Abdominale Chirurgie (Bauchhöhlenchirurgie)

 

Es gibt viele Indikationen für die Eröffnung der Bauchhöhle. Die Spanne reicht von elektiven Eingriffen wie Kastrationen über die diagnostische Eröffnung der Bauchhöhle bis zur Notoperation im Falle einer Magendrehung, Milzruptur oder eines Fremdkörpers im Magendarmtrakt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Laparotomie (Eröffnung der Bauchhöhle in der Mediane) und einer Laparoskopie (Intervention mittels Endoskop 1).

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Laparotomie

 
Das Röntgenbild zeigt einen aufgeblähten und im Uhrzeigersinn gedrehten Magen
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Dabei wird die Bauchdecke aufgeschnitten, um auf diese Weise den Zugang zu den Bauchorganen zu ermöglichen. In der Kleintierchirurgie wird am häufigsten der Schnitt in der Mittellinie durchgeführt. Dieser Vorgang wird Coeliotomie genannt. Abhängig davon, wo der Schnitt platziert wird, unterscheidet man zwischen der präumbilicalen (vor dem Nabel), umbilicalen (in der Nabelgegend) und der postumbilicalen (nach dem Nabel) Coeliotomie. Nach der Eröffnung der Bauchhöhle führt der Chirurg den klinisch indizierten Eingriff durch.

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Gastropexie

 
Laterale Gastropexie (aus Small Animal Surgery - Online-Ausgabe)
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Gastropexie ist eine chirurgische Methode, um den Magen an der Bauchwand zu befestigen. Sie wird bei Tieren, die an einer Magendrehung leiden, angewendet. Der gedrehte Magen wird zuerst in die physiologische Lage gebracht und dann seitlich an der Bauchwand angenäht.

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Eingriffe an der Leber

 

Bei der Leberchirurgie unterscheidet man zwischen Eingriffen an der Leber (z.B. Leberresektion, Leberbiopsie), Eingriffen an den Gallenwegen (Cholezystektomie, Cholezystoduodenostomie) und an der Blutversorgung der Leber (Sanierung des portosystemischen Shuntes).

Leberresektion bezeichnet die Entfernung eines Leberteiles (Leberlappen). Die Teilentfernung der Leber kann sowohl durch gutartige (intrahepatische Abszesse, Zysten) als auch durch bösartige Erkrankungen erforderlich werden. Die Leberbiopsie wird oft laparoskopisch gemacht.

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Hochgradig gefüllte Gallenblase und Gallenperitonitis
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Cholezysto- duodenostomie; Verbindung zwischen der Gallenblase und dem Zwölffingerdarm (Duodenum)
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Cholezystektomie ist die Entfernung der pathologisch veränderten Gallenblase (Gallenblasenwandnekrose, bösartige Erkrankungen).

Bei der Cholezystoduodenostomie/Cholezystojejunostomie wird eine Verbindung zwischen der Gallenblase und dem Dünndarm hergestellt.  Sie wird bei Tieren, die an einer Verstopfung des Hauptgallenganges leiden, angewendet, um den freien Abfluss der Galle zu gewährleisten.

Der Portosystemische Shunt ist eine Blutgefässanomalie. Das ist eine nach der Geburt verbliebene Verbindung zwischen Pfortadernsystem und der Vena cava. Das Blut umgeht teilweise die Leber und auf diese Weise gelangen die Toxine aus dem Magendarmtrakt in den Kreislauf. Diese Verbindung wird vorsichtig stufenweise abgebunden. Ein vollkommener Verschluss erfolgt erst durch eine leichte entzündliche Reaktion, die nach der Operation geschieht.

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Eingriffe am Darm

 

Enterotomie

Die Enterotomie ist eine chirurgische Intervention am Darm, wobei die Darmwand eröffnet wird. Sie wird häufig zur Entfernung eines Fremdkörpers aus dem Darminneren verwendet. Nach der Entfernung des Fremdkörpers wird die Darmwand verschlossen.

Enterektomie

Die Enterektomie bezeichnet die Entfernung (Resektion) eines Darmteiles. Indikationen dafür können unter anderem eine Darmnekrose (verursacht durch Ileus bzw. Volvulus) oder eine Umfangsvermehrung im Darm sein. Der veränderte Darmabschnitt wird entfernt und die restlichen Darmenden verbunden (Anastomose).

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Darmvolvulus - nekrotische Darmschlinge
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Ileus

Ileus ist ein pathologischer Zustand des Darmes, wodurch die Darmpassage unterbrochen wird. Die Ursachen dafür sind verschieden, z.B. Fremdkörper, Darminvagination (Darmeinstülpung), Störungen der Darmperistaltik (Darmbewegung).

Volvulus

Unter dem Terminus Volvulus versteht man eine Drehung eines Darmabschnittes um seine mesenteriale Achse (Mesenterium = Gekröse = Aufhängeband des Darmes), wodurch die Blutversorgung des betroffenen Darmabschnittes unterbrochen wird. Das führt in weiterer Folge zum Absterben des Darmteiles.

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Eingriffe an der Milz

 
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Splenektomie

Unter einer Splenektomie versteht man die Entfernung der Milz. Eine der Hauptindikationen dafür ist die Milzruptur und eine daraus entstandene akute Blutung. Ein Trauma oder ein aufgebrochener Milztumor können diese akute Situation verursachen. Eine prompte Operation ist erforderlich. Bei diesem Eingriff werden die Blutgefäße, die die Milz mit Blut versorgen, abgebunden und die Milz entfernt. Die Milz wird zur pathohistologischen Untersuchung eingeschickt. Die Prognose ist stark von dieser Untersuchung abhängig.

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Andere Operationen in der Bauchhöhle

 
Zwerchfellruptur
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Reparatur einer Zwerchfellruptur/Zwerchfellhernie

Eine Ruptur des Zwerchfells ensteht häufig durch ein Trauma. Durch diese Zwerchfelldefekte fallen die Organe aus der Bauchhöhle in den Brustkorb vor. Die Sanierung eines solchen Defektes erfolgt oft übers Abdomen.

Nephrektomie

Unter einer Nephrektomie versteht man eine chirurgische Entfernung der Niere. Als Indikationen für eine Nephrektomie gelten unter anderem: Nierentumore, zystisch veränderte Nieren.

Adrenalektomie

Eine Adrenalektomie bezeichnet die Entfernung der Nebenniere. Dies ist oft durch Nebennierentumoren oder durch Nebennierenvergrösserung (und daraus folgende hormonelle Auswirkungen) erforderlich.

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Operationen


 

allgemeiner Kontakt

Notfallnummer rund um die Uhr:
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Sekretariat Kleintierchirurgie:
T +43 1 25077-5301