Nachrichtenarchiv 2012

 

Erdkröten: Häufiges Paaren hält die Spermien fit

Ein Erdkröten- männchen (oben) umklammert das größere Weibchen. (Bild: Attila Hettyey)
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Immer mehr Männer leiden an mangelnder Fruchtbarkeit, besonders in den westlichen Ländern. Vermutet wird, dass Stress dafür verantwortlich ist. Es ist aber auch möglich, dass Männer Probleme mit der Fruchtbarkeit bekommen, weil sie zu selten Sex haben. So könnte die provozierende Schlussfolgerung aus einer neuen Studie mit Erdkröten lauten, die ein Forschungsteam vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna soeben in der Onlinezeitschrift PLoS ONE veröffentlicht hat.

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Ein kleiner chilenischer Kolibri behauptet sich

Eine Aricaelfe bei der Futtersuche (Bild: Vetmeduni Vienna/van Dongen)
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In einer Langzeitstudie haben Wouter van Dongen vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna und Kollegen multidisziplinäre Techniken verwendet, um die Auswirkungen der Ausbreitung des peruanischen Corakolibri (Thaumastura cora) in das Stammgebiet der mit ihm eng verwandten gefährdeten chilenische Aricaelfe (Eulidia yarrellii)  zu untersuchen.  Der Corakolibri erweiterte in den 1970er Jahren seinen Lebensraum von Peru in den Norden Chiles.  Glücklicherweise gibt es gute Nachrichten: Die Forscher fanden heraus, dass die Auswirkungen der peruanischen Eindringlinge auf ihre chilenischen Cousins nicht so groß ist, wie sie vermutet hatten. Die beiden Kolibriarten hybridisieren zwar, aber nur selten, und die gefährdete chilenische Kolibriart dominiert die peruanische Art in territorialen Streitigkeiten. Der Artikel "Behavioural and genetic interactions between an endangered and a recently-arrived hummingbird " von Wouter FD van Dongen, Ilenia Lazzoni, Hans Winkler, Rodrigo A. Vásquez und Cristián F. Estades ist ab sofort in der "Online First Artikel" Ausgabe der Zeitschrift Biological Invasions verfügbar.

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Flirten in Farbe: Zebrafische machen sich für den Partner schön

Zwei Zebrafische mit unterschiedlicher Färbung im Vergleich: Der obere trägt die Färbung zum Zeitraum des Ablaichens (Bild: Vetmeduni Vienna/Zala)
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Was manche Aquarianer schon immer wussten, konnte eine Forschungsgruppe der Vetmeduni Vienna jetzt bestätigen. Geht es bei Zebrafischen für das Ablaichen zur Sache, ändern sie für kurze Zeit ihre Farbe: Die hellen und dunklen Streifen beider Geschlechter werden dann intensiver. Diese für Schwarmfische erstaunlichen Ergebnisse stammen aus der ersten systematischen Studie zur Körperfärbung bei Zebrafischen, die soeben in der Zeitschrift „Ethology“ erschienen ist. Der Artikel “Ephemeral sexual dichromatism in zebrafish (Danio rerio)” von Sophie Hutter, Attila Hettiyey, Dustin Penn, und Sarah Zala wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Ethology” veröffentlicht (Vol. 118 (2012): 1208–1218).

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Bei Passwort Futter: Singvogelkinder lernen Bettelgesang schon im Ei

Eine Prachtstaffel- schwanz-Mutter füttert ihr Junges (Foto: Nevil Lazarus, CC BY 3.0)
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Auf seine Mutter zu hören, kann von Vorteil sein: Mütter einer australischen Singvogelart bringen ihren Jungen schon im Ei eine bestimmte Gesangspassage bei. Mit diesem Passwort erbetteln die Jungen nach dem Schlüpfen Futter. Parasitische Kuckucksbabys, die die Parole nicht kennen, gehen leer aus. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Sonja Kleindorfer von der Flinders University im australischen Adelaide und mit Beteiligung von Herbert Hoi und Matteo Griggio von der Vetmeduni Vienna hat diese Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht. Der Artikel wurde von ABC Science sogar in die Liste der 10 wichtigsten Wissenschaftsartikel des Jahres 2012 8 aufgenommen. 

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evolVienna Herbst Symposium

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Das evolVienna Herbst Symposium 10 fand am Mittwoch, 17.  Oktober 2012 im Hörsaal des Department für Integrative Biologie und Evolution der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt.   Ein breites Spektrum evolutionärer Forschung in Wien wurde präsentiert, und Michael Ritchie (University of St. Andrews) hielt wird die Keynote Präsentation.  

