Serie – Pflanzen des Monats im Porträt #1

24.02.2021: Am Campus der Vetmeduni Vienna in Wien Floridsdorf befindet sich an zentraler Stelle der unieigene Botanische Garten. Seit 1997 dient dieser als Lehrfläche der Arbeitsgruppe Funktionelle Pflanzenstoffe der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Studierenden und BesucherInnen sollen dadurch Pflanzen mit Bezug zur Veterinärmedizin nähergebracht werden. Auf etwa 2.500 m2 gedeihen ca. 250 verschiedene Pflanzenarten – darunter auch Heil-, Gift- und Futterpflanzen. Mit der „Pflanze des Monats“ möchten die ExpertInnen des Instituts für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Vienna auf Pflanzen aufmerksam machen, die im betreffenden Monat im Garten entweder in Blüte oder fruchtend zu sehen sind. Dabei stehen deren Besonderheiten im Fokus, die sonst in der Fülle der (Blüten)Pflanzen nicht immer hervorstechen.

Als Serie steht jeden Monat eine spezielle Pflanze im Fokus. Im Jänner 2021 war es die Schneerose (lat.: Helleborus niger), im Februar dreht sich alles um den Winterling (lat.: Erantis hyemalis).

 

Jänner: Die Schneerose im Porträt

Die Schneerose (lat.: Helleborus niger), oder auch Christrose genannt, zählt zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse). Sie besitzt immergrüne, handförmig geteilte Blätter. Die winterharte Schneerose blüht zeitig im Spätwinter bis zum Frühjahr. Auffällig sind ihre großen, weißen Blüten und die Balgfrüchte, die sie trägt.

Die Pflanze kann eine Wuchshöhe von 10-30 cm erreichen und wird bis zu 25 Jahre alt. Hauptsächlich findet man die Schneerose an buschigen Hängen oder in lichten Mischwäldern. Die Pflanze steht unter Naturschutz. Im Handel erhältliche Sorten blühen teilweise bereits ab November. Zur Auswahl stehen gefüllte oder rosa blühende Züchtungen. Die Schneerose bevorzugt im Garten nährstoffreichen Boden; Staunässe verträgt sie schlecht. Ein möglichst halbschattiger Platz kann dabei helfen, dass die Pflanze jedes Jahr prächtiger gedeiht und blüht.

Neben giftigen Steroidsaponinen enthält die Schneerose auch toxische Ranuncoside, die in ihrer Wirkung starken Herzgiften ähneln.

 

Februar: Der Winterling im Portät

Der Winterling (lat.: Eranthis hyemalis) stammt ebenfalls aus der Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse). Die ausdauernde, krautige Pflanze ist ein Frühjahrsblüher und besticht von Februar bis März durch ein sattes Gelb. Die oberirdisch gelegenen Pflanzenteile ziehen dann bis zum Sommer ein. Der Winterling dient als früher Pollenlieferant für Bienen. Sein besonders süßer Nektar weist einen Zuckergehalt von bis zu 70 % auf. Die Pflanze erreicht in der Regel eine Wuchshöhe von 5-20 cm.

Den Winterling findet man bevorzugt in feuchten Laubwäldern, Gebüschen und Weinbergen. Im Garten benötigt er einen nährstoffreichen Boden und halbschattige Standorte. Beispielsweise ist er unter Laubgehölzen gut aufgehoben. Staunässe und Trockenheit verträgt der Winterling schlecht. Fühlt sich der Winterling an seinem Standort wohl, kann er sich über Jahre wie eine Art Teppich im Garten ausbreiten. Dabei vermehrt er sich dann auch über Samen. Ältere Pflanzen eignen sich gut, um sie zu teilen.

Zu den Inhaltsstoffen des Winterlings zählen vor allem Glycoside, Eranthin A und B. Dadurch zählt er zu den stark giftigen Pflanzen. Vor allem seine Knollen enthalten große Mengen an toxischen Inhaltsstoffen. Die niederländische Bezeichnung „Winterakoniet“ weist auf die Verwandtschaft des Winterlings zur Gattung des Eisenhuts (lat.: Aconitum) und dessen Giftigkeit hin.

 

 

 

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Pressefotos

Schneerose (Helleborus niger), Foto: Bettina Bein-Lobmaier/Vetmeduni Vienna
Schneerose (Helleborus niger), Foto: Bettina Bein-Lobmaier/Vetmeduni Vienna 3
Winterling (Erantis hyemalis), Foto: Bettina Bein-Lobmaier/Vetmeduni Vienna
Winterling (Erantis hyemalis), Foto: Bettina Bein-Lobmaier/Vetmeduni Vienna 4

 

Rückfragehinweis

Bettina Bein-Lobmaier

Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe

Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

T +43 (1) 25077-3103

E-Mail an Bettina Bein-Lobmaier senden


 

Aussender

Mag. Nina Grötschl

Wissenschaftskommunikation / Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

T +43 1 25077-1187

Email an Nina Grötschl senden