Domestikations-Lab (Range Lab)

Forschung

Unsere Forschung konzentriert sich auf das Verständnis der Auswirkungen der Domestikation auf das soziale Verhalten, die Persönlichkeit, die physiologische und soziale Wahrnehmung von Tieren. Unsere Modellarten sind Wölfe und Hunde. Um die Auswirkungen der Domestizkation ohne den Störfaktor unterschiedlicher Erfahrungen zu untersuchen, vergleichen wir Wölfe und Hunde, die im Wolf Science Center (WSC) 1 leben. Die Tiere dort leben in Artgenossenrudeln und sind mit den Menschen stark sozialisiert. Zusätzlich untersuchen wir auch wildlebende Wölfe 2, Streunerhunde 3, sowie in Wien als Haustiere lebende Hunde (Clever Dog Lab 4), um herauszufinden wie die Sozioökologie dieser Artn ihr Verhalten beeinflussen könnte, und um die Rolle der Erfahrung auf soziale und physiologische Kognition zu evaluieren.

Themen

Soziale Kognition und Kooperation

  • Kooperation und Toleranz: Im Rahmen mehrerer finanzierter Projekte (ERC CanCoop 311870, FWF P21244-B17, WWTF-Projekt CS11-026 an Zs. Virányi) haben wir in den letzten 8 Jahren zahlreiche Tests am WSC durchgeführt, bei denen die Toleranz und kooperative Neigungen sowohl mit Artgenossen als auch mit Menschen von Wölfen und Hunden verglichen wurde. Im Gegensatz zu den wichtigsten Domestikationshypothesen haben wir festgestellt, dass die kooperativen Fähigkeiten von Hunden während der Domestikation nicht verbessert wurden, dass jedoch subtile Unterschiede zwischen Wölfen und Hunden bestehen, die weiterer Untersuchungen bedürfen.
  • Soziale Beziehungen und die zugrunde liegende Physiologie: Basierend auf Beobachtungsdaten (CanCoop 311870, FWF P21244-B17) sowie Experimenten (FWF-OTKA bis Zs. Virányi) haben wir in den letzten Jahren die sozialen Beziehungen von Wölfen und Hunden sowohl mit Artgenossen als auch mit menschlichen Partnern untersucht. 2016 erhielten wir vom WWTF (CS15-018) Mittel, um die Rolle von Oxytocin (OT) bei der Domestikation von Hunden zu untersuchen. Wir haben sowohl am WSC als auch am CDL eine Reihe von Studien durchgeführt, in denen untersucht wurde, ob das OT-System den Mechanismus bietet, der der Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Bindungen sowohl mit Artgenossen als auch mit Menschen zugrunde liegt.
  • Kommunikation und Konfliktmanagement:  Die laufenden Forschungen am WSC untersuchen spezifisches soziales Verhalten und Kommunikation, einschließlich visueller Kommunikation (WWTF-Projekt CS11-026 an Zs. Viranyi), akustische Kommunikation (in Zusammenarbeit mit Simon Townsend, University of Warwick) und olfaktorische Kommunikation (in Zusammenarbeit mit Matthias Laska, Universität Linköping). 2014 haben wir diese Arbeit um zwei größere Wolfsrudel erweitert - ein Rudel arktischer Wölfe (im Olomouc Zoo, Tschechische Republik) und ein weiteres Rudel europäischer Wölfe (im Tambach Wildpark in Deutschland). Im Rahmen eines Lisa Meitner-FWF-Stipendiums an Simona Cafazzo (M1400-B19) haben wir auch begonnen, die verschiedenen Konfliktmanagementstile von Wölfen und Hunden zu untersuchen.

Persönlichkeit: Im Rahmen des ERC-Projekts (CanCoop 311870) haben wir auch begonnen, Aspekte der Persönlichkeit von Wölfen und Hunden sowohl im Hinblick auf die Hemmung als auch in Bezug auf die Herangehensweise an umweltbedingte Probleme (z. B. verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit unabhängiger Problemelösung, wie Neophobie, Persistenz, Verhaltensflexibilität usw.) zu untersuchen.

Physiologische Kognition: Es wurde auch vermutet, dass Hunde während der Domestizierung aufgrund der Pufferwirkung des Menschen einige physiologische Kognitionsfähigkeiten verloren haben könnten. Am CDL (FWF-21418 in Zusammenarbeit mit Ludwig Huber) wurde ein Projekt durchgeführt, um das Verständnis spezifischer physiologischer Eigenschaften bei Hunden zu untersuchen. In zukünftigen Studien werden Wölfe und Hunde verglichen werden.

Team

Leitende Wissenschaftlerinnen
Friederike Range 5
Sarah Marshall-Pescini 6

NachwuchswissenschaftlerInnen/ Post docs
Andreas Berghänel 7
Giulia Cimarelli 8
Lauren M. Robinson 9

Technische AssistentInnen und TierpflegerInnen
Aleksander Orlic (Team Assistance)
Alina Gaugg (CDL, Animal Trainer)
Marianne Heberlein (WSC, Animal Trainer)
Katharina Kriegler (WSC, Animal Trainer)
Christina Mayer (WSC, Animal Trainer)
Lina Oberliessen (WSC, Animal Trainer)
Cindy Voigt (WSC, Animal Trainer)
Laura Bischof (WSC, Trainee)
Andrea Rieger (WSC, Animal Caretaker)

PhD Studierende
Martina Lazzaroni 10 (Free-ranging dog project- DOC fellowship, Austrian Academy of Sciences)
Gwen Wirobski 11 (Role of OT in domestication, WWTF
CS15-018)
Jim McGetrick 12 (Reciprocity in dogs, DOC fellowship, Austrian Academy of Sciences)
Hoi-Lam Jim 13 (The role of eavesdropping in cooperation in wolves and dogs,
Doctoral College: Cognition and Communication)
Hillary Jean-Joseph
(The role of physiology in how wolves and dogs see their world, Doctoral College: Cognition and Communication, co-supervised with Kurt Kotrschal)
María Teresa (Mayte) Martínez Navarrete 14 (Animals’ understanding of the partner’s role in cooperation, FWF)

 

Diplom- und MSc Studierende (aktuell)

Am CDL:
Sabrina Ausserwöger
Ingrid Leidinger
Maria Holtsch
Anna Juffinger

Am WSC
Alexandra Kassis
Laura Candelotto
Alexander Dharmarajah
Shannon Stubbs

Kollaborationen
Zsófia Virányi  15(Veterinärmedizinische Universität Wien)
Kurt Kotrschal (Universität Wien)
Ludwig Huber 16 (Veterinärmedizinische Universität Wien)
Claus Lamm 17 (Universität Wien)
Simon Townsend 18 (University of Warwick)
Matthias Laska 19 (Universität Linköping )
Malgorzata Pilot 20 (University of Lincoln)
Sarah Brosnan 21 (
Georgia State University)
Tobias Deschner 22 (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie)
Anna Kukekova 23 (University of Illinois)
Rupert Palme  24(Veterinärmedizinische Universität Wien)

Student Opportunities

Wir suchen oft motivierte Studierende, die sich für die Kognition und das Verhalten von Tieren interessieren. Wir bieten die Möglichkeit von Masterprojekten und Praktika mit der Möglichkeit, entweder im Wolf Science Center (WSC), im Clever Dog Lab oder an unserem Feldstandort in Marokko zu arbeiten, wo wir streunende Hunde beobachten. Für Arbeiten am WSC siehe hier 25. Für Arbeit in anderen Bereichen kontaktiert bitte Sarah Marshall.