Tiere - lebendiger Rohstoff?

Im Frühjahr 2014 wurde der dritte VETHICS-Workshop zum Thema "Tiere - lebendiger Rohstoff?" im Messerli-Forschungsinstitut abgehalten. An zwei Terminen wurde versucht, das Spannungsfeld zwischen Nutztierhaltung und Tierschutz näher zu bestimmen, in dem sich die AmtstierärztInnen gleichermaßen als Sachverständige, medizinische Gutachter und Vermittler bewegen. In Gruppenarbeiten und Diskussionen wurde intensiv auf die speziellen Entscheidungsprozesse und Handlungsspielräume der amtstierärztlichen Praxis im Bereich der Tiernutzung und Nutztierhaltung eingegangen.

Literatur zum Thema 1

13. Mai 2014

In der Gruppenarbeit "Bewertomat - ethische Entscheidungspfade für die Nutztierhaltung" wurden die Möglichkeiten und Grenzen ethischer Entscheidungsfindung anhand konkreter Fallbeispiele aus der amtstierärztlichen Praxis bearbeitet. Die Teilnehmer waren angehalten verschiedene Rollen einzunehmen, um die Fälle aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben und bewerten zu können. Im anschließenden Rollenfeedback wurden die eingenommene Rolle und der "Bewertomat" selbst einer kritischen Analyse unterzogen: Mit Hilfe der soziologischen Rollentheorie, die den systematischen Anspruch stellt, gesellschaftslogische Realitäten zu beschreiben, sollte eine Distanzierung zur eignen Rolle ermöglicht werden, wodurch Rollenkonflikte und Rollensegmente der Figur des Amtstierarztes/der Amtstierärztin sichtbar gemacht werden konnten.

Programm 2

Präsentation 3

Fotos 4

 27. Mai

In Anlehnung an die Ergebnisse des ersten Termins wurde weiter an einer Bestimmung des amtstierärztlichen Wirkungs- und Verantwortungsbereichs innerhalb des Spannungsfeldes "Tierschutz und Tiernutzung" gearbeitet. Die Gruppenarbeit "Fishbowl" erlaubte eine Reflexion auf die Innen- und Außenwahrnehmung von AmtstierärztInnen und TierschützerInnen mit Fokus auf das leidensfähige Tier. Aus der jeweiligen Perspektive wurden Argumente, Ansichten und Kriterien für die Beurteilung einer bestimmten Problemstellung innerhalb der Tiernutzung ermittelt und die moralischen Herausforderungen bestimmter Fälle diskutiert. Nach einem Input-Referat über "Moralische Praktiken der Verdinglichung" wurde der Versuch unternommen, den Tugendbegriff auf eine amtstierärztliche Ethik für den Bereich Tierschutz zu übertragen.

 In Hinblick auf den Vortragsabend "Tiere - lebendiger Rohstoff?" am 24. Juni an der Universität Wien wurde abschließend ein "Ranking und Voting" vorgenommen um gemeinsam eine Präsentations- und Diskussionsgrundlage zu erarbeiten. Besonders in Bezug auf Tierschutzfragen zeigte sich ein großer Bedarf, geläufige Missverständnisse und Vorurteile betreffend den amtstierärztlichen Verantwortungs- und Aufgabenbereich, auch im öffentlichen Raum zu diskutieren.

Programm 5

Präsentation 6

Fotos 7

 24. Juni

Das VETHICS-Projektteam lud am 24. Juni 2014 zum Abschluss des Themenblocks "Tiere - lebendiger Rohstoff?" zu einer öffentlichen Präsentation an die Universität Wien ein. Die Idee war, eine Plattform für die Diskussion zwischen AmtstierärztInnen, WissenschafterInnen, Studierenden und Laien zu schaffen. Folgende Themen wurden behandelt:

         "Verdinglichung ohne Rücksicht? Moralische Praktiken im Umgang mit Tieren"                                                                                                         

         "Zu den Ethischen Dimensionen amtstierärztlicher Praxis in der Tiernutzung"

Etwa 80 BesucherInnen, darunter auch VertreterInnen des Gesundheitsministeriums und der Landesveterinärdirektion, fanden den Weg an die Universität und trugen nach den Vorträgen der ProjektmitarbeiterInnen zu einer fruchtbaren Diskussion bei.

Plakat 8

Intro 9

Verdinglichung ohne Rücksicht 10

Zu den ethischen Dimensionen amtstierärztlicher Praxis in der Tiernutzung 11

Fotos 12

 

 

        

  

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