aber auch andere Erkrankungen im Knochenszintigramm frühzeitig zu erkennen.

 
 

Rückfragehinweis

Dr. Maximilian Pagitz
Veterinärmedizinische Universität Wien
T +43 664 60157-6616
maximilian.pagitz(at)vetmeduni.ac.at


 

Aussenderin

Dipl.-Ing. Beate Zöchmeister MAS