Methoden

Auf dieser Seite werden die verschiedenen Methoden der Physikalischen Medizin und Rehabilitation kurz vorgestellt:

 
 

Thermotherapie

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Hierzu gehören jene Verfahren, die durch Anwendung von physikalischen Mitteln dem Körper Wärme zuführen oder entziehen.

Für die Oberflächenerwärmung des Gewebes werden meist Wärmepackungen ("Hot-Packs") oder Infrarotlampen verwendet. Indikationen für Thermotherapie sind dasAufwärmen vor dem Training, Muskelverspannungen, Verbesserung der Dehnbarkeit sowie Schmerzbekämpfung.

Für die Kryotherapie (Anwendung von Kälte) kommen Kältepackungen ("Cold-Packs"), kalte Umschläge oder Eispackungen zum Einsatz. Indikationen der Kryotherapie sind die Bekämpfung der Anzeichen akuter Entzündungen, Schwellungen, Blutergüsse sowie die Schmerztherapie.

 

Elektrotherapie

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Unter Elektrotherapie wird die Anwendung elektrischer Ströme verstanden. Meistens kommen dabei nieder– und mittelfrequente Ströme zum Einsatz.

Zu den Indikationen der Elektrotherapie zählen Schmerztherapie, muskuläre Verspannungen, Durchblutungsförderung, in Verbindung mit aktivem Bewegungstraining aber auch die Prävention

von Muskelatrophien.

Neben Geräten aus der Humanmedizin gibt es auch speziell für Tiere entwickelte Geräte die eine Behandlung ohne Scheren des Fells ermöglichen (z.B. PT 3010 in der Abbildung).

 

Therapeutischer Ultraschall

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Der therapeutische Ultraschall kann zur Tiefenerwärmung des Gewebes eingesetzt werden, des Weiteren kommt es beim "gepulsten" Ultraschall durch verschiedene physikalische Effekte zu mechanischen Wirkungen, die mit einer "Mikromassage" des Gewebes verglichen werden können.

Indikationen für die Anwendung des Therapeutischen Ultraschalls sind die Verbesserung der Dehnbarkeit des Gewebes, Gelenkbeweglichkeit und Durchblutung sowie Schmerzminderung und Reduktion von Muskelverspannungen.

 

Lasertherapie

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Der Einsatz von Laserlicht im infraroten Bereich dient der verbesserten Regeneration von Gewebe, der Schmerz- und Entzündungsreduktion und der Stimulation von Akupunkturpunkten.

Zu den Einsatzgebieten der Lasertherapie zählen die Förderung der Wundheilung, Gelenkserkrankungen und die Linderung von Muskelverspannungen. Weiters kann sie auch in Form der Laserakupunktur Anwendung finden.

 

Extrakorporale Stoßwellentherapie

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Durch Behandlung der betroffenen Strukturen mit Stoßwellen hohen Drucks, kommt es bei einem großen Teil der Patienten zu einer deutlichen Schmerzreduktion und die Regeneration des Gewebes wird gefördert.

Indikationen sind vor allem Arthrosen der großen Gelenke und Erkrankungen der Sehnen.

 

Massage

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Viele der beim Menschen verwendeten Massagetechniken können auch beim Tier angewendet werden.

Massagen wirken entspannend auf Muskulatur und Psyche, fördern die Durchblutung, verbessern die Körperwahrnehmung und können muskuläre Schmerzen reduzieren.

Auch als Vorbereitung auf Training oder Wettkampf und in der Erholungsphase nach dem Sport profitieren die Tiere von Massagen.

 

Bewegungstherapie

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Bewegungstherapien gehören zu den wichtigsten physiotherapeutischen Modalitäten. Sie dienen der Erhaltung und Verbesserung der Gelenkfunktion, unterstützen das Gewebe bei der geregelten Heilung, kräftigen die Muskulatur und verbessern die Kondition.

Auch bei älteren Patienten oder solchen mit neurologischen Problemen werden Bewegungstherapien eingesetzt um beispielsweise Koordination, Gleichgewicht und Bewegungsabläufe zu trainieren.

 

Unterwassertherapie

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Der Einsatz eines Unterwasserlaufbandes ermöglicht ein schonendes und zugleich hocheffektives Training von Muskulatur, Gelenken und Kondition. Durch den Auftrieb des Wassers verliert der Körper relativ an Gewicht und die Gelenke werden weniger belastet.

Gleichzeitig erfordert das Gehen gegen den Wasserwiderstand einen erhöhten Kraftaufwand und somit werden Muskelaufbau und Kondition gefördert.