 

 

Wilde Zebrafische lernen das Einschätzen von Gefahren von zahmen Artgenossen

Zebrafische (Foto (c) S. Zala)
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Einzelne Tiere lernen von ihren Artgenossen indirekt Informationen über Nahrung, Raubtiere und mögliche Fortpflanzungspartner. Dieses sogenannte soziale Lernen erspart ihnen, große Risiken dabei einzugehen, solche Informationen selbst herauszufinden. Sarah Zala und Dustin Penn von der Vetmeduni Vienna haben nun untersucht, ob auch Zebrafische über soziales Lernen Risiken einschätzen. Sie fanden, dass wilde Zebrafische, die generell scheuer sind als ihre zahmen Artgenossen, nach Kontakt mit diesen risikofreudiger wurden. Gezähmte Tiere wurden dabei aber nicht vorsichtiger. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Animal Behaviour“ erschienen.

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Prognosen des Meeresspiegelanstieges unterschätzen möglicherweise Auswirkungen auf den Verlust von Lebensraum

Die indonesische Insel Pulau Bintan bei einem simulierten Anstieg des Meeresspiegels (SLR) von drei Metern. (Grafik: Vetmeduni Vienna/Beissmann/Wetzel)
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Durch die globale Erwärmung wird der Meeresspiegel voraussichtlich noch in diesem Jahrhundert um bis zu zwei Meter ansteigen. Florian Wetzel und Dustin Penn von der Vetmeduni Vienna haben mit Forschern der Aarhus Universität die Folgen möglicher Verlagerungen von Siedlungsgebieten auf die Verfügbarkeit von Lebensraum und die Lebensräume von Säugetieren im Computer simuliert. Sie zeigen, dass diese sekundären Effekte in dichter besiedelten Regionen zu einem ebenso hohen oder sogar höheren Verlust an Lebensraum führen können als die primären Effekte durch Überschwemmungen im Küstenbereich. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Global Change Biology“ veröffentlicht.

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Parasitologische Fachgespräche am Wilhelminenberg

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Die Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie (ÖGTP) hielt am 24. August 2012 am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) parasitologische Fachgespräche zum Thema "Veränderungen durch Parasiten". 

Das Programm der Tagung zum Download 16

 

Attraktivere Vogeldamen bekommen mehr Hilfe von Ihren Partnern

Blaumeise (Cyanistes caeruleus), Foto Slawek Staszczuk (Creative Commons)
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In der Wahl eines Partners verlassen sich Männchen und Weibchen auf visuelle Hinweise, um zu bestimmen, welche potenziellen Partner die besten Gene, den besten Nistplatz im besten Brutgebiet, und die besten elterlichen Fähigkeiten bieten könnte. Neue vom "Sparkling-Science 18"-Programm unterstützte Forschungsergebnisse von KLIVV WissenschafterInnen Katharina Mahr, Matteo Griggio, Michela Granatiero und Herbert Hoi wurden im Open-Access-BioMed Central Zeitschrift "Frontiers in Zoology" veröffentlicht.  Daraus geht hervor, dass männliche Blaumeisen ihr elterliches Verhalten von der Schönheit ihrer Partnerinnen abhängig machen.

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Tag der offenen Tür an der Vetmeduni Vienna am 2. Juni 2012

Auch akustisch kann man Tiere entdecken (Foto (c) KLIVV)
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Am 2. Juni lud die Vetmeduni Vienna von 10 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.  Etwa 2000 Menschen besuchten das 15 Hektar große Campus-Gelände (1210 Wien, Veterinärplatz 1) und nahmen an verschiedenen Führungen und Vorträgen teil. Auch das Department für integrative Biologie und Evolution war mit Informationsständen von FIWI und KLIVV zum Thema "Wunderbare Welt der Wildtiere – Forschung am Wilhelminenberg" vertreten. 

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Kleine Sänger: Männliche Hausmäuse halten ihren Angebeteten ein Ständchen

(Quelle: Public Library of Congress)
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Manchen wird überraschen, dass männliche Hausmäuse singen, um Partnerinnen anzulocken. Leider kann das menschliche Ohr diese Melodien nicht hören, sie liegen im Ultraschallbereich. Durch spektroskopische Analysen fanden Forschende der Vetmeduni Vienna heraus, dass die Gesänge der Mausmännchen Signale über Individualität und Verwandtschaft enthalten. Ihre Ergebnisse erscheinen in den Zeitschriften „Physiology & Behavior“ und „Journal of Ethology“.

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