 

Kernspin-Resonanztherapie

©Bilder Thermo- bis Kernspin-Resonanztherapie: "Physikalische Medizin, Rehabilitation und Sportmedizin auf den Punkt gebracht" (B. Bockstahler/D. Levine/J. Maierl/D. Millis/K. Wittek)
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Eine neue, zunehmend häufig auch in der Veterinärmedizin eingesetzte Methode stellt die sogenannte Kernspinresonanz-Therapie dar, die unter dem Handelsnamen MBST® (Molekulare Biophysikalische Stimulation) bekannt ist. Diese Therapieform hat die gleiche technologische Basis wie das bildgebende Diagnoseverfahren Magnetresonanztomografie (MRT) bzw. Kernspintomografie, arbeitet jedoch mit viel geringeren Feldstärken. In der Humanmedizin wird MBST bereits seit 20 Jahren zur Therapie osteoarthrosebedingter Symptome, bei Osteoporose, bei Patienten mit Wirbelsäulenproblemen und Rückenschmerzen sowie bei diversen Verletzungen des muskuloskeletalen Systems genutzt. Auch in der Veterinärmedizin wird diese Methode zunehmend häufig eingesetzt. In der Veterinärmedizin wird die MBST-Kernspin-VET-Therapie aktuell bei verschiedenen Indikationen mit guten bis sehr guten Behandlungserfolgen eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Arthrosen (inklusive Spondylarthrose), kompressive Rückenmarkserkrankungen, Förderung der Wundheilung, Frakturen, Störungen des Knorpels (Legg-Calvé-Perthes, OCD), Erkrankungen der Muskulatur sowie von Sehnen.

 

Akupunktur

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"Traditionelle chinesische Medizin" und "Akupunktur" sind Schlagworte, die in letzter Zeit im Bereich der Humanmedizin immer öfter zu hören sind. Aber auch innerhalb der Veterinärmedizin hat die Akupunktur zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie wird mehr und mehr als Behandlungsoption gesehen, was zu einer gesteigerten Forschungstätigkeit auf diesem Sektor geführt hat. Das wiederum bringt ein verbessertes Verständnis ihrer Wirkmechanismen und damit auch ihrer Anwendungsgebiete mit sich.

Zu den Wirkungen der Akupunktur zählen unter anderem eine Verbesserung der Durchblutung, die Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone (wie beispielsweise Endorphine – körpereigene schmerzlindernde Substanzen) sowie die Stimulierung des Immunsystems und des Nervensystems.

Generell kann die Akupunktur bei allen funktionellen, reversiblen Krankheiten zumindest unterstützend angewendet werden.

Bei funktionellen Störungen des Bewegungsapparates können beispielsweise Schmerzen allgemein,Gelenkserkrankungen (z.B. Arthrosen), Muskelverspannungen sowie Sehnenerkrankungen behandelt werden. Bei Inneren Organerkrankungen wie Gastritis, Enteritis/Kolitis (Durchfall), Obstipation (Verstopfung), Stoffwechselstörungen und urogynäkologischen Erkrankungen (z.B. Harninkontinenz, Scheinträchtigkeit) kann sie ebenfalls eingesetzt werden. Darüber hinaus findest Akupunktur aber auch in Notfallsituationen, bei Hauterkrankungen, zur allgemeinen Immunstimulation sowie im Bereich der postoperativen Rehabilitation Anwendung. Ein Einsatz zusätzlich zu medikamentellen Therapien (mit dem Ziel der Reduktion von Arzneimitteln und deren Nebenwirkungen) ist ebenfalls möglich.

Deutlich hervorgehoben werden muss allerdings, dass alles was bereits zerstört ist durch die Akupunktur nicht wieder geheilt werden kann. Insgesamt stellt die Akupunktur bei sachgemäßer Anwendung eine sehr gute und sicher anzuwendende Therapiemöglichkeit darstellt.

 

Neuraltherapie

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Bei dieser Therapieform werden lokal wirksame Schmerzmittel (Lokalanästhetika) an bestimmten Stellen appliziert und führen somit zu einer, über die Wirkdauer des Medikamentes hinaus reichenden, Linderung von Problemen.

Besonders gut sprechen Patienten mit chronischen Schmerzen (zum Beispiel Rückenschmerzen mit starken Verspannungen) auf diese Art der Therapie an aber auch andere Indikationen (beispielsweise Inkontinenz) können unterstützend mittels Neuraltherapie behandelt werden.

 

Chiropraktik

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Die Chiropraktik hat das Ziel, Funktionsstörungen der Wirbelsäule aber auch anderer Körperteile zu behandeln. Besonders kompensatorische Fehlhaltungen im Bereich der Wirbelsäule und des Beckens sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen und Schmerzen, lassen sich sehr gut therapieren.